Corona-Pandemie

Karneval in Corona-Zeiten: Zwischen Frohsinn und Sorge

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Beim Karnevalsauftakt in Köln gab es am Donnerstag viel Andrang.

Beim Karnevalsauftakt in Köln gab es am Donnerstag viel Andrang.

Foto: Federico Gambarini/dpa

Trotz hoher Corona-Zahlen gab es beim Karnevalsauftakt in Köln großen Andrang. Die Bilder sorgen in den sozialen Medien für Kritik.

Köln. Karneval ist in vielen Regionen Deutschlands ein wichtiges Ereignis - nicht umsonst bezeichnet man die Zeit als "fünfte Jahreszeit". Doch mit Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen bekommen die Bilder aus der Karnevalshochburg Köln einen bitteren Beigeschmack.

Beim Auftakt zu den Feierlichkeiten am 11.11. gab es in der Dom-Stadt einen riesigen Andrang. Wegen des großen Zulaufs hatte die Stadt Köln am Donnerstagnachmittag Feiernde aufgerufen, nicht mehr das beliebte Zülpicher Viertel anzusteuern. Der Party-Hotspot sei um 15.15 Uhr "vollgelaufen", sagte ein Sprecher mitgeteilt. Lesen Sie auch: Corona-Gipfel: Drohen ab Donnerstag neue bundesweite Regeln?

Das Zülpicher Viertel gehörte zum Karnevalsauftakt am Donnerstag zu einer der abgesperrten Feier-Zonen in Köln. Um hinein gelassen zu werden, musste man gegen das Coronavirus geimpft oder genesen sein. Trotzdem stießen die Bilder der Feierlichkeiten in den sozialen Medien auf Kritik.

Karneval in Köln: Kritik in den sozialen Medien

Satiriker Jan Böhmermann stichelte auf Twitter gegen die feiernden Massen: "Alaaf! Heute als "Sexy Krankenschwester" auf der Zülpicher Straße, an Weihnachten als "Sexy Intubierte" in der Uniklinik!"

Auch andere Nutzer des Kurznachrichtendienstes ließen ihrer Empörung über die Bilder vom Karnevalsauftakt freien Lauf. Ein User verglich etwa Bilder vom Karneval im vergangen Jahr mit diesem Jahr:

Besonders bizarr finden einige Nutzer den Fakt, dass der Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelhorn Bestattungsunternehmer ist:

Kölner Oberbürgermeisterin verteidigt Karnevalsauftakt

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat den Karnevalsauftakt trotz hoher Corona-Inzidenzen verteidigt. "Was wäre denn, wenn wir gesagt hätten: Wir machen das wie im vorigen Jahr, es wird kein Karneval gefeiert?"“, fragte die parteilose Politikerin am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. "Ich bin der festen Überzeugung, das wäre uns in diesem Jahr nicht gelungen." Auch interessant: Schausteller: "Ungeimpfte von Weihnachtsmarkt ausschließen"

Es gebe sehr viele Menschen, die sich den 11.11. nicht mehr einfach verbieten lassen würden, weil er in Köln zum Brauchtum mit dazugehöre. "Ich glaube, das werden sie sich einfach nicht mehr gefallen lassen", sagte Reker. Die Situation sei jetzt ganz anders als vor einem Jahr, als der Karneval zum 11.11. tatsächlich abgesagt worden sei. Mittlerweile gebe es eine Vielzahl von Geimpften, in den Feierzone gelte die 2G-Regel.

(lhel/dpa)