Corona

RKI sendet deutliche Warnung - Corona-Zahlen höher als 2020

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Das RKI warnt in seinem Lagebericht vor steigendem Corona-Risiko im Umfeld. (Symbolbild)

Das RKI warnt in seinem Lagebericht vor steigendem Corona-Risiko im Umfeld. (Symbolbild)

Foto: imago images/Michael Gstettenbauer

Die Corona-Zahlen sind höher als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Im Lagebericht warnt das RKI vor dem höheren Ansteckungsrisiko.

Berlin. 
  • Die Corona-Lage spitzt sich zu - das RKI warnt deutlich
  • Vor allem unter Ungeimpften zirkuliert das Virus, sorgt für große Gefahr
  • Aber auch die Zahl der Impfdurchbrüche nimmt zu: Die Zahlen liegen insgesamt deutlich höher als vor einem Jahr
  • Das RKI sendet eine deutliche Warnung ab

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen deutlich - und während Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sich für ein baldiges Ende der epidemischen Lage ausspricht, wächst bei anderen die Sorge vor neuen Beschränkungen oder einem weiteren Lockdown. Nun hat das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem wöchentlichen Lagebericht vom Donnerstagabend eindringlich vor dem steigenden Infektionsrisiko gewarnt.

"Bei den gegenwärtigen Sieben-Tage-Inzidenzen besteht eine zunehmende Wahrscheinlichkeit infektiöser Kontakte", heißt es in dem Bericht. Es werde "dringend empfohlen", sich gegen Covid-19 impfen zu lassen und auf vollständigen Impfschutz zu achten. Dieser wird bei den in Deutschland zugelassenen Impfungen nach der zweiten Dosis erreicht – eine Ausnahme bildet hier das Vakzin von Johnson&Johnson.

Die Möglichkeit der Booster-Impfung solle von den Gruppen genutzt werden, denen die Ständige Impfkommission (Stiko) dies empfiehlt. Wer leichte Symptome habe, solle zu Hause bleiben und sich testen lassen, möglichst mit PCR, twitterte das RKI. Dies gelte auch für Geimpfte.

Steigende Corona-Zahlen: RKI rät zu Kontaktreduzierung

Alle Menschen sollten konsequent die AHA+L-Regeln einhalten, heißt es weiter in dem Bericht – also

  • Abstand (A) halten,
  • auf Hygiene (H) achten,
  • Maske im Alltag (A) tragen und
  • regelmäßig lüften (L).

Nicht notwendige Kontakte sollten reduziert werden. Zudem rät das RKI, Situationen "in Innenräumen, bei denen sogenannte Super-Spreading-Events auftreten können", möglichst zu meiden.

In den vergangenen Wochen sei der Anteil Geimpfter kaum noch gestiegen, hält das RKI fest. Unter Berufung auf eigene Berechnungen heißt es, ein "ausgeprägter Effekt" der Corona-Impfung zum Verhindern von Covid-19-Erkrankungen und -Krankenhausaufnahmen in Deutschland sei belegt.

RKI betont Effektivität der Corona-Impfung

In der geimpften Bevölkerung habe sowohl die wöchentliche Inzidenz der Fälle mit Symptomen als auch die Inzidenz der Krankenhausaufnahmen deutlich unter den jeweiligen Werten der ungeimpften Bevölkerung gelegen, so das RKI. Dies gelte für die beiden analysierten Altersgruppen (18 bis 59 und ab 60 Jahre) und im gesamten Untersuchungszeitraum von Mitte Juli bis Mitte Oktober.

Eine Corona-Impfung schützt den RKI-Berechnungen zufolge in der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen etwa zu 94 Prozent vor einer Behandlung auf der Intensivstation, in der Gruppe der Über-60-Jährigen zu 91 Prozent.

Höhere Corona-Zahlen als im Vorjahr

Zur allgemeinen Corona-Lage heißt es im Bericht, dass der steigende Trend der Sieben-Tage-Inzidenzen vorige Woche in allen Altersgruppen sichtbar geworden sei. Die Zahl der übermittelten Ausbrüche an Schulen habe zuletzt wieder sehr deutlich zugenommen – vermutlich aufgrund der leichteren Übertragbarkeit der Delta-Variante.

Sprunghafte Anstiege seien aber auch bei Älteren sichtbar – bei den Menschen über 90 etwa stieg die Sieben-Tage-Inzidenz im Wochenvergleich von 63 auf 108. Es habe erneut einen deutlichen Anstieg von Ausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen und medizinischen Einrichtungen gegeben.

Auch einen ernüchternden Vergleich mit der Situation im Herbst 2020 stellt das RKI im Bericht an: "Die diesjährigen Fallzahlen sind deutlich höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres", heißt es. Dass für Herbst und Winter mit steigenden Zahlen zu rechnen ist, betont das RKI bereits seit dem Sommer.

(raer/mit dpa)