Tragödie

Tod am Filmset: Baldwins Regieassistent gesteht Schlamperei

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Dirk Hautkapp
Nach dem Tod der Kamerafrau Halyna Hutchins am Set des neuen Films von Alec Baldwin stellt sich die Frage: Wer hat Schuld?

Nach dem Tod der Kamerafrau Halyna Hutchins am Set des neuen Films von Alec Baldwin stellt sich die Frage: Wer hat Schuld?

Foto: Andres Leighton/AP/dpa

Alec Baldwins Regieassistent räumt indirekt eine Mitschuld am Tod der Kamerafrau am Set von "Rust" ein. Die Polizei ermittelt weiter.

Washington. Bei dem tödlichen Zwischenfall an einem Film-Set in den USA vor einer Woche zeichnet sich der erste Mitschuldige ab: Bevor er einen Revolver, den er als „nicht geladen” kategorisierte, dem Schauspieler Alec Baldwin für eine Szene bei Dreharbeiten zu dem Western „Rust” zusteckte, hat sich der zuständige Regieassistent Dave Halls nach eigenen Worten nicht sorgfältig genug vom Zustand der Waffe überzeugt.

Das geht aus Gerichtsunterlagen der Justiz in Santa Fe/New Mexico hervor, wo vor einer Woche die Kamerafrau Halyna Hutchins (42) laut Polizei durch eine „Bleikugel” aus eben jener Waffe starb, die Baldwin auf sie gerichtet hatte - nicht ahnend, dass sie scharf geladen war.

Halls hatte gegenüber der Polizei ausgesagt, er hätte sämtliche Patronen, die in dem antiken Colt steckten, überprüfen sollen, was er aber nicht getan hat. Warum? Offen. Halls konnte sich später an drei Patronen erinnern.

"Rust": Wie kam die scharfe Patrone in die Waffe?

Nachdem der tödliche Schuss gefallen war, der auch den hinter Hutchins stehenden Regisseur Joel Souza an der Schulter traf, wo die Kugel letztlich entdeckt wurde, begutachtete Halls gemeinsam mit der Waffenmeisterin Hannah Gutierrez die Waffe und stellte plötzlich fünf Patronenhülsen in der Revolver-Trommel fest; vier Schein- oder Blindpatronen, zu erkennen an einem kleinen Loch an der Seite - und eine ohne Loch.

Dabei handelte es sich laut Polizei um die Hülse, aus der das für Hutchins tödliche Projektil stammte. Wie die scharfe Patrone in die Waffe geraten ist, wann und durch wen, ist laut Staatsanwältin Mary Carmack-Altwies eine zentrale, aber noch unbeantwortete Frage.

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  • Welche Rolle Waffenmeisterin Gutierrez dabei spielte, ist ebenfalls noch unklar. Die 24-Jährige, die auf wenig Berufserfahrung zurückblickt, hatte in ihrer Vernehmung ausgesagt, dass sie die Waffe vor den Dreharbeiten gecheckt und dabei keine scharfe Munition gefunden habe.

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    Während einer Essenspause seien die spätere Tatwaffe und andere Pistolen in einem Safe aufbewahrt worden, zu dem nur wenige Personen auf dem Film-Set Zugang gehabt hätten. Allerdings habe sie diverse Munition unbeaufsichtigt auf einem Gerätewagen zurückgelassen.

    Über Halls wie Gutierrez gibt es seit Tagen in den USA Medienberichte von früheren Film-Engagements, die beide als entweder schlampig oder unerfahren im Umgang mit Waffen bei Dreharbeiten charakterisieren. Der Regierassistent Halls hatte schon 2019 bei einem früheren Dreh einen Waffenunfall. Er wurde deshalb sogar von einem Film-Set gefeuert.

    Tod von Halyna Hutchins: Wer verklagt wird, ist nicht abzusehen

    Ob die neuen Erkenntnisse strafrechtlich relevant sind, ist offen. Die Staatsanwaltschaft erklärte am Mittwoch, alle Optionen seien auf dem Tisch. Zum jetzigen Zeitpunkt sei noch nicht abzusehen, ob und wenn ja gegen wen Anklage zum Beispiel wegen krimineller Sorgfaltspflichtverletzung gestellt werden könnte.

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  • Davon unbeschadet sind etwaige zivilrechtliche Ansprüche, die der Witwer von Hutchins, der künftig den gemeinsamen neunjährigen Sohn Andros allein erziehen muss, stellen könnte. Gegen wen? Unter anderem gegen den Mit-Produzenten des Films, der vermutlich nie zu Ende gedreht wird: Alec Baldwin.