Wetter

Verwirrung um Sturm: So kam Tief "Ignatz" zu seinem Namen

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Tobias Eßer
Sie wollten immer schonmal ein Hoch- oder Tiefdruckgebiet benennen? Hier erfahren Sie, wie das geht.

Sie wollten immer schonmal ein Hoch- oder Tiefdruckgebiet benennen? Hier erfahren Sie, wie das geht.

Foto: Bodo Marks/dpa

Am Mittwoch fegte Tief Ignatz, am Donnerstag Tief Hendrik über Deutschland. Lesen Sie, wie Hoch- und Tiefdruckgebiete benannt werden.

Berlin. Die Herbststürme sind in Deutschland angekommen. Am Mittwoch fegte das Tiefdruckgebiet "Ignatz" über Deutschland hinweg, am Donnerstag das Sturmtief Hendrik. Auf Hendrik folgte dann noch ein Teiltief, das Meteorologen als "Hendrik II" bezeichneten. Dieses war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes letztlich für den Sturm am Donnerstag verantwortlich. Warum diese Unwetter Männernamen tragen? Ganz einfach: Männliche und weibliche Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete wechseln sich jedes Jahr ab. In geraden Jahren bekommen die Tiefs weibliche, in ungeraden Jahren männliche Namen.

Ein Hoch- oder Tiefdruckgebiet benennen können dabei fast alle Menschen - durch eine sogenannte Wetterpatenschaft. Die Aktion wird von der Freien Universität Berlin organisiert und wurde von ihren Studierenden im Jahr 2002 erdacht.

Das gilt auch für die Tiefdruckgebiete Ignatz und Hendrik. Die wurden von ganz normalen Bürgerinnen und Bürgern benannt - die Namenspatin des Tiefs Ignatz ist laut der Wetterpaten-Website Erika Zabel. Und der Namensgeber des Tiefs Hendrik hat es gleich nach sich selbst benannt. Auch das ist möglich.

Hoch- und Tiefdruckgebiete: Benennung füllt Studienkasse

Alle die möchten, können sich auf der Website bewerben - und wenn sie angenommen werden, ein Hoch- oder Tiefdruckgebiet benennen. Die einzige Beschränkung: Ausgewählte Namen müssen standesamtlich anerkannt sein. Außerdem kostet eine Wetterpatenschaft natürlich Geld: Ein Hoch liegt bei 360 Euro, ein Tief bei 240 Euro.

Das eingenommene Geld fließt an die Studierenden der FU Berlin, die dadurch die studentische Wetterbeobachtung an der Wetterstation in Berlin-Dahlem finanzieren können. Die Aktion war erfolgreich: Laut Website benannten über 2000 Menschen aus 15 europäischen Ländern, Japan, Brasilien, den USA und Südafrika Hoch- oder Tiefdruckgebiete in Deutschland.

Wetterbenennung: Paten erhalten Geschenkpaket

Patinnen und Paten der Tiefdruckgebiete können sich nicht nur über das von ihnen benannte Wettergebiet freuen. Von den Studierenden erhalten sie außerdem eine Urkunde über die Benennung des Wettergebietes, eine "individuelle Lebensgeschichte" des Hochs oder Tiefs, eine Wetterkarte sowie eine sogenannte "Taufkarte", also eine Wetterkarte vom ersten Tag der Existenz des jeweiligen Hoch- oder Tiefdrucksgebiets.

Für mitunter lustige Namen sorgt die Aktion auch. So heißt das nächste Hochdruckgebiet, dass Deutschland am kommenden Wochenende milderes Wetter und vor allem Trockenheit bringt, "Quedlinburgia". Für diesen Namen haben die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Quedlinburg zusammengelegt.