Bayern

Verschwundene Elfjährige: Polizei prüft Verbindung zu Sekte

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Die Polizei sucht nach einer vermissten Elfjährigen.

Die Polizei sucht nach einer vermissten Elfjährigen.

Foto: Alexander Pohlvia www.imago-images.de / imago images / Alexander Pohl

Seit Samstag gilt ein Mädchen im schwäbischen Landkreis Dillingen als vermisst. Das Kind soll sich bei seinen Eltern in einer Sekte aufhalten.

Berlin. Im Fall der vermissten elfjährigen Mädchens aus Eppisburg im schwäbischen Landkreis Dillingen gibt es Hinweise, dass sich das Mädchen bei seinen leiblichen Eltern befinde. Es sei bei dem Pflegevater der Elfjährigen eine E-Mail eines Absenders eingegangen, der mutmaßlich der umstrittenen Sekte „Zwölf Stämme“ zuzuordnen sei, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Die Pflegeeltern sollten sich keine Sorgen machen hieß es in der Mail. Das berichtete der Bayrische Rundfunk (BR). Ob auch wirklich die Sekte hinter der E-Mail steckt, müsse laut Polizei noch überprüft werden.

Sollte sich bestätigen, dass die leiblichen Eltern das Mädchen mitgenommen haben, dann handle es sich hier nach aktuellem Ermittlungsstand um eine Kindesentziehung, verkündete der Polizeisprecher. Kindesentziehung gilt im Strafrecht als Begriff für eine Kindesentführung. Der genau Aufenthaltsort der Vermissten ist derzeit noch unklar.

Es werde nun auch geprüft, ob die Elfjährige in einer der beiden Sektengemeinschaften in Tschechien ist, erklärte der Sprecher. Weiter Details zu den bisherigen Maßnahmen wurden nicht benannt.

Vermisste Elfjährige wurde schon einmal aus den Händen der Sekte geholt

Das Kind war am Samstag beim Joggen in Holzheim (Landkreis Dillingen) verschwunden und nicht mehr nach Hause zurückgekehrt. Kurz darauf war bereits spekuliert worden, ob die den „Zwölf Stämmen“ zugeordneten Eltern mit dem Verschwinden etwas zu tun haben könnten. Nach BR-Informationen kam das Mächen 2013 in Folge einer Razzia bei der urchristlichen, sektenähnlichen Gemeinschaft in die Obhut der Pflegefamilie.

Die „Zwölf Stämme“ waren früher im nordschwäbischen Raum angesiedelt. Die Sekte kam immer wieder in die Schlagzeilen, weil sie das Prügeln von Kindern als angemessene Erziehungsmethode betrachtet. Vor acht Jahren hatten dann die Behörden 40 Jungen und Mädchen aus der Gemeinschaft geholt und bei Pflegeeltern untergebracht. Die „Zwölf Stämme“ siedelten daraufhin nach Tschechien um. Dort ist die körperliche Bestrafung von Kindern nicht grundsätzlich verboten.

( lgr/dap )