Belästigung

Emily Ratajkowski erhebt schwere Vorwürfe gegen Robin Thicke

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Model wirft Sänger Robin Thicke sexuellen Übergriff vor

Model wirft Sänger Robin Thicke sexuellen Übergriff vor

Das Model Emily Ratajkowski hat schwere Vorwürfe gegen den Musiker Robin Thicke erhoben: Beim Dreh zum Musikvideo des internationalen Hits „Blurred Lines” soll es 2013 zu einem sexuellen Übergriff gekommen sein.

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Der Song "Blurred Lines" war ein Riesen-Hit. Doch beim Video-Dreh soll Sänger Robin Thicke das Model Emily Ratajkowski belästigt haben.

Berlin. Das Video zum Hit "Blurred Lines" sorgte bereits bei seinem Erscheinen im Jahr 2013 für Aufsehen. Darin ist unter anderem Model Emily Ratajkowski wenig bekleidet zu sehen. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen tanzt sie um die Sänger Robin Thicke, Pharrell Williams und Rapper T.I. herum. Für die US-Amerikanerin war das Video der große Durchbruch ihrer Model-Karriere.

Doch am Rande der Dreharbeiten habe sie eigenen Angaben zufolge Schlimmes erleben müssen. In ihrem Buch "My Body" schreibt die heute 30-Jährige, Robin Thicke habe sie sexuell genötigt und ihr an die Brüste gefasst: "Plötzlich, wie aus dem Nichts, spürte ich die Kühle der Hände eines Fremden, die meine nackten Brüste von hinten umfassten. Instinktiv wich ich zurück und schaute zurück auf Robin Thicke."

Weiter heißt es: "Er grinste albern und stolperte rückwärts, die Augen hinter seiner Sonnenbrille verborgen. Mein Kopf drehte sich in die Dunkelheit abseits des Sets. Die Stimme der Regisseurin Diane Martel überschlug sich, als sie mir zurief: 'Bist du okay?' Ich schob mein Kinn vor und zuckte mit den Schultern, vermied den Blickkontakt und spürte, wie die Hitze der Demütigung durch meinen Körper schoss." Sie habe nicht reagiert - "nicht wirklich, nicht so, wie ich es hätte tun sollen".

Blurred Lines Video mit Emily

Emily Ratajkowski: Regisseurin bestätigt Vorwürfe gegen Robin Thicke

Regisseurin Diane Martel soll den Vorfall gegenüber der "Sunday Times of London" bestätigt haben: "Ich erinnere mich an den Moment, als er ihr an die Brüste griff", wird sie zitiert. "Eine in jeder Hand. Er stand hinter ihr. Ich schrie mit meiner sehr aggressiven Brooklyn-Stimme: 'Was zum Teufel machst du da, das war's! Der Dreh ist vorbei!'" Die Regisseurin berichtet außerdem, Thicke sei betrunken gewesen, habe sich entschuldigt und habe "zerknirscht" gewirkt. "Ich glaube nicht, dass er das getan hätte, wenn er nüchtern gewesen wäre", so Martel. Lesen Sie auch: Met-Gala 2021 - Das waren die spektakulärsten Kleider der Stars

Ratajkowskis Buch "My Body" besteht aus einer Sammlung von Essays. Darin wolle sie erkunden, was es bedeute, "eine Frau und eine Ware" zu sein, wie Männer Frauen behandelten und warum Frauen dies zuließen, teilte ihr Verlag Metropolitan mit. Das Model ist auch als Aktivistin bekannt, die die beiden US-Präsidentschaftsbewerbungen von Bernie Sanders unterstützt hat. Sie entwirft Kleidungsstücke und spendet die damit generierten Einnahmen teilweise an wohltätige Zwecke.

Blurred Lines: Frauenfeindlicher Song erreichte Platz 1 der Charts

Im Text von "Blurred Lines" heißt es unter anderem: "Ja, ich hatte eine Bitch, aber sie ist nicht so versaut wie du. Also sag Bescheid, wenn du vorbei kommst. Ich gebe dir etwas, groß genug, um deinen Arsch in zwei zu reißen." Und: "Nicht wie dein letzter Kerl, er ist zu langweilig für dich. Er klatscht dir nicht so auf den Arsch und zieht so an deinen Haaren." Der Song erreichte 2013 in verschiedenen Ländern, darunter Deutschland und die USA, den ersten Platz der Charts.

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Sänger Pharrell Williams hatte sich bereits 2019 von dem Song distanziert. "Blurred Lines" sei sexistisch und passe nicht mehr in die Zeiten von #MeToo, sagte er. Der Text - vor allem vorgetragen von einem Mann - sei nicht tragbar. "Und es ist nicht egal, ob es mein Verhalten widerspiegelt oder das, wie ich wirklich über die Dinge denke. Es ist nur wichtig, wie es bei Frauen ankommt", so der Musiker.

Einige Jahr zuvor hatte Williams "Blurred Lines" noch verteidigt. Damals sagte er in einem Interview, es gehe in dem Song um ein braves Mädchen und auch brave Mädchen wollten eben manchmal "Dinge tun". Die Kritiker des Textes seien verrückt, aber er akzeptiere ihre Meinung. Die Sexismus-Vorwürfe sind nicht das einzige Problem, das Williams und Thicke mit "Blurred Lines" haben. Die Musiker mussten Ende 2018 knapp fünf Millionen Dollar (rund 4,5 Millionen Euro) zahlen, weil die Familie von Marvin Gaye eine Ähnlichkeit des Songs mit Gayes Hit "Got to Give Up" aus dem Jahr 1977 erkannt hatte.

(amw)