Pandemie

Forscher klären auf: Darum schützt Rauchen vor Corona

| Lesedauer: 2 Minuten
Raucher erkranken seltener an Corona: Das steckt dahinter

Raucher erkranken seltener an Corona: Das steckt dahinter

Raucher erkranken seltener am Coronavirus. Japanische Forscher fanden nun in einer Studie heraus, woran das liegt.

Beschreibung anzeigen

Raucher erkranken seltener an Covid-19 und Forscher wissen nun auch, warum. Der Grund für die Schutzwirkung ist allerdings hochgiftig.

Berlin. 
  • Wer raucht, erkrankt seltener an Covid-19 - jetzt wissen Forscher auch, warum das so ist
  • Grund dafür sind die Stoffe in einer Zigarette
  • Doch das Rauchen hat gerade in Bezug auf Corona eine gewaltige Schattenseite

Forschende aus Hiroshima haben ein Corona-Rätsel gelöst. Bislang war aus verschiedenen Studien bekannt, dass Raucherinnen und Raucher ein geringeres Risiko für eine Covid-19-Erkrankung haben. Warum ausgerechnet das Rauchen vor Corona schützen soll, war bislang aber unklar. Die Wissenschaftler aus Japan fanden nun heraus, dass offenbar die Inhaltstoffe im Zigarettenrauch verantwortlich sind. Bevor Sie jetzt aber zum Glimmstengel greifen – die Stoffe sind hochgiftig.

Corona und Rauchen: Hochgiftige Stoffe verhindern indirekt Infektion

Konkret handelt es sich dabei um sogenannte polyzyklische aromatische Wasserstoffe, auch PAKs genannt. Die Stoffe gelten als krebserregend, können aber laut den Forschenden für eine Art Infektionsschutz sorgen. PAKs unterdrücken die Bildung eines Moleküls, das wiederrum die Bildung von ACE-2-Rezeptoren verhindert. Die Rezeptoren sind das Einfallstor für Coronaviren in den menschlichen Organismus, ohne sie können die Viren nicht an Zellen andocken.

Da bei Rauchern also weniger dieser Andockstellen vorhanden sind, erkranken sie laut der Studie aus Japan auch seltener. Die Forschenden wollen nun ein Medikament entwickeln, das mit dem selben Trick arbeitet wie die PAKs, allerdings ohne dabei Schäden an menschlichen Zellen anzurichten.

Kehrseite der Medaille: Raucher erkranken meist schwerer an Corona

Genau diese Schäden könnten nämlich dazu beitragen, dass Raucher zwar seltener an Covid-19 erkranken, dafür aber meist schwer. Das haben zuletzt Studien von britischen Forschern erneut bestätigt. Demnach sind unter Menschen mit schweren oder sogar tödlichen Covid-19-Erkrankungen deutlich mehr Raucher anzutreffen. Die Wahrscheinlichkeit, wegen Covid-19 im Krankenhaus zu landen, könnte den Ergebnissen zufolge bei Menschen, die aktuell Raucher sind, fast doppelt so groß sein wie bei lebenslangen Nichtrauchern.

"Unsere Ergebnisse legen sehr stark nahe, dass Rauchen mit dem Risiko einer schweren Covid-Erkrankung zusammenhängt, genauso wie Rauchen das Risiko für Herzkrankheiten, verschiedene Arten von Krebs und andere Krankheiten beeinflusst", sagte die leitende Forscherin Ashley Clift von der Universität Oxford der Nachrichtenagentur PA zufolge. (pcl mit dpa)