Nordsee

Walross auf Baltrum - Erste Sichtung seit mehr als 20 Jahren

| Lesedauer: 2 Minuten
7 Fakten über die Nordsee

7 Fakten über die Nordsee

Viele Deutsche machen oft in ihrem eigenen Land Urlaub: Vor allem die Nordsee verspricht Vielen Erholung. Im Video erfahren Sie sieben Fakten über die Nordsee.

Beschreibung anzeigen

Ein extremer seltener Gast ist auf der Nordsee-Insel Baltrum gesichtet worden. Erstmals seit 1998 ist hier ein Walross aufgetaucht.

Baltrum. Sie leben eigentlich in der Arktis und tauchen in unseren Gefilden nur extrem selten auf. Über 20 Jahre ist es her, dass ein Walross in der südlichen Nordsee gesichtet wurde. Doch jetzt ist einer der Meeressäuger mit Stoßzähnen auf der Insel Baltrum aufgetaucht.

Entdeckt wurde das Tier von einem Inselbewohner. Dünen- und Vogelwart Heinz Ideus wollte dessen Bericht erst gar nicht glauben. Doch tatsächlich habe da ein Walross am Dienstagmorgen auf einer breiten Buhne - einer Küstenschutzanlage - an der Westspitze Baltrums im niedersächsischen Wattenmeer gelegen.

Baltrum: Walross wirkte müde

Ideus kümmerte sich darum, dass das Walross in Ruhe dort liegen konnte und ihm niemand zu nah kam. Zuerst habe es müde gewirkt, inzwischen sei das Tier aber auch schon "ein bisschen weggeschwommen".

Die Gemeinde schaltete die Seehundaufzuchtstation Norddeich ein. Dort tauschte man sich mit europäischen Kolleginnen und Kollegen aus und stellte fest, dass das Walross wohl zuletzt in Dänemark gesichtet worden war. Wie der Meeressäuger es schwimmend bis an die deutsche Küste schaffte, ist unklar.

Walross-Sichtung 1998 auf Juist

Nach Angaben von Chef-Tierpfleger Tim Fetting von der Aufzuchtstation wurde seit 1998 kein Walross mehr in der südlichen Nordsee gesehen. Damals war ein Tier auf der Insel Juist aufgetaucht.

Im März war an der Küste der britischen Provinz Wales sowie an der irischen Westküste jeweils ein Walross gesehen worden. Biologen gingen im Frühjahr davon aus, dass es sich um das gleiche Tier handelte - womöglich auf einer Eisscholle angeschwemmt.

Walrosse durch Klimawandel in Not

Die bis zu 3,60 Meter langen und bis zu 1000 Kilogramm schweren Raubtiere leben eigentlich rund um den Nordpol. Allerdings nicht auf dem offenen Meer, sondern auf Inseln oder auf dem Packeis in der Nähe Küste - oft in großen Kolonien.

In der Tierwelt müssen die Walrosse kaum Feinde fürchten. Sie gelten jedoch als gefährdete Art. Naturschützern zufolge bringt die Eisschmelze in der Arktis aufgrund des Klimawandels die Raubtiere mit den markanten Stoßzähnen besonders in Not.

Über den Gesundheitszustand des Walrosses auf der kleinsten ostfriesischen Insel Baltrum ist der Verwaltung zufolge bisher nichts bekannt. (dpa/fmg)