Schlucht

Flutwelle in Höllentalklamm: Vermisste Frau tot geborgen

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Richtiges Verhalten im Katastrophenfall

Richtiges Verhalten im Katastrophenfall

Umweltkatastrophen nehmen aufgrund des Klimawandels auch in Deutschland immer mehr zu. Wie verhält man sich im Katastrophenfall eigentlich richtig?

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Acht Menschen wurden in der Höllentalklamm von einer Flutwelle überrascht. Eine Frau ist tot, eine weitere Person wird noch vermisst.

Grainau. Traurige Gewissheit nach der Flutwelle in der Höllentalklamm an der Zugspitze: Eine Frau ist am Dienstagmorgen tot aus dem Wasser geborgen worden, wie die Polizei in Rosenheim berichtete. Der Einsatz der Rettungskräfte dauert weiter an - eine Person wird nach wie vor vermisst.

Nach starken Regenfällen war am Montagnachmittag eine Flutwelle durch Schlucht nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gerauscht. Sie riss mehrere Menschen mit sich. Kurz vor 16.00 Uhr ging der Notruf bei der Notruf-Leitstelle Oberland des Bayerischen Roten Kreuzes ein. Darin hieß es, dass eine unklare Anzahl von Menschen von den Fluten erfasst worden sei - damit begann der Großeinsatz.

Acht Menschen konnten von den Rettungskräften in Sicherheit gebracht werden. Die Höllentalklamm ist besonders bei Wanderern und Touristen ein beliebtes Ausflugsziel.

Höllentalklamm: Acht Menschen aus der Schlucht gerettet

Sechs der geretteten Personen wurden von den Rettungskräften aus der Schlucht geholt, wo sie vom Wasser eingeschlossen waren. Zwei weitere wurden weiter oben aus der Klamm in Sicherheit gebracht. Sie seien unterkühlt und durchnässt, aber sonst wohlauf, sagte ein Polizeisprecher am Montagabend.

Die beiden zunächst vermissten Menschen hatten nach Auskunft des Polizeisprechers auf einer Holzbrücke über dem wild tosenden Hammersbach in der Klamm gestanden - der Beamten bezog sich bei seiner Auskunft auf Augenzeugen. Die Brücke sei demnach von der Flutwelle weggerissen worden. "Es ist eine hochgefährliche Situation, wenn man in der Klamm vom Wasser mitgerissen wird", erklärte der Polizeisprecher.

Mehr als 160 Rettungskräfte an Höllentalklamm im Einsatz

Im Laufe des Montagnachmittags waren mehr als 160 Rettungskräfte im Einsatz, sagte der Polizeisprecher. Unter den vielen Helferinnen und Helfern waren auch speziell ausgebildete Canyon-Retter der Bergwacht. Am Abend leuchtete das Technische Hilfswerk einen Teil der Einsatzstelle im Tal aus.

Auch vier Hubschrauber seien vor Ort gewesen, darunter auch eine Maschine aus dem nahen Österreich. Teilweise konnten sie aber wegen des schlechten Wetters nicht fliegen, sagte der Polizeisprecher. Auch ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera zur Suche nach Menschen ist am Unglücksort.

Einige Rettungskräfte hielten auf Brücken der Loisach nach Vermissten Ausschau. In die Loisach mündet der Hammersbach, der durch die Schlucht der Höllentalklamm fließt.

Höllentalklamm: Beliebter Weg zur Zugspitze

Die Höllentalklamm, ein tiefer und enger Einschnitt im Muschelkalk, wird jedes Jahr von Zehntausenden Menschen durchwandert. Sie bildet auf gut einem Kilometer Länge das Ende des Höllentals im Zufspitzenmassiv. Erschlossen wurde die Klamm 1902 bis 1905, als der Alpentourismus einen Boom erlebte.

Die Schlucht mit Wasserfällen und steilen Felswänden ist dabei nicht nur ein beliebtes Fotomotiv, sondern ein beliebter Weg hoch zu Deutschlands höchstem Berg, der 2962 Meter hohen Zugspitze.

(dpa/afp/raer)