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Bahnstreik: Was passiert mit den Tickets? Ihre Rechte

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7 Lifehacks für Bahnreisende – mit diesen Tricks reisen Sie besser

7 Lifehacks für Bahnreisende – mit diesen Tricks reisen Sie besser

Verspätet, überfüllt, zu laut. Mit ein paar cleveren Tricks kann man viele Nervereien beim Bahnfahren umgehen. Wie Sie auch ohne Reservierung einen guten Sitzplatz bekommen und wann es die besten Sparpreise gibt, verrät dieses Video.

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Sie wollen in den Urlaub, doch die Bahn streikt. Wenn Züge ausfallen oder verspätet ankommen, haben Sie Rechte – sogar auf ein Essen.

Berlin. Bei der Deutschen Bahn (DB) kommt es zu Streiks. Bahnreisende müssen im Streikfall mit Verzögerungen und Zugausfällen rechnen. Können sie sich zur Wehr setzen? Wie kommen sie trotzdem ans Ziel? Und gibt es Geld für Fahrkarten zurück? Ein Überblick über die drängendsten Fragen im Fall eines Bahnstreiks. Lesen Sie hier: Ab wann kommt es zum Bahnstreik?

Welche Rechte haben Fahrgäste im Streikfall?

Grundsätzlich haben Kundinnen und Kunden der Deutschen Bahn Fahrgastrechte. Die regeln etwa Entschädigungen im Fall von Verspätungen. Beatrix Kaschel von der Schlichtungsstelle Nahverkehr in Düsseldorf erklärte der Deutschen Presse-Agentur: "Die Fahrgastrechte der EU-Fahrgastverordnung gelten auch im Streikfall." Je nach länge der Verspätung kann also ein Teil des Fahrpreises oder der komplette Fahrpreis erstattet werden.

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Wie hoch ist die Entschädigung?

Die Höhe der Entschädigung hängt von der Verspätung ab. "Kommen Fahrgäste mindestens 60 Minuten später als geplant an, haben sie Anspruch auf 25 Prozent Erstattung, bei mehr als 120 Minuten sind es 50 Prozent." Ab einer absehbaren Verspätung von über einer Stunde könnten Fahrgäste auch auf die Fahrt verzichten – und den kompletten Ticketpreis zurückverlangen.

Die Bahn ist zudem verpflichtet, bei einer Verspätung von über einer Stunde kostenlose Erfrischungen und Mahlzeiten in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit anzubieten. Bleiben diese Snacks aus, "sollten Reisende auch hier die Rechnungen für ihre Verpflegung aufbewahren", so Kaschel.

Wie kommen Fahrgäste an ihr Geld?

Auch im Streikfall müssen Kundinnen und Kunden ihre Rechte geltend machen. Das Fahrgastrechte-Formular gibt es entweder im Zug, im Reisezentrum oder wahlweise online, über die DB-App und im Internet. Lesen Sie dazu: Verspätung oder Zugausfall – So funktioniert die Online-Erstattung

Wie kommen Fahrgäste bei Streiks trotzdem an ihr Ziel?

Trotz kostenloser Snacks und Möglichkeiten, an Entschädigung zu kommen: Wer reist, will ankommen. Laut Kaschel gibt es verschiedene Möglichkeiten, wenn der gebuchte Zug ausfällt oder Verspätung hat.

  • Mit dem Taxi weiterfahren: "Im Nahverkehr hat die Deutsche Bahn in der Vergangenheit bereits Taxifahrten von größeren Bahnhöfen aus organisiert und entsprechende Gutscheine ausgeteilt." Wer auf eigene Faust nach einem Taxi sucht, für den gibt es Einschränkungen - nicht jede Taxirechnung muss das Unternehmen nachträglich übernehmen.
  • Nur wenn die geplante Ankunft am Ziel zwischen 00.00 Uhr und 05.00 Uhr nachts liegt und Reisende mindestens 60 Minuten später per Zug ankommen würden, muss das Bahnunternehmen die Kosten für eine Taxifahrt bis maximal 80 Euro erstatten. Das gleiche gilt laut Kaschel, wenn der letzte planmäßige Zug des Tages ausfällt und Reisende ihr Ziel bis Mitternacht nicht anders erreichen.
  • Mit dem Fernverkehr weiterfahren: "Wenn sich abzeichnet, dass Fahrgäste ihr Ziel mit Nahverkehrszügen erst mit mehr als 20 Minuten Verspätung erreichen, können sie ohne Aufpreis mit einem Zug des Fernverkehrs fahren." Reservierungspflichtige Verbindungen sind davon ausgeschlossen, genauso wie Sonderfahrten.
  • "Bevor Fahrgäste in den Fernverkehrszug einsteigen, müssen sie ein gültiges Ticket lösen", so Kaschel. Den entstehenden Mehraufwand können sie sich später von dem Bahnunternehmen zurückerstatten lassen.
  • Dieses Recht besteht nur dann, wenn die ursprüngliche Route nicht mehr als 50 Kilometer lang ist oder nicht länger als eine Stunde dauert. "Auch bei einer erheblich ermäßigten Fahrkarte, also beispielsweise einem Länder-Ticket oder Semesterticket gilt diese Regelung nicht", macht die Expertin klar.
  • Mit dem eigenen Auto weiterfahren: "Kosten für Fahrten mit dem privaten Pkw werden nicht erstattet", so Kaschel.

(pcl/dpa)