Kunstfreiheit

Hongkong: Popstar Anthony Wong wegen Auftritt festgenommen

Tobias Eßer
Der Popstar Anthony Wong wurde am Montag in Hongkong verhaftet, weil er auf einer Wahlkampfveranstaltung eines Oppositionellen aufgetreten ist.

Der Popstar Anthony Wong wurde am Montag in Hongkong verhaftet, weil er auf einer Wahlkampfveranstaltung eines Oppositionellen aufgetreten ist.

Foto: Wikimedia Commons

In Hongkong werden Schlüsselfiguren der Opposition verhaftet. So auch der Popstar Anthony Wong. Ihm drohen viele Jahre im Gefängnis.

Hongkong. Anthony Wong ist in Hongkong mehr als nur ein Popstar. Denn der 59-jährige Cantopop-Sänger setzt sich seit Jahrzehnten für die LGBTQ-Rechte ein. Seit Beginn der Proteste gegen die chinesische Einflussnahme auf Hongkong solidarisiert sich Wong außerdem mit der Demokratiebewegung.

Am Montag wurde Wong von Beamten der Independant Commission Against Corruption (ICAC) wegen dieses Engagements verhaftet. Der Grund: Auf einer Wahlkampfverstaltung des Oppositionspolitikers Au Nok-hin soll der Popstar im Jahr 2018 zwei Songs gesungen haben.

Das verstoße den Behörden zufolge gegen ein Gesetz, dass es Politikerinnen und Politikern verbiete, auf ihren Veranstaltungen "Essen, Trinken und Unterhaltung im Austausch für Wahlstimmen" anzubieten.

Hongkong: Sieben Jahre Haft für Anthony Wong möglich

Neben Anthony Wong wurde auch Au Nok-hin verhaftet. Beide Männer kamen noch am Montag gegen Kaution wieder auf freien Fuß, müssen sich aber vor Gericht verantworten. Wong erwartet im Falle einer Verurteilung eine siebenjährige Haftstrafe sowie eine Geldstrafe in Höhe von 500.000 Hongkong-Dollar (etwa 55.000 Euro).

Ein Sprecher der ICAC sagte dem japanischen Portal "nikkei.com", es sei eine "ernsthafte Anschuldigung", für Unterhaltung auf einer Wahlkampfveranstaltung zu sorgen. Diese Regel sei von der Kommission klar kommuniziert worden "um für eine saubere Wahlkultur" zu sorgen.

Die Opposition in Hongkong wird von der pro-chinesischen Regierung massiv unterdrückt. Erst letzte Woche wurden ein Professor und zwei Studierende wegen der Teilnahme an einer oppositionellen Demonstration verhaftet. Andere Figuren der Demokratiebewegung befinden sich im Exil, um einer Verhaftung zu entgehen.

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