Pandemie

Variante von Interesse: So verbreitet ist Mu in Deutschland

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Corona-Studie: Genesene besser geschützt als Geimpfte

Corona-Studie: Genesene besser geschützt als Geimpfte

Genesene sind besser vor Corona geschützt als Geimpfte. Das ergibt eine neue Studie aus Israel. Die Ergebnisse werden kritisch diskutiert.

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Die WHO kennt eine neue "Variante von Interesse". Die Mu-Variante zeigt Eigenschaften, die bereits aus früheren Versionen bekannt sind.

Berlin. 
  • Die WHO hat die Mu-Variante zur "Variante von Interesse" erklärt
  • In Kolumbien ist sie bereits vorherrschend
  • Wie verbreitet ist sie in Deutschland?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine neue Coronavirus-Variante als "Variante von Interesse" eingestuft. Es handelt sich um die Variante Mu, die zuerst im Januar in Kolumbien identifiziert worden ist. Insgesamt gibt es damit fünf solcher Varianten, die mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden. Nachgewiesen wurde die Corona-Mutation das erste Mal im Januar 2021 in Kolumbien. Dort ist sie inzwischen zur vorherrschenden Mutante geworden.

Dass Viren mutieren, ist normal. Die meisten Mutationen sind ungefährlich und verändern die Eigenschaften von Erregern nicht. Vor dem Hintergrund weltweit steigender Infektionszahlen befürchten Experten im Falle des Coronavirus Sars-CoV-2 jedoch die Entstehung einer neuen Virus-Variante, die Auswirkungen auf die Effektivität der verfügbaren Corona-Impfstoffe haben könnte.

Mu-Variante: Diese Mutationen sind bekannt

Die Mu-Variante, auch als B.1.621 beschrieben, weist verschiedene Mutationen auf, "die das Risiko einer immunevasiven Eigenschaft erkennen lassen", schrieb die WHO in ihrem am Dienstag veröffentlichten Wochenbericht. Mehrere der Mutationen der Mu-Variante kommen auch in anderen Varianten vor, die die WHO entweder als "interessant" oder "besorgniserregend" einstuft.

Vorläufige Daten zeigten etwa, dass die Immunantwort bei Geimpften und Genesenen ähnlich reduziert sein könnte, wie dies bei der Beta-Variante der Fall ist. Allerdings müsse der Verdacht durch weitere Studien belegt werden, schreibt die WHO. Lesen Sie auch: So gut schützen Impfstoffe gegen die Delta-Variante

Eine andere Mutation erlaubt es der Mu-Variante offenbar, besser an das ACE2-Enzym anzudocken und so in menschliche Zellen zu gelangen. Auch die ehemals in Deutschland vorherrschende Alpha-Variante wies diese Mutation auf.

Mu-Variante: So verbreitet ist der Virustyp

Die Mu-Variante sei in einigen Ländern Südamerikas und Europas nachgewiesen worden, schreibt die WHO. Aus 39 Ländern lägen genetische Untersuchungen des Virus vor. Weltweit betrage der Anteil der Variante nach derzeitigen Schätzungen nur 0,1 Prozent. Auch aus Deutschland wurden laut einer vorläufigen Studie wenige Fälle gemeldet.

In Kolumbien liege er aber bei 38 Prozent und in Ecuador bei 13 Prozent, und der Anteil wachse. Die WHO verweist aber auf die unterschiedliche Kapazität von Ländern, Viren genetisch zu untersuchen. Es seien weitere Studien nötig um die Eigenschaften der Mu-Variante zu verstehen, so die WHO in ihrem Wochenbericht. (pcl/mit dpa/AFP)