Leverkusen

Nach Explosion: Was Sie über die Giftwolke wissen müssen

| Lesedauer: 2 Minuten
Schwere Explosion in Leverkusen: Mindestens fünf Tote

Schwere Explosion in Leverkusen: Mindestens zwei Tote

Nach der Explosion im Chempark Leverkusen gibt es bislang fünf Todesopfer und 31 Verletzte. Es gebe wenig Hoffnung, die zwei verbliebenden Vermissten lebend zu finden, so der Betreiber des Parks.

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Im Chempark Leverkusen ist ein Tanklager mit Lösungsmitteln explodiert. Nun warnen die Behörden im Stadtgebiet. Das müssen Sie wissen.

Berlin/Leverkusen. Es war eine gewaltige Explosion, die am Dienstag Leverkusen und angrenzende Städte erschütterte. Zwei Menschen starben bislang und Dutzende wurden verletzt, als ein Tanklager in einer Sondermüll-Entsorgungsanlage des Chempark-Betreibers Currenta in die Luft flog. Stundenlang brannte das Feuer, eine schwarze Rauchsäule stand über dem Unglücksort – und zog mit dem Wind in nordöstliche Richtung.

Erst am Nachmittag konnte das Feuer gelöscht werden, die Rauchentwicklung nahm ab. Nun fragen sich viel Menschen: War der Rauch am Himmel giftig, ist der Ruß giftig, der vom Himmel fiel?

Chempark Leverkusen: In Tanks war Lösungsmittel

In den betroffenen Tanks befanden sich nach ersten Einschätzungen der Betreiberfirma Currenta etwa 600.000 bis 900.000 Liter Lösungsmittel. Unklar ist aber, ob bei der Verbrennung giftige Stoffe entstanden sind. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) prüft derzeit den Ruß-Niederschlag und sammelt Proben. Eine Gefahreneinschätzung war bisher noch nicht möglich. Ende der Woche soll es Gewissheit geben.

Leverkusen: War die Rauchwolke giftig?

Ein erster Indikator kann derweil die Luftmessung der Feuerwehr und des LANUV sein. Erhöhte Schadstoffbelastungen in der Luft wurden nach Auskunft der Stadt Leverkusen nicht gemessen. "Sie blieben unauffällig", heißt es auf der Internetseite der Stadt.

Explosion im Chempark: Vorsicht vor Ruß-Niederschlag

Vorsorglich warnen Feuerwehr und Behörden dennoch die Bevölkerung: Rußpartikel sollten mit Vorsicht behandelt werden. Entsprechende Niederschläge wurden aus Bürrig bis zur Grenze von Küppersteg, Opladen, Quettingen und Lützenkirchen gemeldet.

Dabei handelt es sich um "cent- bis eurogroße Partikel, die eine ölige Konsistenz haben". Eine erhöhte Schadstoffkonzentration in diesen Partikeln kann zumindest nicht ausgeschlossen werden. Die Feuerwehr Leverkusen warnte die Bevölkerung des gesamten Stadtgebiets:

  • Keine Rußpartikel in Haus oder Wohnung tragen, verschmutzte Kleidung ablegen
  • Kein Obst und Gemüse aus dem Garten verzehren
  • Spielplätze, Spielgeräte, Gartenmöbel, Pools und ähnliches nicht benutzen, wenn darauf Ruß niedergegangen ist
  • Keine Reinigungsversuche verschmutzter Gegenstände unternehmen
  • Partikel auf Fensterbänken oder ähnlichem liegen lassen, bis eine Analyse der Inhaltstoffe erfolgt ist
  • Handschuhe bei nicht aufschiebbaren Gartenarbeiten tragen
  • Verschmutzte Pkw in einer Waschanlage können in einer Waschanlage gereinigt werden

Explosion in Chemiepark: Hotlines helfen

Eventuelle Rückstände oder Rußniederschläge können unter einer Bürger- und Bürgerinnenhotline gemeldet werden: 0214 406 33 33. Auch der Chempark hat eine Hotline eingerichtet, bei der sich Menschen informieren können, zu erreichen unter: 0214 260 59 93 33. Die Behörden informieren außerdem in der Warn-App NINA des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Laut Feuerwehr Leverkusen wird der Chempark zeitnah Straßen, Gehwege und Hauseingänge reinigen. Zusätzlich wird die Stadt Leverkusen informieren, wie mit Verschmutzungen umgegangen werden soll. (pcl)

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