Nachrichtensprecherin

WDR-Moderatorin macht Sender Vorwürfe - und wird entlassen

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Moderatorin Simone Standl.

Moderatorin Simone Standl.

Foto: IMAGO / Future Image

WDR-Moderatorin Simone Standl wird an der Spitze der "Lokalzeit" abgesetzt. Aber dass sie den Sender ganz verlässt, hat andere Gründe.

Berlin. 
  • 17 Jahre lang moderierte Simone Standl die WDR-Lokalzeit
  • Nun hat sich der Sender von der Moderatorin getrennt
  • Die fühlt sich ungerecht behandelt – und übt Kritik am WDR

Seit 1994 war Simone Standl ein festes Mitglied des Westdeutschen Rundfunks (WDR). 17 Jahre lang moderierte die heute 59-Jährige die "Lokalzeit". Kollegin Sümeyra Kaya moderiert ab sofort - und Standl ist dementsprechend arbeitslos.

Im Interview mit "Bild" gibt Standl preis: "Es gab Anfang des Jahres ein Schreiben vom Programmgruppenleiter, in dem er schrieb, dass man unbedingt diverser werden wolle." An sich offenbar kein Problem für die Nachrichtensprecherin.

Standl bedauere hingegen etwas anderes: "Mir geht es nur um die schäbige Art und Weise, wie man mich da rausgeschoben hat. Wie der WDR mich zur Tür hinausgeschoben hat, war einfach unglaublich verletzend. [...] Da war der WDR recht feige und hat sich in schwammigen Aussagen hin und her gewunden."

WDR-Moderatorin: Nach Positionswechsel folgt Entlassung

Zunächst sei Standl ein anderer Job im WDR-Radio angeboten worden. "Ich hätte im Hörfunk Nachrichten vorbereiten und präsentieren können. Außerdem hätte ich Beiträge und Ideen zu den Sendungen beisteuern dürfen. Ich hätte mich in diesen Zeiten auch gern ins Überflutungsgebiet gestellt und von dort berichtet. Ich habe meine Arbeitskraft in jede Richtung angeboten."

Statt einer neuen Etappe in ihrer Karriere folgte allerdings Standls endgültige Entlassung: "Wegen der negativen Reaktionen auf meinen Abgang hat der WDR mein Engagement nun komplett beendet. So viel zum Thema Meinungsfreiheit. Und ich weiß, ich bin kein Einzelfall. Ich habe von vielen namhaften Kollegen Nachrichten erhalten, mit denen genauso umgegangen wird und wurde."

Die Pressestelle des WDR erklärte in einem Statement gegenüber dem "Kölner Stadt Anzeiger". "Der WDR hat sein Angebot zur Weiterbeschäftigung zurückgezogen, da die öffentlichen Äußerungen der Moderatorin über den WDR das Vertrauensverhältnis schwer gestört haben."

Konkrete Pläne für ihre Zukunft hat Standl noch nicht - gegenüber "Bild" bestätigt die Journalistin allerdings: Sie würde gerne noch einmal vor die Kamera treten und wieder moderieren.

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