Einreisebeschränkungen

Malta: Urlaub nun doch ohne Impfung - das sind die Regeln

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Malta: Quarantäne statt Einreisestopp für Ungeimpfte

Malta: Quarantäne statt Einreisestopp für Ungeimpfte

In vielen Ländern steigen die Infektionszahlen aktuell wieder an. Auch die Mittelmeerinsel Malta ist betroffen und versucht nun mit strengeren Maßnahmen die Pandemie in den Griff zu bekommen.

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Malta wollte nur noch Urlauber mit voller Impfung einreisen lassen, entschied sich aber kurzfristig anders. Welche Regeln nun gelten.

Valletta/Berlin. 
  • Die maltesische Regierung sperrt doch keine Ungeimpften Urlauber aus
  • Die EU hatte die geplanten Grenzschließungen kritisiert
  • Welche Regeln nun für die Einreise gelten, lesen Sie hier

In Malta sollte eigentlich ab Mittwoch, 14. Juli der Urlaub nur noch für vollständig Geimpfte möglich sein – eigentlich. Denn am Abend vor der geplanten Grenzschließung für Ungeimpfte vollzog die maltesische Regierung die Rolle rückwärts. Die Sonderregelung soll nun doch nicht umgesetzt werden.

Wer ohne gültiges Impfzertifikat einreist, muss jedoch in Quarantäne, teilte die Regierung mit. Die genaue Dauer der Isolation, für Reisende, die nur einen Genesenen-Nachweis oder PCR-Test vorlegen können, blieb unklar. Für Neuankömmlinge aus sogenannten "roten" Ländern galt bisher eine Pflicht zur Selbstisolation für 14 Tage.

Malta: Nur von der EMA zugelassener Impfstoff akzeptiert

Malta akzeptiert nach eigenen Angaben nur maltesische, britische oder Impfzertifikate EU. Das verimpfte Vakzin muss von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen sein, dann werden laut Auswärtigem Amt (AA) auch Kreuzimpfungen akzeptiert.

Impfungen mit dem chinesischen Impfstoff Sinovac oder dem russischen Impfstoff Sputnik werden in Malta also beispielsweise nicht akzeptiert. Der Impfschutz muss seit mindestens 14 Tagen bestehen. Malta akzeptiert den digitalen Impfnachweis der EU in gedruckter Form oder als Nachweis über das Mobiltelefon.

Bei erhöhter Körpertemperatur muss Corona-Test gemacht werden

Vor ihrer Einreise können sich Malta-Urlauber nach Angaben des AA digital mit dem „EU Digital Passenger Locator Form (dPLF) anmelden. Dieses digitale Dokument kombiniert zwei vorher manuell auszufüllende Formulare, die als Papieralternative weiterhin beim Boarding und am Flughafen in Malta akzeptiert werden. Bei der Entgegennahme der manuell ausgefüllten Dokumente kann es jedoch zu längeren Wartezeiten kommen.

Bei der Ankunft am Flughafen müssen dem AA zufolge alle Reisenden einen Mund-Nasen-Schutz oder ein Gesichtsvisier tragen. Außerdem wird die Körpertemperatur jedes Einreisenden gemessen. Beträgt sie 37,2°C oder mehr, wird ein verpflichtender Corona-Test durchgeführt. Dessen Ergebnis müssen Urlauber in einer dafür eingerichteten Klinik abwarten. Ein positives Testergebnis hat eine 14-tägige Quarantäne zur Folge.

Gesundheitsminister: Delta-Variante nicht für steigende Neuinfektionen verantwortlich

Die maltesische Regierung hatte die Impfkampagne im Land rasch vorangetrieben: 79 Prozent der Erwachsenen sind bereits vollständig geimpft. Am 28. Juni hatte der Inselstaat keine Neuinfektionen und lediglich 28 aktive Fälle verzeichnet. Zuletzt stiegen die Fallzahlen jedoch wieder an. Am Montag vermeldeten die Behörden 179 Neuinfektionen und 634 aktive Fälle. Insgesamt haben sich in Malta seit Beginn der Pandemie 31.240 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 420 starben.

Rund 90 Prozent der Infektionsfälle betreffen laut Gesundheitsminister Chris Fearne ungeimpfte Menschen. Viele Infektionen seien auf Englisch-Sprachschulen zurückzuführen. Bislang traten an neun Schulen Infektionsfälle auf. Ab 14. Juli müssen deshalb nun alle Englisch-Sprachschulen schließen. Die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus machen die Gesundheitsbehörden dagegen nicht für den Anstieg der Neuinfektionen verantwortlich.

EU kritisiert Maßnahmen als diskriminierend

Für die ursprünglich geplante Grenzschließung für Ungeimpfte hatte die maltesische Regierung Kritik seitens EU geerntet. "Wir haben Bedenken, dass diese Maßnahmen Personen diskriminieren könnten, die nicht vollständig geimpft sind", sagte Christian Wigand, Sprecher der EU-Kommission, am Montag. Ein Impfnachweis könne keine Voraussetzung für die Ausübung der Freizügigkeit sein. Dies sei einer der Hauptgrundsätze der EU-Verordnung für digitale Covid-19-Bescheinigungen.

(kat/AFP/dpa)

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