Botanik

Urlaubszeit: Wie Ihre Pflanzen die Sommerferien überstehen

| Lesedauer: 4 Minuten
Rabea Erradi
Hitze in der Stadt: So schützen Sie ihre Balkonpflanzen

Hitze in der Stadt: So schützen Sie ihre Balkonpflanzen

Wer keinen Garten hat, entdeckt seinen grünen Daumen womöglich auf dem Balkon. Doch gerade im Hochsommer kann es in den Städten extrem heiß werden. Hier sind die Tips, damit ihre Topfpflanzen die Hitze überstehen.

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Die Sommerferien haben vielerorts bereits begonnen. Lesen Sie hier, wie Ihre Blumen und Pflanzen während Ihres Urlaubs grün bleiben.

Berlin. In Zeiten von Corona haben viele Menschen das Gärtnern für sich entdeckt - ob im Freien oder auf der heimischen Fensterbank. Schließlich konnte man sich unter dem Leitsatz "Wir bleiben Zuhause" in aller Ruhe um das Wohlergehen seiner Pflanzen kümmern. Doch was wird aus den grünen Mitbewohnern in der Urlaubssaison im Sommer?

Die klassische Lösung besteht darin, Personen aus der Nachbarschaft oder dem Bekanntenkreis zum Gießen während der Abwesenheit einzuspannen. Dieser Gefallen ist unter Umständen aber mit recht viel Aufwand verbunden. Wir erklären, welche Alternativen Sie haben.

Pflanzen: Kein übermäßiges Gießen vor der Abreise

Einfach vorsorglich große Mengen Wasser kurz vor der Abreise in den Blumentopf kippen? Eine schlechte Idee, denn durch zu viel Gießen entsteht Staunässe. Dadurch können die Wurzeln zu faulen beginnen. Im schlimmsten Fall überlebt die Pflanze die gut gemeinte Wasserportion nicht. Deshalb sollten Sie vor der Abfahrt Ihre Blumen ganz normal gießen.

Bewässerungskugeln für die Urlaubszeit

Für den Urlaub eignen sich Bewässerungskugeln für Ihre Pflanzen. Dabei handelt es sich um Kugeln mit einem langen, geöffneten Stiel, die meist aus Glas oder Plastik erhältlich sind. Sie werden mit Wasser gefüllt und anschließend mit dem Stiel nach unten in den Topf gesteckt.

Beim Hineinstecken sollte darauf geachtet werden, dass der Stiel der Kugel nah an den Wurzeln platziert wird, ohne sie durch eine ruckartige Bewegung zu beschädigen. Durch die Blumenerde wird die Öffnung verstopft, sodass das Wasser nicht sofort komplett ausläuft. Ist die Erde trocken, wird sie durchlässiger - die Pflanze holt sich also quasi selbst aus der Kugel das Wasser, das sie benötigt.

Bewässerungskugeln sind in unterschiedlichen Größen erhältlich. Bevor Sie verreisen, sollten Sie einen Testdurchlauf mit den Bewässerungssystemen einlegen, um einschätzen zu können, welche Größe für welche Pflanze geeignet ist. Hersteller versprechen, dass die Kugeln Pflanzen bis zu zwei Wochen mit Wasser versorgen können.

Flaschen zur Bewässerung von Pflanzen benutzen

Nach dem gleichen Prinzip lassen sich auch Plastik- oder Glasflaschen als Bewässerungshilfen einsetzen. Dazu kursieren im Internet verschiedene Anleitungen. So kann etwa eine leere Weinflasche mit Schraubverschluss eingesetzt werden. Mithilfe eines Nagels muss vorher ein Loch in den Schraubdeckel gehämmert werden. Anschließend stecken Sie die mit Wasser gefüllte Flasche mit dem Hals in die Blumenerde.

Außerdem gibt es kegelförmige Aufsätze für Flaschen zu kaufen, mit denen sie noch leichter mit der Öffnung voran in die Erde gesteckt werden können. Besonders einfach lässt sich das Wasser einfüllen, wenn der Boden einer Plastikflasche vorher abgeschnitten und nachträglich wieder aufgesetzt wird. Besonders praktisch an dem Flaschentrick: Das Fassungsvermögen ist größer als bei den meisten Bewässerungskugeln.

Für das Beet: Olla zur Bewässerung

Schwieriger wird es mit dem Gießen während der Urlaubszeit dann schon mit einem Garten. Wer keinen Sprinkler mit Zeitschaltuhr hat, kann über den Einsatz einer sogenannten Olla nachdenken. Dabei handelt es sich um ein bauchiges Tongefäß mit durchlässiger Oberfläche.

Die Olla wird in das Beet eingegraben, so dass nur noch die Öffnung aus der Erde herausschaut. Anschließend wird Wasser in das Tongefäß gefüllt, das nach und nach an die Erde abgegeben wird. Die Behälter sind in verschiedenen Größen erhältlich.

Automatische Bewässerung mit Zeitschaltuhr

Wer beim Blumengießen während des Urlaubs lieber auf eine technische Lösung setzen will, muss dafür nicht mehr tief in die Tasche greifen. Automatische Bewässerungssysteme mit bis zu zehn Tropfstellen sind bereits für rund 30 Euro erhältlich.

Die Geräte funktionieren meist mithilfe einer batteriebetriebenen Zeitschaltuhr. Die Pumpe wird auf ein mit Wasser gefülltes Gefäß gesetzt, beispielsweise auf einen Eimer. Sie gießt dann in individuell einstellbaren Zeitintervallen über einen Schlauch und unterschiedliche Aufsätze Ihre Pflanzen.

Welche Pflanzen kommen mehrere Wochen ohne Wasser aus?

Für Menschen ohne grünen Daumen sind Kakteen oder Sukkulenten zu empfehlen: Diese Pflanzen kommen auch mal mehrere Wochen ohne Wasser aus. Deshalb vertragen sie es durchaus, während Ihrer Abwesenheit zur Urlaubssaison gar nicht gegossen zu werden.

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