Hitzewelle

Arbeiten im Sommer: Wann gibt es Hitzefrei im Büro?

| Lesedauer: 6 Minuten
Das sind die größten Gefahren bei Hitze

Das sind die größten Gefahren bei Hitze

Bei sommerlich heißen Temperaturen kann es für die Gesundheit schnell gefährlich werden. Welche gesundheitlichen Risiken Sie bei Hitze kennen sollten und wie Sie sich schützen können, sehen Sie im Video.

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Die Temperaturen liegen in weiten Teilen Deutschlands aktuell über 30 Grad. Welche Rechte haben Angestellte bei Hitze? Ein Überblick.

Berlin. 
  • Wenn es im Sommer heiß ist, kann die Arbeit im Büro zur Belastung werden
  • Denn die Räume heizen sich oft auf – konzentriertes Arbeiten ist dann kaum möglich
  • Aber gibt es auch im Büro Hitzefrei? Das sollten Arbeitnehmer wissen

Der Sommer ist in Deutschland angekommen. Die Thermometer zeigen vielerorts Temperaturen über 30 Grad an, auch in den kommenden Wochen soll es weiter warm bis heiß bleiben. Die Hitzewelle lässt sich am Badesee oder an einem schattigen Platz im Park vielleicht gut aushalten – im Büro kann sie aber schon einmal unangenehm drückend sein.

Ab bestimmten Temperaturen muss der Arbeitgeber hier tatsächlich Abhilfe schaffen. Nicht ganz so eindeutig geregelt sind allerdings die Vorgaben für das Homeoffice. Aufgrund der Corona-Pandemie arbeiten aber viele Menschen immer noch von zu Hause aus. Was es im Büro und Homeoffice bei Hitze zu beachten gibt, erklärt dieser Überblick.

Hitze während der Arbeit: Wie heiß darf es im Büro sein?

Inwieweit auch bei der Arbeit geschwitzt werden darf und muss, regelt die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättVO). Grundsätzlich ist darin festgelegt, dass die Temperatur in Arbeitsräumen 26 Grad nicht überschreiten soll. Eine Raumtemperatur von mehr als 26 Grad ist nur zulässig, wenn am Arbeitsplatz Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

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Steigt die Temperatur auf über 30 Grad, muss der Arbeitgeber die klimatischen Belastungen weiter verringern. Dazu zählen Maßnahmen wie die effektive Steuerung des Sonnenschutzes. Wird es am Arbeitsplatz über 35 Grad heiß kann nicht gearbeitet werden.

Eine Ausnahme kann gemacht werden, wenn der Arbeitgeber weitere Hilfsmittel anbietet, beispielsweise Hitzepausen und Luftduschen. Wird dafür nicht gesorgt, bedeutet das aber nicht, dass man einfach nach Hause gehen darf, sondern lediglich der Arbeitsraum gewechselt werden muss.

Was muss der Arbeitgeber für den Hitzeschutz tun?

Laut Verordnung müssen Fenster und Glasflächen vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden, zum Beispiel mit Jalousien. Auch Klimaanlagen können zum Einsatz kommen. Diese sollte aber nicht zu kühl eingestellt werden – drinnen sollte es stets maximal sechs Grad kälter sein als draußen, raten Experten.

Unterstützung muss es übrigens nicht nur für diejenigen geben, die in stickigen Büroräumen sitzen: Wer an der frischen Luft arbeitet, muss vor direkter Sonne geschützt werden. Dafür können etwa Sonnensegel gespannt werden, auch Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor sowie ausreichend Getränke sollten gestellt werden.

Wird es trotzdem zu heiß im Büro oder an der draußen gelegenen Arbeitsstätte, sollte man den Arbeitgeber darauf hinweisen und im Zweifelsfall den Betriebsrat einschalten.

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Über 30 Grad – muss man trotzdem eine Corona-Schutzmaske tragen?

Trotz deutlicher sinkender Fallzahlen ist die Pandemie in Deutschland noch nicht vorbei. Insbesondere, da sich gefährliche Mutationen wie beispielsweise die Delta-Variante hierzulande immer mehr ausbreiten. Die immer noch gültige Corona-Arbeitsschutzverordnung schreibt vor, dass Masken vor allem in drei Fällen zu tragen sind:

  • wenn sich in einem Raum mehr als eine Person pro 10 Quadratmeter aufhält,
  • wenn der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann,
  • oder bei der Arbeit vermehrt Aerosole ausgestoßen werden

Auch bei kleineren Wegen am Arbeitsplatz und im Gebäude ist das Tragen der Schutzmasken vorgeschrieben. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die gegen die Maskenpflicht verstoßen, droht eine Abmahnung. Im Einzelbüro muss allerdings keine Maske getragen werden.

Die Verordnung für den Arbeitsschutz während der Corona-Pandemie gilt auf jeden Fall noch bis Ende Juni. Ob sie verlängert wird, steht noch nicht fest – derzeit deutet aber vieles darauf hin, dass die Maskenpflicht in Innenräumen noch länger bleiben wird.

Abkühlung bei der Arbeit: Lüften ja, aber Vorsicht bei Ventilatoren

Bei Temperaturen über 30 Grad kann ein Ventilator für die ersehnte Abkühlung bei der Arbeit sorgen. Allerdings sollte man vor dem Aufstellen den Arbeitgeber um Erlaubnis fragen: Der Strom, der aus den Steckdosen am Arbeitsplatz kommt, gehört schließlich zu den Arbeitsmitteln. Ob dieser für die teilweise energieintensiven Geräte genutzt werden darf, hat der Chef zu entscheiden.

Tatsächlich sind Ventilatoren während Corona-Pandemie aber eh nicht empfehlenswert: Sie können, da sie Luft ohne Filterung neu verteilen, zu einer absoluten Virenschleuder werden. Gesünder – und energiesparender – ist ein Schutz der Arbeitsräume vor Sonneneinstrahlung am Tag und intensives Lüften am Abend und Morgen.

Hitzefrei in der Schule – was bedeutet das für Arbeitnehmer?

Im Sommer kann es vorkommen, dass die Schule ausfällt. Ab welcher Temperatur dies eintritt, ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt, sondern von Schule zu Schule unterschiedlich. Wer kümmert sich in der Zeit um das Kind?

Meist können die Schüler tatsächlich in der Schule weiter betreut werden. Ist dies nicht möglich, müssen sich Eltern auch schon mal freinehmen, um auf ihr Kind aufzupassen. Gerade bei Kindern im Alter von unter 12 Jahren kann der Arbeitgeber nicht verlangen, dies unbeaufsichtigt zu lassen. Eine Kompromiss könnte die Verlegung der Arbeit ins Homeoffice sein.

Dresscode an heißen Tagen: Darf man mit kurzer Hose ins Büro?

Kurze Hosen und sommerliche Kleider sind bei Meetings nicht gerne gesehen. Allerdings hat der Arbeitgeber hier nicht wirklich Möglichkeiten einzugreifen. Wer allerdings Kundenkontakt hat, sollte sich an den üblichen Dresscode im Unternehmen halten. Ernsthafte Konsequenzen haben Verstöße allerdings nicht.

Im Homeoffice können Angestellte es natürlich lockerer angehen lassen. Bei Videokonferenzen sollte man trotzdem angemessen gekleidet auftreten – hier sind schon so manche Peinlichkeiten passiert. Übrigens: gerade im Homeoffice ist die Arbeitssicherheit aus versicherungstechnischen Gründen besonders wichtig. Wer die Füße also ins Planschbecken hält, sollte den Laptop vorher sicher abstellen – und auch daheim für angemessene Belüftung und Flüssigkeitszufuhr sorgen.

(bml)

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