Schusswaffen

USA: Schütze tötet und verletzt mehrere Menschen in San Jose

| Lesedauer: 3 Minuten
Dirk Hautkapp
Videografik: Schusswaffen in den USA

Videografik: Schusswaffen in den USA

Der Besitz von Schusswaffen ist in der Gesellschaft der USA tief verwurzelt. Jedes Jahr sterben zehntausende Menschen durch Waffengewalt.

Beschreibung anzeigen

In San Jose im US-Staat Kalifornien hat ein mutmaßlicher Täter mehrere Menschen und sich selbst erschossen. Sein Motiv ist unklar.

San Jose. 
  • In San Jose in den USA hat ein Mann acht seiner Kollegen und sich selbst erschossen
  • Die Polizei fand nach der Bluttat mehrere Sprengsätze am Tatort
  • Die Motive des Täters sind noch völlig unklar. Was bisher bekannt ist

Sam Cassidy kann man nicht mehr zu seinen Motiven befragen. Der Angestellte des öffentlichen Nahverkehrsanbieters "Valley Transportation Authority" (VTA) in Kalifornien ist tot. Erschossen. Ebenso acht seiner Kollegen, die der 57-jährige Cassidy aus noch unbekannten Gründen am Mittwochmorgen (Ortszeit) auf dem Betriebsgelände in San Jose südlich von San Francisco während eines Gewerkschaftstreffen nach Angaben der Polizei getötet hat.

Der Sprecher des Sheriffs, Russell Davis, erklärte, die Behörden stünden noch ganz am Anfang bei der Zusammensetzung der Puzzlestücke, die zur jüngsten Explosion von Waffengewalt in den USA geführt haben. "Ich kann bestätigen, dass es im Moment acht Opfer gibt, die für tot erklärt wurden", sagte Davis. "Und es gibt einen Verdächtigen, der für tot erklärt wurde."

Die Polizistin Laurie Smith sagte, der Angreifer habe sich das Leben genommen, als die Sicherheitskräfte eingetroffen seien: "Ich bin mir sicher, dass der Verdächtige sich das Leben nahm, als er wusste, dass die Polizei da ist." Davis sagte, es habe keinen Schusswechsel zwischen dem Mann und der Polizei gegeben.

Polizei findet nach Bluttat mehrere Bomben am Tatort

Tatsache ist, dass die Sicherheitsbehörden am Tatort mehrere Sprengsätze entdeckten und unschädlich machen mussten. Auch ein Brand im Privat-Wohnhaus des Todesschützen am Mittwochmorgen ist noch nicht hinreichend durchleuchtet. Aufnahmen mehrerer TV-Teams zeigten, dass das neben einer Polizeiwache und einer Schnellstraße gelegene Areal, wo sich der Fall ereignete, weiträumig abgesperrt wurde.

Medienvertreter durften sich dort nicht bewegen. Sam Liccardo, der Bürgermeister von San Jose, sprach bei einer Pressekonferenz von einem "sehr dunklen Moment für unsere Stadt und unsere Gemeinde". Glenn Hendricks, der Chef der VTA, bezeichnete die Vorfälle als "schreckliche Tragödie".

San Jose: Präsident Biden spricht sein Beileid aus

Präsident Joe Biden, der seit Amtsantritt mehrfach mit Massen-Tötungen konfrontiert wurde, ließ sich bis zum Abend über den Stand der Ermittlungen unterrichten. Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und ordnete an, die Flaggen auf Halbmast zu setzen. "Es gibt jetzt mindestens acht Familien, die nie wieder ganz werden", sagte Biden. Er rief den Kongress erneut dazu auf, Schritte zu einer Eindämmung der "Seuche der Waffengewalt" in den USA zu unternehmen.

In den USA kommt es aufgrund der laxen Waffengesetzte immer wieder zu tödlichen Schießereien. Die Gesundheitsbehörde CDC verzeichnete allein 2019 insgesamt 39.707 Schusswaffen-Tote – also fast 110 pro Tag. Bei rund 60 Prozent der Fälle handelte es sich um Selbsttötungen.

(mit fmg/dpa/afp)

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos