Migranten-Krise

Rettungsaktion vor Ceuta: Baby überlebt Flucht übers Meer

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Heftige Ausschreitungen an Grenze zu Ceuta

Heftige Ausschreitungen an Grenze zu Ceuta

Zahlreiche Marokkaner versuchen weiterhin, über die spanische Exklave Ceuta nach Europa zu gelangen. An der Grenze kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen zumeist jungen Männern und marokkanischen Sicherheitskräften.

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Vor wenigen Tagen erreichten 8000 Migranten die spanische Exklave Ceuta. Bei der Flucht übers Mittelmeer war ein Baby in Not geraten.

Ceuta. Vor wenigen Tagen waren 8000 Migranten von Marokko bis in die spanische Exklave Ceuta vorgedrungen. Die Aktion führte die Menschen auch übers Mittelmeer. Ein neues Bild der Fluchtbewegung erregt nun viel Aufsehen: Am Dienstag war ein Baby mitten im Ozean in Not geraten. Dank einer Rettungsaktion hat es überlebt.

Auf dem Foto ist ein Mann im Meer zu sehen, der sich mit Handschuhen ausgerüstet an einem Rettungsring unterhakt. Es handelt sich um Juan Francisco Valle von der spanischen Polizeieinheit Guardia Civil. Das Augenmerk liegt allerdings auf dem Säugling, den der 41-Jährige in seinen Händen trägt.

Auf dem Bild ist das Baby zwar vollständig mit Strampler und Mütze bekleidet - allerdings ist der optische Zustand erschreckend. Das Baby wirkt sehr blass, auf der Aufnahme ist kein Lebenszeichen zu erkennen.

Baby im Meer gerettet: Juan Francisco Valle bangte um das Leben des Säuglings

Den kritischen Zustand des Säuglings bestätigte Valle in einem Radiointerview: So habe seine Einheit das Kind auf dem Rücken der Mutter entdeckt, die bereits auf dem Wasser getrieben sei. "Wir haben uns das Baby geschnappt, es war eiskalt, völlig blass, es hat sich überhaupt nicht bewegt. Ganz ehrlich, ich wusste nicht, ob es noch am Leben oder schon tot war", sagte der Retter dem Radiosender Cope am Mittwoch.

Juan Francisco Valle wird derzeit in ganz Spanien als Held gefeiert. Allerdings sei der Einsatz vor Ceuta "schon ein bisschen traumatisch" gewesen: Oft habe seine Einheit nicht erkennen können, was die schwimmenden Migranten auf dem Rücken trugen - "ob Rucksäcke oder Kleidung oder vielleicht kleine Babys".

Heftige Ausschreitungen an Grenze zu Ceuta
Heftige Ausschreitungen an Grenze zu Ceuta

Ob es sich bei dem geretteten Kind um einen Jungen oder ein Mädchen handelt, wisse Valle nicht, wie er der Zeitung "El País" mitteilte. Dem Bericht zufolge ist das Kind nun allerdings in Sicherheit.

Valle arbeite seit zwölf Jahren für die Guardia Civil. Mit einer derartigen "Flut von Hunderten verzweifelten Menschen" sei er zuvor noch nie konfrontiert worden. (day)