Preisverleihung

Grimme-Preis für Mai Thi Nguyen-Kim und "Männerwelten"

| Lesedauer: 4 Minuten
Stefan Meinhardt
Die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim nach der Aufzeichnung der WDR-Talkshow "Kölner Treff" im April 2018.

Die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim nach der Aufzeichnung der WDR-Talkshow "Kölner Treff" im April 2018.

Foto: dpa

Unter den Gewinnern des 57. Grimme-Preises finden sich namhafte Journalistinnen. Auch eine Doku über den Loveparade-Prozess ist dabei.

Marl. Die Preisträgerinnen und Preisträger des 57. Grimme-Preises stehen fest: Unter anderem werden die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Ngyuen-Kim, die Netflix-Serie „Orthodox“, die Sendung „15 Minuten Joko & Klaas – Männerwelten“ und die Doku „Loveparade – Die Verhandlung“ ausgezeichnet, wie das Grimme-Institut am Dienstag mitteilte.

In der Kategorie Unterhaltung zeichnet die Jury die Netflix-Serie „Unorthodox“ über die orthodoxe Jüdin Esty, die in Berlin ein neues Leben anfangen will. Die Jury lobt, dass sich die Serie nicht in Klischees verfängt, sondern ihr eine „detailreiche und niemals abwertende Darstellung des jüdischen Brauchtums in all seiner Würde und Schönheit“ gelingt.

Männerwelten“ mit Grimme-Preis gewürdigt

Die Sendung „Männerwelten“ wird in der Kategorie Unterhaltung mit einem Preis gewürdigt. Die Moderatorin Sophie Passmann hatte gemeinsam mit Palina Rojinski, Jeannine Michaelsen, Visa Vie, Stefanie Giesinger, Collien Ulmen-Fernandes und Katrin Bauerfeind auf Belästigungen von Frauen hingewiesen – zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr auf Prosieben. Möglich war das, weil die Entertainer Joko und Klaas die 15 Minuten, die sie gegen ihren Sender „erspielt“ hatten, zur Verfügung stellten.

Die Bild und Ton Fabrik, die im vergangenen Jahr bereits für die Netflix-Produktion „How to sell Drugs online (fast)“ ausgezeichnet wurde, erhält in diesem Jahr einen Grimme-Preis für „Drinnen – Im Internet sind alle gleich“.

Drei deutsche Journalistinnen werden geehrt

Ein Spezialpreis geht an die Journalistin Isabel Schayani, die für ihre Berichterstattung aus dem griechischen Geflüchtetenlager Moria ausgezeichnet wird. Den Preis für eine „Besondere Journalistische Leistung“ erhält Mai Thi Ngyuen-Kim, die mit wissenschaftsjournalistischen Beiträgen zur Pandemie auf ihrem Youtube-Kanal „MaiLab“ Millionen von Klicks gesammelt hat.

Der Deutsche Volkshochschuleverband (DVV) ehrt mit einem Sonderpreis die TV-Journalistin und Moderatorin Caren Miosga. „Als Anchor-Woman der Tagesthemen verschafft sie uns insbesondere mitihren Interviews den bestmöglichen Überblick und das nötige Verständnis für das rasante und komplexe Geschehen in Deutschland und in der Welt“, begründet DVV-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer die Entscheidung.

Doku über den Loveparade-Prozess gewinnt Auszeichnung

Die Dokumentation „Loveparade – Die Verhandlung“ (Arte) über den Gerichtsprozess zur Loveparade-Katastrophe erhält ebenfalls einen Grimme-Preis. Der Film zeige, so die Jury, „in bestechend aufklärender, trotzdem empathischer Weise, warum die zuständige Kammer dem Recht hier eben keinen Bärendienst erwiesen, sondern in präziser und höchst detaillierter Arbeit auch die Grenzen des Prozessrechts vermessen hat – im Dienst der Öffentlichkeit.“

Die Arte-Film ist eine von drei Dokumentation, die vom Institut geehrt wurden. Grimme-Direktorin Frauke Gerlach: „Dieses bemerkenswerte Preisjahr zeigt einmal mehr, dass das deutschsprachige Fernsehen von hervorragenden Dokumentarfilmer*innen getragen wird, die ganz unterschiedliche Zugänge finden, um gesellschaftliche Zusammenhänge zu erfassen und präzise recherchiert zu informieren.“

57. Grimme-Preis – Alle Auszeichnungen im Überblick:

Fiktion:

  • Drinnen - Im Internet sind alle gleich (btf/eitelsonnenschein für ZDF-Das kleineFernsehspiel/Quantum und ZDFneo)
  • Für immer Sommer 90 (FLORIDA FILM für ARD Degeto)
  • Parlament (Cinétévé/Artémis Productions/Cinecentrum für ONE/WDR)
  • Unorthodox (Studio Airlift/Real Film Berlin für Netflix)
  • Wir wären andere Menschen (Akzente Film & Fernsehproduktion für ZDF)

Info & Kultur:

  • Der Ast, auf dem ich sitze (Bildersturm Filmproduktion für ZDF/3sat)
  • Loveparade – Die Verhandlung (DOCDAYS Productions/Arpa Films fürWDR/ARTE)
  • Vernichtet – Eine Familiengeschichte aus dem Holocaust (Schmidt & PaetzelFernsehfilme für rbb/HR/NDR)

Spezial:

  • Isabel Schayani für ihre Berichterstattung aus Moria (WDR)

Besondere Journalistische Leistung:

  • Mai Thi Ngyuen-Kim für „maiLab“(funk/SWR) und „Quarks – Corona in 5 Minuten“(WDR)

Unterhaltung:

  • 15 Minuten Joko & Klaas – Männerwelten (Florida Entertainment für Pro7)
  • Die Carolin Kebekus Show (btf/UnterhaltungsFlotte TV für WDR)
  • Noch nicht Schicht (Agentur ZweiR für ZDF/3sat)

Kinder & Jugend:

  • Die Sendung mit dem Elefanten - Wir kriegen ein Baby / Folge 559 (WDR/CMTZ/Flachbild Filmproduktion für WDR)
  • Masel Tov Cocktail (Filmakademie Baden-Württemberg für SWR/ARTE)
  • Mina-Giselle Rüffer für ihre Rolle als „Nora“ in DRUCK Staffel 5 (Bantry BayProductions für funk/ZDF)

Publikumspreis der Marler Gruppe:

  • Afghanistan. Das verwundete Land (LOOKSfilm für NDR/ARTE)

Ehrung des Deutschen Volkhochschul-Verbandes:

  • Caren Miosga

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