Social-Media-Streit

Echt oder nicht? Facebook sperrt kritische Signal-Werbung

| Lesedauer: 2 Minuten
Tobias Eßer
Trump bleibt bei Facebook gesperrt

Trump bleibt bei Facebook gesperrt

Der frühere US-Präsident Donald Trump darf Facebook vorerst weiter nicht nutzen: Ein Gremium der Online-Plattform aus unabhängigen Experten entschied aber, dass Facebook den Fall innerhalb von sechs Monaten erneut prüfen muss.

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Mit einer Anzeige wollte der Signal-Messenger zeigen, wie personalisierte Facebook-Werbung funktioniert. Nun gibt es deswegen Streit.

Mountain View, Kalifornien. Die Messenger-App Signal beansprucht für sich, einer der sichersten Instant-Messenger am Markt zu sein. Doch das Unternehmen will nicht nur die eigene Technik möglichst populär machen, sondern auch den mangelhaften Datenschutz bei der Konkurrenz aufdecken.

Mit einer neuen PR-Aktion hat sich das Signal-Team nun eine Werbesperre auf Facebook eingehandelt. Das schreibt das Tech-Unternehmen zumindest im firmeneigenen Blog.

Mit der neuen Kampagne wollte Signal zeigen, wie personalisierte Werbung auf Facebook funktioniert - und zwar durch Anzeigen auf Facebook. "Facebooks eigene Werkzeuge haben das Potential, das zu enthüllen, was sonst verborgen bleibt", schreibt das Signal-Team dazu. "Wir wollten die gleichen Werkzeuge nutzen, um zu zeigen, wie die meisten Technologien funktionieren."

Signal: Facebook-Werbung für Datenschutz

Facebook gerät immer wieder wegen des mangelnden Datenschutzes in die Kritik, zuletzt bei der Diskussion um die Einführung einer kindgerechten Instagram-Version.

Dazu wollte das Signal-Team eine Werbeanzeige auf Instagram schalten, die "Ihnen die persönlichen Daten zeigt, die Facebook über Sie sammelt und den Zugriff darauf verkauft." Laut Signal hätte die Anzeige einige der von Facebook gesammelten Nutzerdaten angezeigt. Facebook sei von dieser Aktion "nicht angetan" gewesen, schreibt das Signal-Team.

Die Anzeigen seien von Facebook nicht angenommen, Signal laut Selbstaussage sogar als Facebook-Werbepartner deaktiviert worden. Deshalb lud Signal Beispiele für die Werbung auf dem Unternehmensblog hoch. Diese zeigen, was Nutzerinnen und Nutzer in den Anzeigen hätten sehen können. Lesen Sie mehr: Donald Trump bleibt bei Facebook gesperrt

Facebook widerspricht Signal-Darstellung

Auf einer der Beispielanzeigen heißt es etwa: “Du hast diese Anzeige bekommen, weil du ein K-Pop-liebender Chemieingenieur bist. Du bist in Berlin. Du hast gerade ein Kind bekommen und bist vor kurzem umgezogen. Außerdem interessierst du dich in letzter Zeit sehr für Schwangerschaftsübungen."

Auf Twitter widerspach der Facebook-Sprecher Joe Osborne den Darstellungen des Signal-Teams. Zwar sei der Werbe-Account von Signal Anfang März gesperrt worden, dies hänge allerdings mit einem nicht näher definierten "Zahlungsproblem" zusammen.

Außerdem habe Signal nie versucht, die Werbeanzeigen wirklich über Facebook zu schalten. Darüber hinaus sei der Werbe-Account von Signal weiterhin aktiv. Andere Werbung könne jederzeit eingereicht werden. Signal behauptet dagegen weiterhin, dass die Firma versucht habe, die beschriebene Werbung zu schalten, aber zurückgewiesen worden zu sein.

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