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Trauerfeier für Prinz Philip: Das plant die Queen

| Lesedauer: 6 Minuten
Diana Zinkler
Trauerfeier für Prinz Philip mit Enkel Harry - aber ohne Premierminister

Trauerfeier für Prinz Philip mit Enkel Harry - aber ohne Premierminister

Zwei Tage nach dem Tod von Prinz Philip sind Details zu seiner Beisetzung bekannt geowrden. Sie soll am kommenden Samstag stattfinden. Laut dem Buckingham-Palast wird Prinz Harry, nicht aber seine hochschwangere Ehefrau Meghan daran teilnehmen. Auch Premier Boris Johnson wird der Zeremonie fernbleiben.

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Queen Elizabeth II hätte in diesen Tagen eigentlich ihren Geburtstag gefeiert. Stattdessen organisiert sie die Beerdigung ihres Mannes.

Berlin. 
  • Am Samstag wird Prinz Philip, der Ehemann von Queen Elizabeth, beerdigt
  • Er starb am 9. April im Alter von 99 Jahren
  • Eigentlich würde sich die Queen auf ihren Geburtstag vorbereiten - nun muss sie eine Trauerfeier planen

Natürlich wäre der 95. Geburtstag von Queen Elizabeth II. am 21. April nicht wie sonst gefeiert worden. Einmal wegen der Corona-Pandemie, aber auch wegen der Familienprobleme der Windsors. Es hätte eine kleine Feier ihr zu Ehren gegeben. Nun ist alles viel schlimmer gekommen.

2021 ist ihr „annus horribilis“, ihr schlimmstes Jahr und der kommende Samstag wohl ihr schwerster Tag: Es ist der Tag, an dem sie ihren Ehemann Prinz Philip beerdigt.

Die Königin der Briten und der Herzog von Edinburgh waren 73 Jahre verheiratet, bis er am Morgen des 9. April starb. Für die meisten Menschen eine unvorstellbar lange gemeinsame Zeit. Sie bekamen vier Kinder, Charles, Anne, Andrew und Edward, acht Enkelkinder und die wiederum bescherten ihnen bisher zehn Urenkel.

Beerdigung nur im allerkleinsten Kreis

Doch wegen der Corona-Pandemie darf nicht einmal die ganze engere Familie an der Beerdigung teilnehmen. Nur 30 Personen sind erlaubt. Auch wenn für Prinz Philip ein Staatsbegräbnis angemessen gewesen wäre, vergleichbar mit der Feier für die 2002 verstorbene Queen Mum.

Die Mutter von Elizabeth II. wurde drei Tage lang in der Westminster Hall, dem ältesten Teil des Palastes von Westminster, aufgebahrt. Mehr als 200.000 Menschen konnten so von ihr Abschied nehmen. Eine solche Gelegenheit, Prinz Philip die letzte Ehre zu erweisen, erhält die Öffentlichkeit nicht.

Sein Körper ruht in den Tagen vor der Beerdigung in der privaten Kapelle von Schloss Windsor. Berichten zufolge soll er eine öffentliche Aufbahrung abgelehnt und sich für seine Beerdigung „minimalen Aufwand“ gewünscht haben.

So soll die Beerdigung ablaufen

Am Samstag wird der Sarg mit dem Herzog von Edinburgh von der privaten Kapelle mit einer kleinen Prozession bis zur St. George’s Chapel in Windsor begleitet werden, um 14.45 Uhr Ortszeit startet die Prozession. Der Sarg wird in Prinz Philips persönlicher Flagge, die für seine griechischen Wurzeln und seine britischen Titel steht, gehüllt sein. Transportiert wird der Sarg in Prinz Philips Land Rover. Auf dem Weg zur Kapelle werden Angehörige des Militärs dem Toten die letzte Ehre erweisen.

Jeder Platz in der Kapelle von Schloss Windsor, wo die Feier um 15 Uhr beginnt, ist abgezählt. Einer, der ein Anrecht gehabt hätte, dabei zu sein, verzichtete, um seinen Platz für die Familie freizugeben: Premierminister Boris Johnson. Er wolle das Geschehen wie Millionen anderer Briten am Fernsehgerät verfolgen.

Die Briten wurden dazu aufgefordert, daheim zu bleiben. Der Bürgermeister der Gemeinde Windsor, John Story, mahnte: „Wir müssen jeden bitten, die eigene Gesundheit und Sicherheit und die von anderen ganz oben auf die Prioritätenliste zu setzen und nicht nach Windsor zu kommen.“

Herzogin Kate als Friedensstifter zwischen Harry und William

Bisher hielten sich auch die Mitglieder der königlichen Familie daran, jegliches Aufsehen zu vermeiden. Prinz Harry weilt seit seiner Ankunft in Großbritannien im Landsitz Frogmore Cottage und wartet darauf, dass seine Quarantäne am Samstagmorgen endet. Erst dann wird er wohl zum ersten Mal seit seiner Abreise nach Nordamerika vor einem Jahr seinen Bruder Prinz William wiedersehen.

Britische Medien wie „The Sun“ berichten, die beiden hätten schon telefoniert und ein Treffen sei geplant, bei dem Herzogin Kate als Friedensstifter agieren soll. Wie verärgert Prinz William über das Interview, das Prinz Harry und Herzogin Meghan der amerikanischen TV-Moderatorin Oprah Winfrey gegeben haben, sein muss, wurde in einer ungewöhnlich scharfen Äußerung zwei Tage danach deutlich: Er zischte einem Reporter auf dessen Nachfrage zu: „Wir sind sicherlich keine rassistische Familie!“

Wie sehr sich die Queen eine Versöhnung ihrer beiden Enkel wünschen mag, verdeutlicht ihre Anordnung, dass die Männer der Familie keine Uniformen zur Beerdigung tragen werden sondern Mäntel und schwarze Krawatten. Denn Prinz Harry wäre der einzige Mann der Familie gewesen, der mit seinem Rücktritt als „Senior Royal“ und der Rückgabe all seine militärischen Titel, ohne Uniform erschienen wäre.

Die Blamage bleibt ihm so erspart. Es ist eine große Geste der Queen, die zeigt: Am Samstag soll es nur um ihren Mann gehen. Seine Königliche Hoheit, Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, er wäre am 10. Juni 100 Jahre alt geworden. Wenn die Trauerfeier in der St. George’s Chapel beginnt, soll ihm zu Ehren das ganze Land für eine Minute lang schweigen.

Auch drei Deutsche sind zur Beerdigung eingeladen

Zur Beerdigung werden neben der Queen erwartet: Sohn Prinz Charles und Herzogin Camilla, Tochter Prinzessin Anne und ihr Mann Sir Laurence, Sohn Prinz Andrew, der jüngste Sohn Prinz Edward und seine Frau Sophie, deren Kinder Lady Louise Windsor und Viscount Severn.

Peter Philips, Prinzessins Annes Sohn, Tochter Zara Tindall und ihr Mann Mike Tindall, Prinz William und seine Frau Herzogin Kate, Prinz Harry kommt allein, seine Frau Meghan blieb wegen ihrer Schwangerschaft in Los Angeles. Auch Prinz Andrews Töchter Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie werden erwartet, wahrscheinlich ohne ihre Ehegatten.

Auch drei Deutsche sind eingeladen: Heinrich Donatus von Hessen, Prinz Philipp zu Hohenlohe-Langenburg und Bernhard Erbprinz von Baden.

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