Gewalttat

Bluttat im Supermarkt – Zehn Tote bei Schießerei in Colorado

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Mit gepanzerten Fahrzeugen und Spezialkräften war die Polizei nach der Schießerei in Boulder im Einsatz

Mit gepanzerten Fahrzeugen und Spezialkräften war die Polizei nach der Schießerei in Boulder im Einsatz

Foto: Chet Strange / AFP

Wieder erschüttert eine Bluttat die USA. Ein Mann hat in einem Supermarkt in Boulder im Bundesstaat Colorado zehn Menschen erschossen.

Boulder. Der Gouverneur von Colorado spricht von einer sinnlosen Tragödie: Knapp eine Woche nach dem Attentat in Georgia hat eine Schießerei in einem Supermarkt in den USA für Entsetzen gesorgt: Der Täter erschoss am Montag in der Stadt Boulder im Bundesstaat Colorado mindestens zehn Menschen, wie die Polizei mitteilte. Der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen.

Die Polizei war am Montagnachmittag zu einem Supermarkt in der rund 50 Kilometer nordwestlich von Denver gelegenen Stadt Boulder gerufen worden. Es seien Schüsse in der Gegend und eine Person mit einem Patrouillengewehr gemeldet worden, erklärte die Polizeichefin von Boulder, Maris Herold. Unter den Opfern sei auch der Beamte Eric Talley. Er sei als erster Polizist am Tatort eingetroffen. Herold lobte dessen Einsatz als „heldenhaft“. Details zu den anderen Todesopfern nannte die Polizei bisher nicht.

Mann wurde in Handschellen abgeführt

Der mutmaßliche Angreifer wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft festgenommen. Er hatte am Nachmittag in dem Supermarkt das Feuer eröffnet. Augenzeugen berichteten von mehreren Schüssen und regungslosen Menschen auf dem Boden des Supermarktes.

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Dutzende gepanzerte Fahrzeuge, Rettungswagen und Spezialkräfte waren am Tatort zu sehen. Livebilder vom Tatort zeigten, wie die Beamten einen am Bein blutenden Mann in Handschellen abführten.

Ermittlungen könnten ein Jahr dauern

Laut Polizei lautet der Name des Verdächtigen Ahmad Alyssa, er soll 21 Jahre alt sein und aus einem Vorort von Denver stammen. Nach Einschätzungen des FBI könnten die Ermittlungen nach der brutalen Tat bis zu einem Jahr andauern.

US-Präsident Joe Biden sei über die Geschehnisse informiert worden, schrieb seine Sprecherin Jen Psaki im Onlinedienst Twitter. Colorados Gouverneur Jared Polis sprach von einer „sinnlosen Tragödie“. Der zuständige Bezirksstaatsanwalt Michael Doherty sagte: „Es ist eine Tragödie und ein Alptraum.“ Auch Boulders Bürgermeister Sam Weaver äußerte sich erschüttert über die Gewalttat.

Präsident Biden für Verschärfung des Waffenrechts

Erst in der vergangenen Woche hatten tödliche Angriffe auf drei Massagestudios im Bundesstaat Georgia die USA erschüttert. Acht Menschen wurden erschossen, unter ihnen sechs Frauen asiatischer Herkunft.

US-Präsident Joe Biden hatte sich im Februar für eine Verschärfung des Waffenrechts ausgesprochen. „Diese Regierung wird nicht die nächste Massenschießerei abwarten, bis sie diese Forderung beherzigt“, sagte er. Er appellierte an den Kongress, eine „vernünftige“ Waffenreform auf den Weg zu bringen. Der Präsident forderte Hintergrundüberprüfungen „für alle Waffenverkäufe“ und ein Verbot von Sturmgewehren und Magazinen mit hoher Kapazität. Lesen Sie dazu auch: Lehrer dürfen in Florida Waffen im Klassenraum tragen

Die „Seuche der Schusswaffengewalt“ müsse gestoppt werden, sagte am Montag der Vorsitzende der Demokraten im Senat, Chuck Schumer. Der Senat müsse und werde entsprechende Gesetze auf den Weg bringen.

In Colorado hatten sich in den vergangenen Jahrzehnten zwei der schlimmsten Schusswaffenangriffe der jüngeren US-Geschichte ereignet. An der Columbine High School in Littleton hatten zwei Jugendliche im April 1999 zwölf Mitschüler und einen Lehrer erschossen. Danach begingen sie Suizid. Im Juni 2012 eröffnete ein 24-jähriger Mann in einem Kino in der Stadt Aurora das Feuer und tötete zwölf Menschen. Der Amokläufer wurde später zu lebenslanger Haft verurteilt. (afp/dpa)

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