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Corona: EMA hält vorerst an Astrazeneca-Impfstoff fest

| Lesedauer: 87 Minuten
Weltärztepräsident sieht Astrazeneca-Impfstopp kritisch

Weltärztepräsident sieht Astrazeneca-Impfstopp kritisch

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery zieht einen vorläufigen Stopp für Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca in Zweifel. Dass Menschen Thrombosen und Lungenembolien bekommen, müsse nicht unbedingt etwas mit der Impfung zu tun haben. Die WHO will nun über das Präparat beraten.

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Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hält den Nutzen vom Astrazeneca-Impfstoff für größer als die Gefahren. Mehr im Newsblog.

  • Die Europäische Arzneimittelagentur hält den Nutzen von Astrazeneca für größer als die Gefahren.
  • Von den sieben Fällen seltener Hirnvenenthrombosen nach der Impfung mit Astrazeneca sind nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts vorwiegend Frauen betroffen
  • Markus Söder appelliert an die Bundesregierung, eine Testpflicht für Mallorca-Rückkehrer einzuführen
  • In Frankreich ist offenbar eine neue Mutation des Coronavirus nachgewiesen worden
  • Der für Mittwoch geplante Impfgipfel von Bund und Ländern soll auf Freitag verschoben werden
  • Wir schließen dieses Newsblog. Alle weiteren Nachrichten zum Coronavirus finden Sie in unserem neuen News-Ticker

Berlin. Nach einer Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts setzt auch Deutschland vorerst die Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca aus. Das für die Zulassung von Impfstoffen in Deutschland zuständige Institut hält weitere Untersuchungen von Fällen von Hirnvenen-Thrombosen für nötig, die bei mehreren geimpften Menschen aufgetreten waren.

Der für Mittwoch geplante Impfgipfel von Bund und Ländern wird verschoben, um die Entscheidung der EMA über den Impfstoff von AstraZeneca abzuwarten. Lesen Sie dazu: Corona-Impfung mit Astrazeneca in Deutschland ausgesetzt

Der vorübergehende Stopp des Vakzins ist unter Experten umstritten. So kritisiert SPD-Politiker Karl Lauterbach die Entscheidung des Bundesgesundheitsministeriums: „Auf der Grundlage der vorliegenden Daten halte ich das für einen Fehler“, schrieb er auf Twitter.

Auch Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery zieht den vorläufigen Stopp für Impfungen mit Astrazeneca in Zweifel: „Unter dem Strich ist es leider so, dass dieser eigentlich gute und wirksame Impfstoff durch den Wirbel und die Impf-Aussetzung in vielen Ländern nicht gerade eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung gewinnt.“ Lesen Sie hier, wann der nächste Gipfel von Bund und Ländern stattfindet.

Corona-Zahlen: RKI-Meldung der aktuellen Infektionszahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 5480 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das ging aus den Zahlen des RKI vom Dienstag hervor. Zudem waren 238 neue Todesfälle gemeldet worden. Ungenauigkeiten und Nachmeldungen sind möglich.

Lesen Sie dazu: RKI meldet Corona-Fallzahlen und aktuellen Inzidenz-Wert

Corona-News vom 16. März: Dortmund darf Schulen doch nicht schließen

16.53 Uhr: Wegen steigender Infektionszahlen und den ausgesetzten Astrazeneca-Impfungen wollte die Stadt Dortmund Schulen ab morgen schließen. Doch die die Landesregierung lehnte diesen Schritt ab.

Vor allem Frauen von Hirnvenenthrombose nach Astrazeneca-Impfung betroffen

16.41 Uhr: Von den sieben Fällen seltener Hirnvenenthrombosen nach der Impfung mit Astrazeneca sind nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vorwiegend Frauen betroffen. Demnach sind sechs Frauen, bei denen mit einer Sinusvenenthrombose eine besondere Form von Hirnvenenthrombosen auftrat, und ein Mann im Alter von etwa 20 bis 50 Jahren betroffen. Die Erkrankungen seien vier bis 16 Tage nach der Impfung aufgetreten.

Das PEI bestätigte, dass drei Personen gestorben sind. Die Zahl der Fälle sei statistisch signifikant höher als die Anzahl von Hirnvenenthrombosen, die normalerweise in der Bevölkerung ohne Impfung auftreten. Ob ein kausaler Zusammenhang bestehe, werde derzeit noch untersucht.

Steinmeier: „Deutschland kann von Israels Impfkampagne lernen“

16.28 Uhr: Die Impfkampagne in Israel kann Deutschland aus Sicht von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Vorbild dienen. „Diese Impfkampagne erhält hier in Deutschland viel Aufmerksamkeit und großen Respekt nicht nur wegen der Professionalität und der Geschwindigkeit des Impfens, sondern auch wegen der guten Portion Pragmatismus, mit der Ihr Land und die Verantwortlichen diesen Prozess begleiten und beschleunigen“, sagte Steinmeier.

Die Impfkampagne in Israel läuft bereits seit dem 19. Dezember. Sie gehört zu den erfolgreichsten weltweit. Eine Erstimpfung erhielten bislang mehr als 5,2 von etwa neun Millionen Einwohnern. Davon bekamen knapp 4,3 Millionen auch schon die zweite Dosis.

Lesen Sie auch: Corona-Impfstoff – Deutschland verzichtet auf 558.000 Dosen

NRW greift zu Impfstoff aus der Reserve

15.48 Uhr: Nordrhein-Westfalen steht nach Angaben von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bei den Corona-Schutzimpfungen kurz vor der Zwei-Millionen-Marke. Das Aussetzen der Impfungen mit Astrazeneca sei ein bedauerlicher Rückschlag, sagte er am Dienstag in Düsseldorf. Die „Schutzmauer“ um die durchgeimpften Bewohner von Alten- und Pflegeheimen wirke aber. Während es in dieser Gruppe zum Jahreswechsel noch über 5000 Infizierte gegeben habe, seien es jetzt nur noch 300 Infizierte und damit 94 Prozent weniger. Über 850.000 Menschen über 80 Jahre hätten bereits über 1,7 Millionen Impftermine in NRW vereinbart.

Nun soll zusätzlicher Impfstoff aus der Reserve genommen werden, der bei den Impfstoffen von Biontech und Moderna gebildet worden ist. „Meine Antwort ist, wir müssen das Tempo beim Impfen beschleunigen", sagte Laschet. Bisher wurden bei Biontech und Moderna rund 50 Prozent der Dosen zurückgelegt. Daraus sollen 150.000 Dosen entnommen werden. Laut Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sollen sie Eingliederungseinrichtungen und über 80-Jährigen zugutekommen.

Impfgipfel laut Malu Dreyer doch erst Freitag

15.28 Uhr: Die nach dem Stopp der Impfungen mit den Astrazeneca-Wirkstoff verschobene Impfgipfel von Bund und Ländern soll nach Angaben der rheinland-pfälzischen Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) am Freitag nachgeholt werden. Hintergrund der Entscheidung sei, dass sich die Europäische Arzneimittelbehörde EMA am Donnerstag noch einmal ein „Bild“ der Lage mit dem Impfstoff machen wolle, sagte Dreyer am Dienstag. „Dann haben wir hoffentlich Klarheit.“ Die Bundesregierung bat Länder laut Dreyer deshalb, den Termin für die Schaltkonferenz noch einmal auf Freitag zu verschieben.

Keine weiteren Öffnungsschritte in Berlin

15.15 Uhr: Berlin plant vorerst keine weiteren Lockerungen der geltenden Regeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. „Ich glaube, es wird für viele Menschen immer schwieriger zu akzeptieren, dass es ein Hin und Her gibt“, sagte Berlins Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). Der Senat habe entschieden, dass an den derzeit gültigen Regelungen festgehalten werde, „dass wir uns aber weitere Dinge derzeit nicht zutrauen können“.

Nach dem Beschluss der Bund-Länder-Konferenz vom 3. März waren für den 22. März je nach aktueller Inzidenz weitere Öffnungsschritte vorgesehen. „Meine Sorge ist, wir hätten das noch gar nicht richtig umgesetzt, wären dann möglicherweise bei einer Hunderterinzidenz und würden dann womöglich schon wieder Dinge zurücknehmen“, sagte Müller.

EMA weiter von Vorteil der Astrazeneca-Impfung überzeugt

14.41 Uhr: Die Europäische Arzneimittelagentur hält den Nutzen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca bis zum Abschluss der laufenden Untersuchungen für größer als die Gefahren. Solange die Untersuchungen der EU-Behörde andauerten, sei man entschieden überzeugt, dass die Vorteile des Impfstoffs bei der Verhinderung von Covid-19 das Risiko überwögen, bekräftigte EMA-Chefin Emer Cooke. Am Donnerstag wolle die EMA eine Einschätzung zu möglichen Risiken und zur weiteren Verwendung abgeben.

Thrombose-Fälle nach Impfung: Vor allem Frauen betroffen

14.35 Uhr: Die sieben Fällen einer speziellen Thrombose, die Grund des Aussetzens der Astrazeneca-Impfungen waren, betrafen Menschen zwischen etwa 20 und 50 Jahren. Das teilte das Paul-Ehrlich-Institut mit. Sechs davon hätten eine sogenannte Sinusvenenthrombose gehabt, alles Frauen in jüngerem bis mittlerem Alter. Ein weiterer Fall mit Hirnblutungen bei Mangel an Blutplättchen sei medizinisch sehr vergleichbar gewesen. „Alle Fälle traten zwischen 4 und 16 Tagen nach der Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff Astrazeneca auf“, hieß es. Drei der sieben Betroffenen seien verstorben.

Alle zur Einschätzung herangezogenen Expertinnen und Experten seien einstimmig der Meinung gewesen, dass hier ein Muster zu erkennen und ein Zusammenhang der gemeldeten Erkrankungen mit der Astrazeneca-Impfung „nicht unplausibel“ ist, hieß es vom PEI.

Die Zahl der Fälle nach einer solchen Impfung ist demnach statistisch signifikant höher als die Anzahl von Hirnvenenthrombosen, die normalerweise in der Bevölkerung ohne Impfung auftreten: „Etwa ein Fall wäre zu erwarten gewesen, sieben Fälle waren gemeldet worden.“

Von den schwerwiegenden Hirnvenenthrombosen mit Blutplättchenmangel sei nicht die Altersgruppe betroffen, die ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Covid-19-Verlauf habe. Betroffen seien nicht Senioren, sondern Menschen in jüngerem bis mittlerem Alter.

Wirbel um AstraZeneca-Impfstoff: Worum geht es?
Wirbel um AstraZeneca-Impfstoff: Worum geht es?

WHO-Bericht zu Corona-Ursprung verzögert sich

14.26 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Veröffentlichung ihres Expertenberichts zu den Ursprüngen der Corona-Pandemie erneut verschoben. „Der Bericht ist einfach noch nicht fertig“, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier . Vermutlich könne er in der kommenden Woche veröffentlicht werden.

Ein internationales Expertenteam war im Januar im Auftrag der WHO ins chinesische Wuhan gereist, um den Ursprüngen der Pandemie auf den Grund gehen. Aus der Millionenstadt waren im Dezember 2019 die ersten Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet worden.

Patientenschützer: Impfstrategie „führt zu Misstrauen“

14.07 Uhr: Nach der kurzfristigen Aussetzung der Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca sehen Patientenschützer Nachbesserungsbedarf bei der Kommunikation der Bundesregierung. „Vollgas, Kritik ignorieren, beschwichtigen und dann Vollbremsung. Diese simple Impfstrategie der Bundesregierung führt zu Misstrauen bei den Impfwilligen“, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung Patientenschutz, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag).

Deutschland hatte am Montag - wie mehrere andere europäische Länder auch - Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca als Vorsichtsmaßnahme vorerst gestoppt. Hintergrund waren Berichte über Thrombosen (Blutgerinnsel) der Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang mit dem Impfprozess.

„Beim Stopp des Impfens mit Astrazeneca gibt es aus Sicht des Patientenschutzes also kein Richtig oder Falsch“, betonte Brysch. Es sei vielmehr die Kommunikation der Politik, die eine Vertrauenskrise schaffe. Der Patientenschützer forderte, mehr über Impfreaktionen und mögliche Nebenwirkungen der Präparate aufzuklären.

Druck auf Spahn aus der Opposition wächst

13.53 Uhr: Die Opposition erhöht den Druck auf Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). FDP-Fraktionsvize Michael Theurer rief Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, die Impfkampagne zur Chefsache zu machen. Spahn sei zum „uneingeschränkten Pleiten-,Pech- und Pannenminister dieser Bundesregierung“ geworden, erklärte Theurer. Deshalb müsse Merkel die Steuerung der Impfstrategie sofort an sich ziehen.

Die Linke fordert sogar das Ende von Spahns Amtszeit. Wenn der Gesundheitsminister nicht freiwillig zurücktrete, müsse die Kanzlerin ihn entlassen, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Achim Kessler. „Die Bevölkerung hat das Vertrauen in die Krisenbewältigung des Gesundheitsministers und der Bundesregierung längst verloren.“

Dortmund will Schulen schließen

13.42 Uhr: Nach dem Impfstopp von Astrazeneca und wegen steigender Corona-Infektionszahlen will die Stadt Dortmund die Schulen schließen. „Wir sind der festen Überzeugung, dass es in diesem Moment überhaupt keinen Sinn macht, die Schulen zu öffnen. Deswegen haben wir den dringenden Appell an die Schulministerin, die Schulöffnung und das Hochfahren des Präsenzunterrichts sofort zu beenden“, sagte Thomas Westphal (SPD) nach einer Sitzung des Verwaltungsvorstandes. Die Stadt habe gegenüber dem NRW Gesundheitsministerium angezeigt, dass Dortmund beabsichtige, die Schulen ab Mittwoch zu schließen. „Jetzt warten wir mal auf die Antwort“, sagte Westphal. Höre man nichts, setzte man den Plan um.

AstraZeneca-Stopp war juristisch unumgänglich

13.30 Uhr: Nach Angaben aus Regierungskreisen hatte die Bundesregierung schon aus juristischen Gründen keine Alternative zum vorläufigen Aussetzen der AstraZeneca-Impfungen. Denn nach der Mitteilung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) am Montag hätten ansonsten Körperverletzungs-Klagen gedroht, da es sich um eine staatliche Impfkampagne handele, hieß es in den Kreisen.

Nach der Meldung des PEI sei man verpflichtet gewesen, Ärzte und zu Impfende darüber aufzuklären und die EMA zu informieren, hieß es weiter aus Regierungskreisen. Zudem habe man sich mit anderen EU-Partnern abgestimmt und ihnen die Lage in Deutschland geschildert. Als eine mögliche EMA-Entscheidung wird in Regierungskreisen eine weitere Nutzung des Impfstoffes mit einer Warnung oder Einschränkung für Thrombose-gefährdete Patienten gesehen.

Söder will Corona-Tespflicht für Mallorca-Rückkehrer

13.00 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat an die Bundesregierung appelliert, für Mallorca-Rückkehrer eine verbindliche Testpflicht einzuführen. "Es wäre sehr sinnvoll zu überlegen, ob man da eine Testpflicht hat", sagte Söder im Anschluss an eine Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. Bayern werde sich an seinen Flughäfen entsprechend organisatorisch vorbereiten und ausreichende Testmöglichkeiten vorhalten.

Das Robert Koch-Institut stuft das bei deutschen Touristen beliebte Mallorca nicht mehr als Risikogebiet ein, die Buchungszahlungen stiegen danach gerade für die Osterzeit erheblich an. Söder sagte, Öffnungen wie auf Mallorca machten ihm Sorgen. Er sei skeptisch, ob es an Ostern in Deutschland bereits größere Hotelöffnungen geben könne. Für Pfingsten und den Sommer sei er "allerdings sehr optimistisch."

Johnson verteidigt Astrazeneca-Impfstoff als „sicher“ und „extrem wirksam“

12.35 Uhr: Nach der Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen in Teilen Europas hat der britische Premierminister Boris Johnson das in seinem Land schon millionenfach verwendete Corona-Vakzin als „sicher“ bezeichnet. „Dieser Impfstoff ist sicher und wirkt extrem gut“, schrieb Johnson in einem am Dienstag veröffentlichten Beitrag für die „Times“. Er werde an zahlreichen Orten „von Indien bis zu den USA ebenso wie in Großbritannien hergestellt“ und auf der ganzen Welt eingesetzt.

Mehr Flexibilität: Ryanair verlängert kostenlose Umbuchungen

12.29 Uhr: Ein Flug sollte sich in Pandemie-Zeiten kostenlos umbuchen lassen: Diesem Wunsch vieler Reisender tragen die Airlines Rechnung. Bei Ryanair können Reisende nun auch neu gebuchte Flüge in den kommenden Monaten kostenlos verschieben. Die Streichung der Umbuchungsgebühr sei für alle Kunden, die bis vor dem 30. Juni 2021 buchten, verlängert worden, teilte die Airline mit. Bislang endete die Frist für kostenlose Umbuchungen Ende März. Ein Flug lasse sich bis zu zweimal ohne Gebühren auf ein anderes Datum bis Ende Oktober 2021 verschieben, so Ryanair weiter. Die Fluggesellschaft hofft, dass die Reisebeschränkungen in Europa durch den Impffortschritt zur Sommerferienzeit gelockert werden. Derzeit sind Reisen wegen der Pandemie nur schwer planbar. Zudem gelten für viele Länder weiterhin Reisewarnungen.

Wacker Chemie will im Frühjahr Curevac-Impfstoff produzieren

12.20 Uhr: Der Chemiekonzern Wacker will noch in diesem Frühjahr mit der Auftragsproduktion des Corona-Impfstoffs für das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac beginnen. Die Zulassung durch die EU-Arzneimittelbehörde EMA werde bis Anfang Mai erwartet, sagte der designierte Wacker-Vorstandschef Christian Hartel am Dienstag in München. Bis Juli soll die Produktion dann auf die volle Kapazität von 100 Millionen Impfdosen pro Jahr erhöht werden.

Hamburg stellt bereits vergebene Astrazeneca-Impftermine auf andere Präparate um

12.15 Uhr: Nach dem bundesweiten Impfstopp für den Astrazeneca-Wirkstoff greift Hamburg zur Einhaltung von bereits vergebenen Terminen auf andere Impfstoffe zurück. Durch Umstellung auf Ersatzpräparate der Firmen Biontech und Pfizer sowie Moderna sollten bereits vergebene Termine „in möglichst hohem Umfang“ eingehalten werden, teilte die Gesundheitsbehörde am Dienstag mit. Wegen der insgesamt begrenzten Verfügbarkeit könnten zugleich aber keine neue Impftermine angeboten werden.

Für die ab Mittwoch geltende Ausweichlösung greift Hamburg nach Angaben der Behörde auf planmäßig zurückgestellten Reserven der anderen Impfstoffe zurück und streckt den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung auf das Maximum. Zusätzlich wird die Vergabe von neuen Impfterminen generell gestoppt, außer für Menschen über 80 Jahren in „begrenztem Umfang“. Die städtischen Impfstoffplanungen seien insgesamt „mit großem Aufwand“ kurzfristig angepasst worden.

Labore melden gestiegene Positivrate bei den Corona-Tests

12.10 Uhr: Der Anteil positiver Coronatests nimmt dem Laborverband ALM zufolge in Deutschland wieder zu. Die Positivrate sei im Vergleich zur Vorwoche von 6,4 auf nun 7,2 Prozent gestiegen, teilte der Verband Akkreditierter Labore in der Medizin am Dienstag mit. Demnach fielen 20 Prozent mehr PCR-Tests auf Corona (77.660) positiv aus als in der Vorwoche (64.981). „Wir in den Laboren sind besorgt angesichts dieser Entwicklung, denn auch der Anteil der Varianten, insbesondere von B.1.1.7, nimmt weiter zu“, so der ALM-Vorsitzende Michael Müller.

Institut: Impf-Stopp kann Wirtschaft Milliarden kosten

12.05 Uhr: Der vorläufige Impf-Stopp für AstraZeneca kann dem arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge Milliarden kosten. „Wird der Impfstoff von AstraZeneca für eine Woche ausgesetzt, bedeutet das eine halbe Woche späteren Impfschutz und im Zweifel auch eine halbe Woche längeren Lockdown“, sagt IW-Experte Hubertus Bardt zu Reuters. „Die gesamtwirtschaftlichen Kosten sind dann schnell bei zwei Milliarden Euro.“ Wenn die Verzögerung dazu führe, dass der Wettlauf gegen die dritte Corona-Welle endgültig verloren gehe, seien die Kosten „sicher noch deutlich höher.“

Corona - Tui verdoppelt Mallorca-Flüge zu Ostern

12.00 Uhr: Mallorca ist kein Corona-Risikogebiet mehr und dementsprechend hoch ist laut des Reiseanbieters TUI die Nachfrage für Urlaubsreisen. In den vergangenen Tagen habe es doppelt so viele Buchungen gegeben wie im gleichen Zeitraum 2019.

"Wir haben uns daher entschieden, das Angebot für die Osterferien zu verdoppeln und bieten jetzt über 300 Hin- und Rückflüge an", teilte der Geschäftsführer von TUI Deutschland, Marek Andryszak, mit. Die ersten Flüge sollen am 21. März in Hannover, Düsseldorf, Frankfurt und neuerdings Stuttgart abheben. Vom 26. März an steuert Tuifly die Baleareninsel nun auch von München aus an. Der Reiseveranstalter weitet außerdem sein Hotelangebot auf Mallorca aus.

BioNTech und Pfizer wollen Corona-Impfstoff schneller liefern

11.30 Uhr: Um dem Mangel an Corona-Impfstoff möglichst vorzubeugen, wollen die Hersteller BioNTech und Pfizer zehn Millionen Impfdosen früher an die EU liefern als geplant. Das teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mit. Insgesamt würden damit von April bis Juni insgesamt 200 Millionen Impfdosen von BioNTech und Pfizer für die EU-Staaten bereitgestellt.

"Das ist eine gute Nachricht. Es gibt den Mitgliedsstaaten Spielraum, um mögliche Lücken bei den Lieferungen zu stopfen", so von der Leyen. Gerade Länder, die vor allem auf den Impfstoff von AstraZeneca gesetzt hatten und mit diesen Impfungen nun aus Sorge vor möglichen Nebenwirkungen pausieren, drohten nun Engpässe.

Corona-Pandemie lässt Treibhausgasausstoß zurückgehen

11.00 Uhr: Auch infolge der Pandemie konnte Deutschland im vergangenen Jahr die Klimaziele erfüllen. Das geht aus der Klimabilanz hervor, die Bundesumweltministerin Svenja Schulze gemeinsam mit dem Umweltbundesamt (UBA) vorstellte.

Demnach lagen die CO2-Emissionen im vergangenen Jahr um 40,8 Prozent unter dem Stand von 1990 und um 8,7 Prozent unter dem Stand von 2019.Nach Schätzungen des UBA ist etwa ein Drittel des Emissionsrückgangs auf die Corona-Pandemie und deren Folgen zurückzuführen. Besonders in den Sektoren Energie und Verkehr seien die Emissionen zurückgegangen.