Corona-Schnelltests

Corona: Wo es die kostenlosen Schnelltests bereits gibt

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Spahn warnt vor Sorglosigkeit bei negativem Schnelltest

Spahn warnt vor Sorglosigkeit bei negativem Schnelltest

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt davor, sich bei einem negativen Schnelltest-Ergebnis in falscher Sicherheit zu wiegen. Die Beachtung der Hygieneregeln sei auch in einem solchen Fall weiterhin wichtig, erklärte Spahn bei einer Pressekonferenz mit RKI-Chef Lothar Wieler.

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Ab dieser Woche soll es für alle einen gratis Corona-Schnelltest pro Woche geben. Die Übersicht zeigt, wo man sich testen lassen kann.

Berlin. Vergangene Woche beschlossen Bund und Länder, dass sich ab Montag jeder Bürger und jede Bürgerin einmal in der Woche kostenlos auf das Coronavirus testen lassen kann. Ob der Plan reibungslos umgesetzt werden kann, ist aber noch unklar – denn nicht überall ist die dafür nötige Infrastruktur vorhanden.

Im Gegensatz zu den bereits verfügbaren Corona-Selbsttests, die man bei Discountern und in Drogeriemärkten kaufen kann, dürfen die Antigen-Schnelltests nur von geschultem Personal durchgeführt werden. Tests sind so zum Beispiel in eigens dafür geschaffenen Testzentren, Arztpraxen, Apotheken oder Krankenhäusern möglich. Lesen Sie hier: Wer ist schuld am politischen Stolperstart der Schnelltests?

Allerdings regelt jedes Bundesland für sich, wie und wo die Schnelltests möglich sein werden. Der Länder-Überblick zeigt, wo Sie sich testen lassen können.

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Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg will den Kommunen zusätzlich zu denen vom Bund gestellten Schnelltests nochmal drei Millionen Schnelltests bereitstellen, mit denen sich Menschen in Hausarztpraxen, Corona-Schwerpunktpraxen, Apotheken und kommunalen Testzentren testen lassen können. Außerdem hat die Landesregierung noch einmal sieben Millionen Selbsttests bestellt, die laut einer Mitteilung in die Teststrategie einfließen sollen.

Außerdem arbeitet das Land mit der Drogeriemarktkette dm zusammen. Das Unternehmen will vor 250 Drogeriemärkten in Baden-Württemberg eigene Testzentren aufbauen, in denen sich Menschen auf das Virus testen lassen können. Nach einer Testphase in Baden-Württemberg will dm die Testzentren auch bundesweit einrichten. Auch interessant: Corona: Schnelltests ausverkauft - wann gibt es Nachschub?

Bayern

Bayern will bis Juni 2021 jeden Monat 11,5 Millionen Antigen-Schnelltests beschaffen. Die Test sollen in Apotheken und Testzentren durchgeführt werden. Zumindest bei den Apotheken könnte das aber zum Problem werden. Denn die Tests müssen laut Vorgabe in einem seperaten Raum angeboten werden, den nicht jede Apotheke zur Verfügung stellen kann.

Zwar wäre es laut dem stellvertretenden Vorsitzenden des Bayerischen Apothekerverbands, Josef Kammermeier, denkbar, Testzelte vor den Apotheken zu errichten. Ob das möglich ist, sei rechtlich allerdings noch völlig ungeklärt, sagte Kammermeier dem Bayerischen Rundfunk.

Bayerinnen und Bayern, die sich auf Corona testen lassen wollen, können das vermutlich unkomplizierter in einem der über 150 Testzentren tun, die im Dezember eingerichtet worden waren. Diese Testzentren sind über das ganze Bundesland verteilt. Ursprünglich waren sie nur für Heimbesucherinnen und -besucher eingerichtet worden, jetzt können sich dort alle testen lassen.

Berlin

Berlinerinnen und Berliner können sich in 16 Testzentren testen lassen - in jedem Bezirk gibt es mindestens eines. Geöffnet sind die Testzentren von 9 bis 17 Uhr. Einen Überblick über die Testzentren finden Sie hier.

Brandenburg

Brandenburg will bei der Umsetzung der Teststrategie neben Testzentren und Arztpraxen vor allem auf die Apotheken setzen. "Ich gehe davon aus, dass Brandenburgs Apotheker diese wichtige Aufgabe unterstützen werden", sagt der Präsident des Landtages, Wolfgang Blasig (SPD) der "Märkischen Allgemeinen Zeitung".

Der Landesverband der Apotheker zeigt sich allerdings skeptisch, was die Rolle der Apotheken in der Teststrategie angeht. Die "Märkische Allgemeine Zeitung" zitiert dessen Sprecher, Matthias Braband-Trabandt, laut dem sich von 550 Apothekern lediglich 60 bis 70 dazu bereit erklärt hätten, Schnelltests durchzuführen. Eine Übersicht über die regulären Brandenburger Schnelltestzentren stellt zum Beispiel die "MAZ" bereit.

Bremen

In Bremen gibt es mehrere Testzentren, die auf einen Besucheransturm vorbereitet sind. Laut "Weser Kurier" könnten im Testzentrum am Flughafen bis zu 1000 Tests täglich durchgeführt werden, im Covid-Zentrum an der Schleifmühle sogar 3000.

Auch in Bremen scheinen die Apotheken noch skeptisch zu sein, was ihre Rolle bei den Tests angeht. Der "Weser Kurier" zitiert den Präsidenten der Apothekerkammer, Klaus Scholz, laut dem "nur eine Handvoll" Apotheken die Schnelltests durchführten.

Hamburg

Dem Hamburger Senat zufolge ist Hamburg gut auf den Schnelltest-Ansturm vorbereitet. 27 Testzentrumsbetreiber, 18 Apotheken und 67 Hausarztpraxen sollen die Testkapazitäten auf bis zu 25.000 am Tag erhöhen. Die Standorte der Testzentren stellt der Hamburger Senat auf seiner Website bereit.

Hessen

Auch Hessen bereitet sich noch auf den Start der großangelegten Testkampagne vor. Das Gesundheitsministerium, die Kassenärztliche Vereinigung, die Landesapothekerkammer, die Kommunen, der Hessische Städte- und Landkreistag wollen die kostenlosen Schnelltests "zeitnah umsetzen", zitiert "t-online.de" das Sozialministerium.

Allerdings werden die Schnelltests anfangs noch "nicht direkt ruckelfrei" und nicht "ohne Wartezeiten" möglich sein, sagen Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, die Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen "t-online.de". Sie empfehlen, in den Hausarztpraxen anzurufen und dort nachzufragen, ob Schnelltests durchgeführt werden.

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern werden Schnelltests ab nächster Woche "nur begrenzt möglich sein", sagt Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Sonntag auf dpa-Anfrage. Der "Nordkurier" zitiert einen Ministeriumssprecher, laut dem Schnelltests zur Zeit in etwa 10 Prozent der landesweit 400 Apotheken möglich sein werden.

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Niedersachsen

Flächendeckende kostenlose Corona-Schnelltests bei Ärzten, in Impfzentren und Apotheken wird es in Niedersachsen zunächst noch nicht geben. Die Landesregierung werde alles tun, damit den Bürgerinnen und Bürgern Schnelltests angeboten werden können, sagte eine Regierungssprecherin in Hannover. Aber weder der Bund noch das Land Niedersachsen hätten flächendeckende Schnelltests für die kommende Woche angekündigt, die nationale Teststrategie solle bis Anfang April schrittweise umgesetzt werden.

Bei Ärzten seien entsprechende Tests möglich, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Gesundheitsministeriums. Das Netz müsse aber noch ausgebaut werden. An den Schulen laufe ein Pilotprojekt, um noch vor den Osterferien Personal und Schüler jeweils einmal wöchentlich testen zu können.

Nordrhein-Westfalen

Wann das Angebot kostenloser Schnelltests für alle Bürger in NRW flächendeckend verfügbar sein wird, ist noch unklar. Die Infrastruktur für die Schnelltests, die geschultes Personal vornimmt, müsse für das Angebot von mindestens einem Test pro Woche für jeden Bürger größer werden, hatte Laumann (CDU) am Freitag erklärt.

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Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz sollen insgesamt 450 Teststellen aufgebaut werden, wie das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung erklärt. In einer Übersichtstabelle auf der Webseite des Amtes sind alle Teststellen samt Öffnungszeiten aufgelistet. Das Testen ist seit Montag bereits in mehr als 300 Teststellen möglich, wie der SWR schreibt.

Saarland

Im Saarland ist für die kostenlosen Corona-Schnelltests ein "Drei-Säulen-Modell" geplant: Dieses besteht laut "Saarbrücker Zeitung" aus großen Testzentren in allen Landkreisen, Angeboten in den Kommunen und sogenannten "Bürgertests" in Arztpraxen und Apotheken. Details sollen am Dienstag im Ministerrat beschlossen werden.

Sachsen

Auch in Sachsen herrscht noch Unklarheit darüber, wie und wo die kostenlosen Corona-Schnelltests konkret erfolgen sollen. In sächsischen Apotheken werden sie dem Apothekerverband zufolge jedenfalls nur vereinzelt möglich sein. "Wir gehen davon aus, dass nur eine geringe zweistellige Prozentzahl der rund 950 Apotheken im Freistaat dieses Angebot machen können", sagte Verbandssprecherin Kathrin Quellmalz am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Grund sei ein straffes Hygienekonzept, das einen separaten Zugang sowie einen eigenen, gut belüfteten Raum für die Testungen vorsieht.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt steht ebenfalls noch nicht fest, wie die Tests ablaufen sollen. Cornelia Lüddemann, Grünen-Landtagsfraktionschefin und Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, kritisierte das Tempo des Landes beim Testen und Impfen. Es müsse in Behörden, auf Parkplätzen und in Einkaufszentren getestet werden. "Da muss ein Tisch aufgebaut werden und dann muss das losgehen", sagte Lüddemann am Samstag.

Schleswig-Holstein

Wie der NDR berichtet, arbeitet das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium derzeit mit den Kommunen am Ausbau der Schnelltest-Kapazitäten. Bis Anfang April sollen die wöchentlichen Gratis-Testungen dann im ganzen Bundesland möglich sein. Bislang gibt es bereits erste Testzentren - so beispielsweise allein sechs in der Landeshauptstadt Kiel.

Thüringen

Wie die kostenlosen Schnelltests in Thüringen organisiert werden, ist noch unklar. Nach Patientenanfragen hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) darauf hingewiesen, dass in Thüringen noch keine kostenlosen Corona-Tests in Arztpraxen angeboten werden. "Die nötige Corona-Testverordnung steht nach wie vor aus", sagte Veit Malolepsy, Sprecher der KV Thüringen. Die Ärzte seien zwar bereit, zu testen. Es wisse aber niemand, woher die Tests kommen sollten und wie diese in den Praxen abgerechnet werden können.

(mit dpa)

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