Staatsanwaltschaft

Ermittlungen gegen Jérôme Boateng wieder aufgenommen

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Kann sich eine Vertragsverlängerung beim FC Bayern wieder vorstellen: Jérôme Boateng.

Kann sich eine Vertragsverlängerung beim FC Bayern wieder vorstellen: Jérôme Boateng.

Foto: dpa

Nach dem mutmaßlichen Suizid seiner Ex-Freundin soll nun ein Ermittlungsverfahren gegen Jérôme Boateng wieder aufgenommen werden.

Berlin/München. 
  • Am 9. Februar wurde das Model Kasia Lenhardt tot in ihrer Wohnung in Berlin gefunden
  • Ihre Trennung vom Fußball-Profi Jérôme Boateng hat kurz zuvor für Schlagzeilen gesorgt
  • Jetzt wird ein Ermittlungsverfahren gegen Boateng wieder aufgerollt - es geht um den Vorwurf einer vorsätzlichen Körperverletzung gegen Kasia vom Oktober 2019

Am 9. Februar 2021, dem sechsten Geburtstag ihres Sohnes, wurde das Model Kasia Lenhardt tot in einer Wohnung im Berliner Bezirk Charlottenburg gefunden. In der Woche zuvor hatten die 25-Jährige und der Fußballer Jérôme Boateng mit ihrer Trennung für Schlagzeilen gesorgt.

Nun wird ein Ermittlungsverfahren gegen den 32-jährigen Spieler des FC Bayern wieder aufgenommen. Das bestätigt die Staatsanwaltschaft München I auf Anfrage dieser Redaktion. Zunächst hatte die "Zeit" berichtet. "Am 20. Dezember 2019 wurde ein Verfahren wegen einer vorsätzlichen Körperverletzung (Tatzeit 3. Oktober 2019) durch den Beschuldigten Boateng zum Nachteil der Geschädigten Kasia L. eingeleitet", so die Staatsanwaltschaft.

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Boateng: Ermittlungsverfahren gegen ihn zunächst eingestellt

Das Körperverletzungsverfahren wurde demnach im Juni 2020 vorläufig eingestellt. Grund soll laut Staatsanwaltschaft vor allem gewesen sein, dass Kasia Lenhardt sich nicht mehr zu der Sache äußern wollte.

Nun wurde das Verfahren am 10. Februar wieder aufgenommen, "weil uns im Rahmen des Todesermittlungsverfahrens in Berlin neue Erkenntnisse erreicht haben, die Hinweise auf eine mögliche Fortführung des Verfahrens geben könnten", so die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin teilte auf Twitter jedoch mit, eine Obduktion im Institut für Rechtsmedizin der Charité Berlin habe keine Hinweise für ein Fremdverschulden ergeben.

Verfahren gegen Mutter seiner Kinder läuft noch

Es ist nicht das erste Verfahren gegen Boateng dieser Art. Bereits im Februar 2019 hatten die Staatsanwälte Boateng vor dem Amtsgericht München angeklagt - unter anderem wegen Körperverletzung. Damalsl bezog sich die Anzeige auf seine Ex-Verlobte Sherin S., die Mutter seiner Zwillings-Töchter. Das Verfahren wird wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht verhandelt.

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Nach der Trennung von Boateng und Lenhardt im Dezember 2020 begann eine mediale Schlammschlacht der beiden. In einem "Bild"-Interview sagte Boateng, dass er Schluss gemacht habe "zu meiner eigenen Sicherheit und zur Sicherheit meiner Familie. Die Wahrheit ist, ich wollte nie, dass diese Art von Beziehung mit Kasia anfängt". Der Fußballer warf ihr Lügen und massive Alkoholprobleme vor. Außerdem, dass Kasia gedroht habe, ihn zu "zerstören", indem sie ihn beschuldigen würde, "sie geschlagen zu haben".

"Sie wusste genau, dass die Mutter meiner Kinder mich der gleichen Sache beschuldigt und wir deswegen ein Gerichtsverfahren haben", so Boateng. Wenige Tage nach der Veröffentlichung des "Bild"-Interviews mit Boateng nahm sich Kasia Lenhardt das Leben.

Berliner Rechtsanwalt hält "Bild"-Interview für "rechtswidrig"

Der bekannte Presserechtler Christian Schertz, hält das "Bild"-Interview für einen "Tabubruch" und für "rechtswidrig". Im Interview der "Berliner Zeitung" sagt er: "'Bild'" ermöglicht es einem Super-Promi, völlig einseitig intimste Details aus dem Privatleben einer anderen Person offenzulegen. Hinzu tritt ja, dass überhaupt nicht feststeht, ob seine Vorwürfe zutreffend waren." Und das werden hoffentlich die Ermittlungsverfahren festellen.

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

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