Unwetter

"Historischer Sturm": 26 Menschen sterben in den USA

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Texas liegt unter Schneedecke

Texas liegt unter Schneedecke

Die Ortschaft Henderson in Texas liegt unter einer dicken Schneedecke begraben. Für den US-Bundesstaat ist Schneefall ein seltenes Ereignis.

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In den USA herrscht extremes Winterwetter. Millionen sind ohne Strom, 26 Menschen starben. Ein US-Staat ist besonders hart getroffen.

Washington. 
  • In weiten Teilen der USA herrscht extremes Winterwetter - besonders betroffen sind die Bundesstaaten Texas, Louisiana und Kentucky
  • 26 Menschen sind bereits ums Leben gekommen
  • Die US-Regierung will Menschen in dem "historischen Sturm" helfen
  • In mehreren Bundesstaaten kommen die Impfanstrengungen gegen das Coronavirus zum erliegen

Kein Strom, kein fließend Wasser und Temperaturen auf Rekord-Minuswerten: Weite Teile der USA müssen gerade mit ungewöhnlich kaltem Winterwetter zurecht kommen. Mehr als 73 Prozent der Fläche des Landes sind derzeit von Schnee bedeckt.

Nur die südlichen Staaten Georgia, Florida und South Carolina sind schneefrei, berichtet der Nachrichtensender CNN. In Chicago im Norden der USA türmte sich derweil der Schnee. Dort hatten die Bewohner Mühe, ihre Autos von den Schneemassen zu befreien.

Schneesturm in den USA: US-Regierung verspricht Hilfe

In Houston in Texas wurden Temperaturen von minus 11 Grad Celsius gemessen, in Dallas minus 18 Grad Celsius. Laut "Washington Post" waren dies für beide Städte die kältesten Werte seit 1989.

Auch anderswo wurden Kälterekorde gebrochen. In der texanischen Stadt Austin fielen etwa 15 Zentimeter Schnee, nach Angaben der "New York Times" so viel wie seit 55 Jahren nicht mehr.

In Abilene waren viele Menschen ohne fließendes Wasser, nachdem die Wasseraufbereitsungsanlagen der Stadt nach Stromausfällen ihren Betrieb einstellen mussten.

Das Weiße Haus teilte mit, US-Präsident Joe Biden habe mit den Gouverneuren der betroffenen Staaten wie Texas, Louisiana und Kentucky über das "extreme Winterwetter" gesprochen. Die Regierung werde alle verfügbaren Ressourcen einsetzen, um den Menschen zu helfen, "diesen historischen Sturm" zu überstehen.

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In einigen Bundesstaaten behindert der Schneesturm außerdem die Impfungen gegen das Coronavirus. Wegen des Wetters wird zum Beispiel im Bundesstaat Georgia der Biontech/Pfizer-Impfstoff verspätet ausgeliefert, wie Gesundheitsministerium des Bundesstaates mitteilte.

In Chicago stellten am Dienstag alle städtischen Impfeinrichtungen den Betrieb ein. Der Bundesstaat Missouri sagte sämtliche für die laufende Woche geplanten Massenimpfungen ab.

Schneesturm in den USA: 26 Menschen ums Leben gekommen

26 Menschen sind Medienberichten zufolge bereits in Folge des Wetters ums Leben gekommen. In der Texas starben eine Frau und ein Mädchen an einer Kohlenmonoxidvergiftung: Nach Angaben der Polizei hatten sie den Motor eines Autos in einer Garage laufen lassen, um sich zu wärmen. In einem anderen Fall starb ein Autofahrer nach einem Zusammenstoß mit einem Schneepflug.

Das extreme Winterwetter löste zudem mindestens vier Tornados aus, wie es auf der Website Weather.com hieß, darunter einen in North Carolina, durch den mindestens drei Menschen getötet und zehn weitere verletzt wurden.

Schneesturm in den USA: Millionen Menschen ohne Strom

Die Wetterlage sollte sich auch am Mittwoch zunächst nicht entspannen. Die Behörden im besonders betroffenen Bundesstaat Texas warnten unter anderem vor Eisregen. Nach Angaben der Webseite Poweroutage.us fehlte allein in dem südlichen Staat mehr als drei Millionen Haushalten der Strom.

Kunden sollten sich darauf einstellen, dass die Versorgung möglicherweise über Dienstagabend hinaus unterbrochen sein könnte, teilte das Elektrizitätswerk in der Stadt Austin auf Twitter mit.

Kontrollierte Unterbrechungen der Stromversorgung seien derzeit die "Ultima Ratio", um die Zuverlässigkeit des gesamten Stromnetzes zu erhalten, erklärte der Stromnetzbetreiber Southwest Power Pool, der für 14 Bundesstaaten zuständig ist. (pcl/mit dpa, AFP)