Jahrestag

Bombardierung Dresdens: Stilles Gedenken in Corona-Pandemie

Günther Ulbricht, 85 jähriger Zeitzeuge aus Dresden, und Angelika Behnke, Frauenkirchenpfarrerin, entzünden am 76. Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg vor Beginn einer Andacht unter dem zerstörten Turmkreuz Gebetslichter.

Günther Ulbricht, 85 jähriger Zeitzeuge aus Dresden, und Angelika Behnke, Frauenkirchenpfarrerin, entzünden am 76. Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg vor Beginn einer Andacht unter dem zerstörten Turmkreuz Gebetslichter.

Foto: Robert Michael / dpa-Zentralbild/dpa

Am Samstag jährt sich die Bombardierung Dresdens zum 76. Mal. Wegen der Corona-Pandemie muss die Stadt auf ein stilles Gedenken ausweichen.

Dresden. Die Stadt Dresden gedenkt am Samstag des 76. Jahrestags ihrer Bombardierung. Im Zweiten Weltkrieg hatten alliierte Bomber die Stadt schwer zerstört. In Pandemie-Zeiten sollen ein Kunstprojekt und eine stille Feier an die Opfer von Krieg und Zerstörung erinnern und zum Frieden mahnen. Die Stadt verzichtet auf das traditionelle Gedenken, das Programm für Samstag ist auf ein Minimum reduziert.

Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler legte aus diesem Anlass auf dem Nordfriedhof an einem Sammelgrab einen Kranz nieder.

Dort sind 450 Feuerwehrleute, Polizisten und Soldaten bestattet, die bei den Luftangriffen der Alliierten im Februar 1945 oder den Aufräumarbeiten danach ums Leben kamen.

Bombardierung von Dresden: Missbrauch durch Rechtsradikale

An der größten Ruhestätte auf dem Heidefriedhof symbolisierten die "Rolling Angels", Betonengel-Skulpturen der dänischen Künstlerin Benthe Norheim, Hoffnung, Frieden und Trost. Dort bildet sonst die traditionelle Kranzniederlegung den Auftakt des Gedenktages, der wegen der Corona-Pandemie diesmal reduziert begangen werden muss.


Dresden war am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach durch britische und amerikanische Bomben schwer zerstört worden. Bis zu 25.000 Menschen starben. Rechtsradikale und völkische Stimmen missbrauchen das Gedenken an die Angriffe jährlich, um auf angebliche alliierte Kriegsverbrechen hinzuweisen und den Holocaust zu relativieren. (pcl/dpa)

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