Preisverleihung

Golden Globes: Mehrere Nominierungen für Deutschland

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Regisseurin Maria Schrader wurde 1965 in Hannover geboren und ist sowohl als Schauspielerin, als auch als Filmemacherin bekannt.

Regisseurin Maria Schrader wurde 1965 in Hannover geboren und ist sowohl als Schauspielerin, als auch als Filmemacherin bekannt.

Foto: C.Hardt/FutureImage/imago

Die Serie „Unorthodox“ der deutschen Regisseurin Maria Schrader und die Schauspielerin Helena Zengel sind in Hollywood nominiert.

Berlin. Bei der Verleihung der Golden Globes ist die Netflix-Serie „Unorthodox“ mit Nominierungen als beste Mini-Serie sowie in der Kategorie für die beste Schauspielerin die größte Hoffnung für Deutschland. Die Produktion tritt unter anderem gegen die Serien „Normal People“, „Damengambit“ und „The Undoing“ an.

Regisseurin Maria Schrader wurde 1965 in Hannover geboren und ist sowohl als Schauspielerin, als auch als Filmemacherin bekannt. In „Unorthodox" erzählt sie die Geschichte einer ultra-orthodoxen Jüdin, die vor ihrem Ehemann aus New York nach Berlin flüchtet. Die Hauptrolle spielt die israelische Schauspielerin Shira Haas, die im Rennen um einen Golden Globe gegen Cate Blanchett und Nicole Kidman antritt.

YouTube: "Unorthodox" Serien-Trailer auf deutsch

"Unorthodox" - Netflix-Serie begeistert Zuschauer weltweit

In den vier Serien-Folgen auf Jiddisch, Englisch und Deutsch spielt Haas die Jüdin Esther aus der Religionsgemeinschaft der Satmarer in Brooklyn. Es ist eine Welt mit strengen Glaubensregeln: Frauen müssen sich zum Beispiel die Haare abrasieren und Perücken tragen. Während ihrer Periode dürfen sie nicht von ihren Männern berührt werden. Esty freut sich zunächst auf die Ehe, aber vieles ist anders als erwartet.

Die in New York spielenden Szenen basieren lose auf dem 2012 erschienenen Buch „Unorthodox“ von Deborah Feldman. Der Handlungsstrang in Berlin ist dagegen fiktiv. „Unorthodox“ wurde international viel beachtet - die „New York Times“ etwa nannte die Emanzipationsgeschichte „atemberaubend“.

Helena Zengel: Zwölfjährige Deutsche für Golden Globes nominiert

Eine weitere Hoffnung für Deutschland: Die zwölfjährige deutsche Jungschauspielerin Helena Zengel wurde für ihre Rolle in „Neues aus der Welt“ an der Seite von Tom Hanks als beste Nebendarstellerin nominiert Im Alter von neun Jahren stand Helena Zengel für den Film „Systemsprenger“ vor der Kamera, und bekam danach eine Rolle neben Tom Hanks angeboten. Das Ergebnis ist der Western „Neues aus der Welt“ - und bringt der Schülerin gleich eine Golden-Globe-Nominierung.

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Tom Hanks schwärmte nach Angaben der Filmfirma Universal, die Schülerin habe eine „unglaubliche Ausdruckskraft“. „Ihr Schweigen, ihre Augen, ihre Instinkte - sie mag sich der Regeln des Schauspiels nicht bewusst sein, aber sie kennt sie bereits implizit.“

Das Branchenblatt „Hollywood Reporter“ bescheinigte ihr eine „erstaunliche Leistung“, und das Fachblatt „Variety“ kürte Zengel kürzlich zu einer von zehn vielversprechenden Jungschauspielerinnen, deren Karriere man besonders beachten sollte. Nun ist also noch eine Golden-Globe-Nominierung dazugekommen.

"The Crown" und "Schitt's Creek" sind Favoriten

Die Königsfamilien-Serie „The Crown“ und die Comedy-Produktion „Schitt's Creek“ gehen als Favoriten ins Rennen um die Fernseh-Golden-Globes - und auch die Produktion „Unorthodox“ der deutschen Regisseurin Maria Schrader hat Chancen auf die begehrte Trophäe. „The Crown“, in der es um die Geschichte der britischen Königsfamilie geht, wurde von Verband der Auslandspresse am Mittwoch in Hollywood sechs Mal nominiert.

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Neben der Nominierung in der Kategorie der besten TV-Serie treten Olivia Colman und Emma Corrin von „The Crown“ als beste Schauspielerinnen an. Josh O'Connor tritt als bester Schauspieler. Auch Kaley Cuoco ist als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in „The Flight Attenant“ nominiert.

Die Comedy „Schitt's Creek“ über eine versnobte amerikanische Familie, die ihr Hab und Gut verliert und fortan in einer Kleinstadt leben muss, kam auf fünf Golden-Globe-Nominierungen.

Golden Globes: Netflix dominiert Nominierungen

Unter den großen Produzenten liegt Netflix in der TV-Sparte dabei mit 20 Golden-Globe-Nominierungen weit vor seiner Konkurrenz - der Anbieter HBO kommt auf sieben, die Plattform Hulu auf sechs. Die Globe-Trophäen in Form einer goldfarbenen Weltkugel gelten nach dem Oscar als wichtigste Film-Auszeichnung in den USA und werden am 28. Februar in Beverly Hills verliehen.

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Die von „Sex and the City“-Star Sarah Jessica Parker und Schauspielerin Taraji P. Henson verkündeten Golden-Globes-Nominierungen läuteten den Beginn der diesjährigen Filmpreis-Saison ein. Die vom Verband der Auslandspresse in Hollywood (HFPA) vergebenen Golden Globes werden am 28. Februar in Beverly Hills verliehen - rund zwei Monate später als geplant. Moderiert wird die 78. Golden-Globes-Zeremonie von den Komikerinnen Tina Fey und Amy Poehler.

(amw/dpa)