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Königshaus: Herzogin Meghans Furcht vor einem Prozess

| Lesedauer: 4 Minuten
Harry und Meghan verabschieden sich von Online-Netzwerken

Der britische Prinz Harry und seine Frau Meghan wollen einem Zeitungsbericht zufolge nicht mehr auf Online-Netzwerken aktiv sein. Das Paar sei "desillusioniert durch den Hass, der ihnen in den Internet-Netzwerken entgegengeschlagen ist", berichtet "The Sunday Times". of Prince Harry and his wife Meghan Markle

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Die Herzogin streitet mit der Klatschpresse und will ein Urteil ohne Verhandlung. Meghans Verhältnis zur Öffentlichkeit ist belastet.

London/Berlin. Alles ist angerichtet für die große Schlammschlacht, die Parteien stehen sich unversöhnlich gegenüber. Auf der einen Seite: die britischen Klatschzeitungen, die sich mit Meghans mitteilsamem Vater verbündet haben. Auf der anderen: der Prinz und die Herzogin, die um die Deutungshoheit über ihre Geschichte kämpfen. In diesen Tagen entscheidet sich, ob es vor Gericht zum Showdown kommt.

Harry (36) und Meghan (39) wollen das unbedingt verhindern. Sie fürchten, dass dann noch mehr privateste Details an die Öffentlichkeit gelangen. Der Queen-Enkel empfindet die Berichterstattung als „Mobbing, das die Menschen verängstigt und zum Schweigen bringt“.


Meghan wehrt sich gegen die Veröffentlichung eines Briefes

Es geht um eine Klage seiner Frau gegen den Verlag der „Mail on Sunday“, Associated Newspapers. Das Blatt hatte Anfang 2019 in mehreren Artikeln aus einem privaten Brief Meghans an ihren Vater Thomas Markle (76) zitiert. Sie will die Veröffentlichung als unzulässig verurteilt sehen – längst nicht das einzige von Harry und der Herzogin angestrengte Verfahren dieser Art.

Am Dienstag forderten ihre Anwälte, dass die Klage gegen den Verlag im Schnellverfahren entschieden wird. Im Klartext bedeutet das: Die Richter an Londons High Court sollen eilig ein Urteil zu Meghans Gunsten sprechen, ohne dass es zu einer tatsächlichen Verhandlung mit Zeugenaussagen kommt.

Harry und Meghan wollen Prozess vermeiden

„Ein Prozess wäre für Meghan und Harry traumatisch“, sagt eine hochrangige Quelle aus dem Umfeld der Königsfamilie gegenüber „The Sun“. „Er würde Palast-Interna aufdecken, Mitarbeiter würden in den Zeugenstand gerufen.“

Die Anwälte des Paars trugen in einer virtuellen Anhörung vor, warum ein schnelles „Summary Judgement“ ihrer Ansicht nach ausreicht. Es gebe keine „tragfähige Verteidigung“ für die Veröffentlichung des Briefs, so Anwalt Justin Rushbrooke. Die Richter werden wohl in Kürze über den Antrag entscheiden.

Harry, Meghan und die Öffentlichkeit – das war und ist eine Art Hassliebe. Für den britischen Boulevard war der Prinz seit Teenager-Tagen ein gefundenes Fressen. Anders als der stets königlich lächelnde William (38) lieferte der jüngere Bruder mit schöner Regelmäßigkeit Stoff für Skandale: nackter Harry, Harry im Nazi-Kostüm, pöbelnder Harry, knutschender Harry. Jeder Wimpernschlag wurde dokumentiert.

Meghan Markle brachte Glamour ins Königshaus

Als mit der ehemaligen US-Schauspielerin Meghan Markle 2018 eine weitere Prise Glamour, aber auch afroamerikanische Wurzeln ins Königshaus einzogen, gab es kein Halten mehr. Die Berichterstattung schwankte zwischen Begeisterung, voyeuristischen Paparazzi-Exzessen und Kommentaren mit von vielen als rassistisch empfundenen Untertönen.

„Meine größte Angst ist es, dass Geschichte sich wiederholt“, schrieb Harry im Herbst 2019 auf seiner Webseite. Lady Diana starb 1997 mit 36 Jahren bei einem Autounfall auf der Flucht vor Fotografen. „Ich habe meine Mutter verloren, und nun sehe ich, wie meine Frau den gleichen mächtigen Kräften zum Opfer fällt.“

Zur Wahrheit gehört auch, dass Harry und Meghan die Öffentlichkeit suchen und ihren Prominentenstatus versilbern. Für Netflix wollen sie Dokumentationen und Spielfilme produzieren und streichen dafür mehr als 110 Millionen Euro ein. Auch mit der Streaming-Plattform Spotify besiegelte das Paar einen Millionenvertrag und ließ beim Podcast-Debüt sogar den einjährigen Sohn Archie vors Mikrofon. Dabei will die Familie angeblich nur in Ruhe gelassen werden.

Meghans Vater will als Zeuge aussagen

Das moderne Paar im Kampf gegen den verkrusteten Palast – so soll die Welt sie wahrnehmen. Keinesfalls möchten die beiden selbst vor Gericht aussagen. Eine streng formalisierte Befragung passt nicht zu ihrer sehr bewusst arrangierten Inszenierung. Vor allem aber versucht Meghan zu verhindern, dass ihr Vater als Zeuge für den Verlag geladen wird.

Der Mann tut viel, um finanziell vom Rummel um seine Tochter zu profitieren. Noch in diesem Jahr will der ehemalige Film- und TV-Mitarbeiter eine Meghan-Doku veröffentlichen, in der er unter anderem „neue Videos und mein Lieblingsfoto von ihr“ zeigen werde. Über den Verlag Associated Newspapers ließ er bereits verlauten, er wolle den Prozess am liebsten so schnell wie möglich über die Bühne bringen.

Ob es vor Gericht zur Schlammschlacht kommt oder nicht – dass Presse und Publikum bald das Interesse an dem Paar verlieren, ist nicht zu erwarten.

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