Pandemie

Corona und Homeoffice: Was Arbeitnehmer in Büros erleben

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Studenten haben kein Geld und durch Corona noch weniger

Studenten haben kein Geld und durch Corona noch weniger

Zu Beginn der Pandemie stellte der Bund 100 Millionen Euro Soforthilfe für Studenten bereit, die ihren Job verloren haben. Rund zwei Drittel der fast 250.000 Anträge wurde bewilligt. Zudem wurden sehr viel mehr Studienkredite durch die KFW vergeben.

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Das Homeoffice ist auch nach den neuen Corona-Beschlüssen nur eine Empfehlung. Unter #MachtBuerosZu teilen Twitter-Nutzer Erfahrungen.

Berlin.  Privat nur eine Person treffen, aber auf der Arbeit mit den Kollegen und Kolleginnen im Großraumbüro sitzen: Auch nach den Beschlüssen von Bund und Ländern gibt es keine Pflicht zum Homeoffice.

Arbeitgeber werden lediglich „gebeten zu prüfen“, ob die Büros der Unternehmen durch Betriebsferien oder „großzügige Homeoffice-Lösungen“ weitgehend geschlossen werden können. Eine Forderung ohne viel Nachdruck und ohne drohende Strafen.

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Homeoffice: Hashtag #MachtBuerosZu trendet auf Twitter

Im Netz mehren sich nach den Beschlüssen nun die kritischen Stimmen. Viele Nutzer und Nutzerinnen wünschen sich ein härteres Durchgreifen der Politik. Sie wollen, dass die Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen sich ihrer Verantwortung bewusst sind und entsprechend handeln.

Bereits Ende Dezember kritisierte Grünen-Politikerin Laura Dornheim unter dem Hashtag #MachtBuerosZu die Regelungen für Arbeitgeber. Alle Corona-Ansteckungen in ihrem Umfeld seien im Büro passiert, sie.

Sie sei fassungslos, wie viele Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen die Anwesenheit im Büro fordern. Hunderte Nutzer und Nutzerinnen teilten und kommentierten ihren Tweet.

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Arbeitnehmer teilen ihre negativen Erfahrungen

Während einige den Hashtag als fragwürdig bezeichnen, oder die Homeoffice-Debatte als Wunsch von wirtschaftsfernen Grünenpolitikern abtun, teilen viele andere Menschen ihre persönlichen Erlebnisse unter dem Hashtag mit.

Viele schreiben von fehlenden Hygienekonzepten, Meetings, bei denen Kollegen dicht an dicht stehen, Chefs, die ihre Mitarbeiter zwingen in das neue Großraumbüro zu kommen und immer wieder von der Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren.

Viele Nutzer und Nutzerinnen berichten jedoch auch von positiven Erfahrungen. Das weiß auch Laura Dornheim zu schätzen und hat nach den Beschlüssen am Dienstag eine selbst erstellte Liste mit vorbildlichen Unternehmen veröffentlicht.

Die Negativliste wachse jedoch auch, veröffentlichen wolle sie diese jedoch nicht, wegen der Juristen, so die Politikerin.

DGB fordert mehr Kontrolle in den Betrieben

Die Twitter-Nutzer sind mit ihrer Kritik an den Beschlüssen von Land und Bund in Bezug auf das Homeoffice nicht allein. Die Linken fordern einen besseren Infektionsschutz für Arbeitnehmer und der DGB Hamburg setzt sich für mehr Kontrollen in den Betrieben ein.

„Die Arbeitsschutzbehörde muss verstärkt ein Auge auf die Arbeitsbedingungen haben“, so die Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Katja Karger. „Mehr als Appelle an die Arbeitgeber sind von der Politik nicht gekommen.“

In kleineren und mittleren Betrieben gebe es für die Beschäftigten oft noch eine Anwesenheitspflicht, obwohl diese nicht nötig sei. Auch das Tragen der Schutzmaske werde von manchem Chef nicht durchgesetzt.

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Rechtlich keinen Anspruch auf Homeoffice

Rechtlich gesehen gibt es in Deutschland keinen Anspruch auf Homeoffice. Bezüglich des Arbeitsortes, ist immer eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber erforderlich, so Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht.

Eine Rechtsgrundlage kann sich unter Umständen aus einer Betriebsvereinbarung oder aus dem Tarifvertrag ergeben. Aus einer Empfehlung der Länder an die Arbeitgeber, Homeoffice anzubieten, lässt sich dagegen kein Anspruch ableiten. (msb/dpa)

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