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Corona-Impfung: Impfstoffe, Nebenwirkung, mRNA - Alle Infos

| Lesedauer: 13 Minuten

Mehr als eine Million Corona-Tote in Europa

Mehr als eine Million Corona-Tote in Europa

In Europa hat die Zahl der Corona-Toten seit Beginn der Pandemie die Schwelle von einer Million überschritten, wie die Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben errechnet hat. Damit ist Europa die Region mit der höchsten Opferzahl der Pandemie.

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Kann ich nach der Impfung Alkohol trinken? Wie sieht es mit Sport aus? Welche Impfstoffe gibt es? Alles Wichtige zur Corona-Impfung.

Berlin. 
  • Seitdem die Hausärzte in allen Bundesländern gegen Corona impfen, geht es mit den Impfungen deutlich schneller voran in Deutschland
  • Wie viele Impfstoffe gibt es und sind bereits zugelassen? Was hat es mit der mRNA-Technologie auf sich? Darf man nach der Impfung keinen Sport machen oder Alkohol trinken?
  • Wir liefern einen Überblick darüber und geben die wichtigsten Infos rund um die Corona-Impfung

Bereits kurz nach Ausbruch der Corona-Pandemie ging der Wettlauf um den Impfstoff gegen das Virus los. Pharmaunternehmen entwickelten im Rekordtempo Vakzine, die nach Entwicklung und Testphasen ebenso schnell Zulassungen erhielten.

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In der EU bereits zugelassen sind die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson, weitere sollen folgen. Doch trotz der diversen Vakzine läuft die Impfkampagne in Deutschland aktuell noch schleppend.

Viele Menschen fragen sich: Wer ist beim Impfen als nächstes an der Reihe? Wann sind die Impfstoffe für jede und jeden verfügbar? Und wie steht es eigentlich um die Nebenwirkungen? Alle Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Corona-Impfstoff.


Inhalte dieses Artikels:

  1. Welche Corona-Impfstoffe gibt es?
  2. Welchen Impfstoff erhalte ich - kann ich ihn mir aussuchen?
  3. Wann werde ich geimpft?
  4. Wie erhalte ich einen Termin für die Corona-Impfung? Muss ich mich anmelden?
  5. Was muss ich zu meinem Impftermin mitbringen?
  6. Impfungen von Kontaktpersonen - Wie können sie sich eher impfen lassen?
  7. Wird es eine Corona-Impfpflicht geben?
  8. Wie sieht die Impfstrategie aus?
  9. Wo kann ich mich impfen lassen?
  10. Wie funktionieren mRNA-Impfstoffe?
  11. Wie viel Zeit darf zwischen erster und zweiter Impfung mit Biontech und Co. liegen?
  12. Was sind die Nebenwirkungen der Impfstoffe?
  13. Wann treten Nebenwirkungen auf und wie lange halten sie an?
  14. Ist man nach der Corona-Impfung immun?
  15. Ist man nach der Corona-Impfung ansteckend?
  16. Wie lange kein Sport nach der Corona-Impfung?
  17. Darf ich nach der Corona-Impfung keinen Alkohol trinken?
  18. Corona-Impfstoff: Wie gut ist die Impfung von Biontech/Pfizer?
  19. Wie wirkt der Impfstoff von Moderna?
  20. Was muss man über Astrazeneca wissen?
  21. Was ist der Impfstoff von Curevac?

Welche Corona-Impfstoffe gibt es?

Mehrere Unternehmen haben angesichts der weltweiten Corona-Pandemie im Eiltempo Impfstoffe entwickelt – mit Erfolg. Vier Impfstoffe sind in der EU bereits zugelassen.

  • Der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer wird in Deutschland seit Ende Dezember gespritzt
  • Auch das Vakzin des US-Konzerns Moderna ist seit Januar hierzulande zugelassen
  • Astrazenecas Vektorimpfstoff ist in der EU seit Ende Januar zugelassen, soll allerdings nur noch eingeschränkt verimpft werden
  • Der Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson ist bereits zugelassen, wird aber voraussichtlich erst ab Mitte April verimpft

Die Europäische Kommission hatte sich bereits vor den ersten Zulassungen von den Herstellern Impfdosen in Millionenhöhe gesichert. Auch mit der Tübinger Firma Curevac gibt es schon Verträge, allerdings befindet sich das Vakzin noch in der zulassungsrelevanten Phase-Drei-Studie und hat bei der EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur) bislang noch keinen Zulassungsantrag gestellt. Lesen Sie auch: Sputnik V: Das ist der Corona-Impfstoff aus Russland

Welchen Impfstoff erhalte ich - kann ich ihn mir aussuchen?

Ab sofort impfen auch Hausärzte gegen das Coronavirus. Einen Impfstoff kann man sich in den meisten Fällen aber nicht aussuchen. Lesen Sie dazu: Welchen Impfstoff erhält man?

Wie erhalte ich einen Termin für die Corona-Impfung? Muss ich mich anmelden?

Seit mehreren Monaten werden Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Doch wie kommt man an einen Termin für die Spritze? Dazu gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Reglungen. Lesen Sie hier: So bekommt man einen Termin für die Corona-Impfung.

Jetzt impfen die Hausärzte flächendeckend
Jetzt impfen die Hausärzte flächendeckend

Was muss ich zu meinem Corona-Impftermin mitbringen?

Wer einen Impftermin bekommen hat, sollte sich bestmöglich auf diesen vorbereiten. Auch wenn die Regeln von Bundesland zu Bundesland leicht abweichen, gibt es gewisse Unterlagen, die jeder zu seinem Termin mitbringen sollte. Welche das sind, lesen Sie hier.

Corona-Impfstoff: Wann werde ich geimpft?

Aktuell steht in Deutschland zu wenig Impfstoff zur Verfügung, um jeder impfbereiten Person ein Vakzin verabreichen zu können. Deshalb ist die Reihenfolge in einer Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums festgelegt. Sie basiert auf der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut (RKI) und wurde zuletzt am 10. März 2021 aktualisiert. Lesen Sie dazu: Wann ist ihre Impfung? Dieser Rechner kalkuliert ihren Impftermin

Das sieht die Priorisierung unter anderem vor:

  • Höchste Priorität: Beispielsweise Personen über 80 Jahre, Pflegeheimbewohner, Pflegekräfte und Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen
  • Hohe Priorität: Beispielsweise Personen über 70 Jahre, Personen mit Trisomie 21, Demenz oder geistiger Behinderung, Personen nach Organtransplantationen, Kontaktpersonen von Schwangeren, Beschäftigte in stationären Einrichtungen für Personen mit geistiger Behinderung, Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, Personen, die in Unterkünften für Geflüchtete oder Obdachlose leben, Beschäftigte in Kinderbetreuungseinrichtungen und Grundschulen
  • Erhöhte Priorität: Beispielsweise Personen über 60 Jahre, Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, Beschäftigte in relevanten Positionen in Regierungen, Verwaltungen oder Verfassungsorganen, Erzieher und Lehrer, die nicht in der 3. Gruppe sind, Beschäftigte im Einzelhandel
  • Ohne Priorität: Alle Personen, die ein geringeres Risiko haben, einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung zu erleiden

Impfungen von Kontaktpersonen - Wie können sie sich eher impfen lassen?

Kontaktpersonen von Schwangeren und Pflegebedürftigen können früher gegen Corona geimpft werden. Hier lesen sie: Das müssen Kontaktpersonen von Schwangeren und Risikogruppen zur Corona-Impfung wissen.

Impfungen gegen Corona – Wie sieht die Impfstrategie aus?

Impfstoff von Astrazeneca: EMA sieht derzeit kein altersspezifisches Risiko
Impfstoff von Astrazeneca: EMA sieht derzeit kein altersspezifisches Risiko

Die Bundesregierung hat in ihrer Impfstrategie drei Phasen vorgesehen:

  1. In Phase IA („Gezielte, zentralisierte Verimpfung“) ist erst wenig Impfstoff vorhanden, weshalb die Verimpfung stark priorisiert und nur für einen besonderen Personenkreis erfolgen kann. Dabei orientiert sich die Regierung an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, der Leopoldina und des Deutschen Ethikrates, zuerst besonders gefährdete Personen zu impfen.
  2. In Phase IB („Erweiterte, zentralisierte Verimpfung“) hat sich die Lage etwas entspannt: Es gibt zwar inzwischen etwas mehr Impfstoff, aber es findet weiterhin eine priorisierte Impfung für Gefährdete statt.
  3. Erst in Phase II („Breite, dezentrale Routine-Verimpfung“) ist der Impfstoff großflächig und für einen größeren Personenkreis verfügbar.

Corona: Wo kann ich mich impfen lassen?

Die Impfungen erfolgen derzeit größtenteils in Impfzentren. Diese Maßnahme ist nötig, da einige Impfstoffe besonders kühl gelagert werden müssen. Auch mobile Impfteams sind im Einsatz, beispielsweise in Pflege- und Seniorenheimen. Steht genügend Impfstoff zur Verfügung, wird das Impfen auch beim Hausarzt möglich sein. Lesen Sie hier: Corona-Impfung beim Hausarzt starten - So soll es losgehen.

Wird es eine Corona-Impfpflicht geben?

Die Bundesregierung hat sich mehrmals klar gegen eine nationale Corona-Impfpflicht ausgesprochen. Solange es keine offizielle Impfpflicht gibt, kann auch nicht vom Arbeitgeber verlangt werden, dass sich die Beschäftigten einer Impfung unterziehen – ganz egal, ob es sich um ein privatwirtschaftliches oder staatliches Unternehmen handelt.

Gerald Haug, Präsident der Leopoldina, schlägt statt einer Pflicht eine kluge Impfkampagne vor, um möglichst viele Personen zu einer Impfung bewegen zu können.

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Wie funktionieren mRNA-Impfstoffe?

Unter Impfskeptikern hält sich hartnäckig die Annahme, dass mRNA-Impfstoffe das Erbgut verändern können. Dies trifft nicht zu. Die Stoffe ermöglichen es mittels einer mRNA („Boten-RNA“), den Zellen im Muskelgewebe die Information für die Herstellung einzelner Antigene zu übermitteln, wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung auf seiner Webseite erklärt.

Dadurch beginnt die Zelle mit dem Bau von Proteinen, die dem Immunsystem als Antigene präsentiert werden – eine Immunantwort wird ausgelöst. Das Erbgut bleibt von diesen Vorgängen unberührt. Lesen Sie hier: Das ist die Wirkungsweise von mRNA-Impfstoffen

mRNA-Impfung: Wie viel Zeit darf zwischen erster und zweiter Impfung mit Biontech und Co. liegen?

Zwischen der ersten und der zweiten mRNA-Impfung sollen künftig sechs Wochen liegen, vielleicht mehr. Lesen Sie hier: Welche Folgen hat der größere Abstand zwischen zwei Impfungen mit den mRNA-Impfstoffen.

Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V
Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V

Corona: Was sind die Nebenwirkungen der Impfstoffe?

Harmlose Reaktionen oder leichtere Nebenwirkungen nach Impfungen sind ganz normal. Sie treten auch nach gängigen Impfungen wie Tetanus oder Mumps-Masern-Röteln auf.

Dazu zählen:

  • Schwellungen oder leichte Schmerzen an der Einstichstelle
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Übelkeit
  • Leichtes Krankheitsgefühl
  • Fieber

In sehr seltenen Fällen kann es zu einem allergischen Schock kommen, der lebensbedrohlich sein kann. Daher bleibt man nach der Impfung in der Regel noch etwa 30 Minuten unter Beobachtung. Das sind mögliche Nebenwirkungen der Corona-Impfung.

Einen Sonderfall bildet der Impfstoff von Astrazeneca. Nach Impfungen mit dem Vakzin sind inzwischen mehr als 30 Fälle von Hirnvenenthrombosen aufgetreten, fast alle bei Frauen unter 55. Deutschland hat die Impfungen mit Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren daher nun eingeschränkt. Mehr dazu: Astrazeneca-Impfung: Was man über Thrombosen wissen muss

Corona-Impfstoffe: Diese Nebenwirkungen gibt es
Corona-Impfstoffe- Diese Nebenwirkungen gibt es

Corona-Impfung: Wann treten Nebenwirkungen auf und wie lange halten sie an?

Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten im Normalfall einige Tage an. Auch eine allergische Reaktion zeigt sich unmittelbar nach Verabreichung des Vakzins.

Ist man nach der Corona-Impfung immun?

Da die Impfungen erst seit einigen Monaten stattfinden, gibt es bislang noch keine Langzeitstudien zur Wirkdauer der Immunisierung. Anhand der Immunreaktionen nach einer Corona-Infektion kann man jedoch gewisse Schlüsse ziehen. Studien zeigen, dass Antikörper und T-Zellen bei bereits Infizierten durchschnittlich fünf Monate lang nachweisbar waren. Auch interessant: Sinopharm und Co.: Was können die chinesischen Impfstoffe?

Immunologen gehen davon aus, dass eine Impfung eine noch stärkere Immunantwort des Körpers auslöst, was zu einer längeren Immunität gegen das Virus führen kann. Von einer lebenslangen Schutzwirkung wird derzeit allerdings nicht ausgegangen.

Ist man nach der Corona-Impfung ansteckend?

Bisher ist nicht bekannt, ob eine Corona-Impfung auch Nicht-Geimpfte vor einer Ansteckung schützt. Es ist möglich, dass Geimpfte den Erreger ohne Krankheitssymptome in sich tragen und an andere übertragen können. Daher ist es wichtig, sich auch nach der Immunisierung an die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln zu halten.

Wie lange kein Sport nach der Corona-Impfung?

Unmittelbar nach einer Impfung sollte man auf extremen Ausdauersport oder Krafttraining verzichten, da das Immunsystem dadurch geschwächt und Nebenwirkungen verstärkt werden können. Gegen leichte körperliche Betätigung spricht allerdings nicht.

Darf ich nach der Corona-Impfung keinen Alkohol trinken?

Auch auf Alkohol sollte man etwa drei Tage nach einer Impfung verzichten. Ebenso wie starke körperliche Belastung hat auch Alkohol eine negative Wirkung auf das Immunsystem.

Corona-Impfstoff: Wie gut ist die Impfung von Biontech/Pfizer?

Bei dem Impfstoff des Mainzer Biotechunternehmens Biontech und des US-Konzerns Pfizer handelt es sich um einen mRNA-Impfstoff mit einer Wirksamkeit von 95 Prozent. Die Schutzwirkung soll eine Woche nach einer zweiten Injektion des Stoffes erreicht werden. Die Zulassung für die Europäische Union ist bereits beantragt. Der Impfstoff muss bei sehr niedriger Temperatur gelagert werden. Lesen Sie hier: Der erste Corona-Impfstoff: Ein deutsches Wunder?

Wie wirkt der Impfstoff von Moderna?

Bei dem Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Moderna handelt es sich ebenfalls um einen mRNA-Impfstoff . Er weist eine Effektivität von 94,5 Prozent auf. Anders als der Biontech-Impfstoff hält er sich auch bei niedrigen Kühlschranktemperaturen: mRNA-1273 könnte 30 Tage lang bei einer Temperatur zwischen 2 und 8 Grad wirksam bleiben. Hintergrund: Aufbau, Wirkung, Preis: Die Corona-Impfstoffe im Vergleich

Was muss man über Astrazeneca wissen?

Der Impfstoff von Astrazeneca wurde gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt. Anders als bei Biontech/Pfizer und Moderna handelt es sich um einen Vektorimpfstoff. Er bietet eine Wirksamkeit von insgesamt 70 Prozent. Lesen Sie auch: Alles Wichtige zum Corona-Impfstoff von Astrazeneca.

Nachdem zuletzt vermehrt Fälle von Hirnvenenthrombosen, fast ausschließlich bei Frauen unter 55, aufgetreten waren, hat Deutschland die Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff eingeschränkt. Mehr dazu hier: Astrazeneca: Die wichtigsten Antworten zur neuen Regelung

Was ist der Impfstoff von Curevac?

Ein weiterer aussichtsreicher Impfstoff könnte der Kandidat des Tübinger Unternehmens Curevac sein. Über die Wirksamkeit des Vakzins ist allerdings noch nichts bekannt. Es handelt sich ebenfalls um einen mRNA-Impfstoff. Die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie hat Mitte Dezember 2020 begonnen. Lesen Sie hier: Curevac: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Impfstoff

(raer/mit dpa/afp)

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