Flucht

Nordkorea: Turner flüchtet mit Sprung über Grenzzaun

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Tobias Eßer
Nordkorea feiert 75 Jahre Arbeiterpartei

Nordkorea feiert 75 Jahre Arbeiterpartei

In Nordkorea haben die Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen der regierenden Arbeiterpartei begonnen. Der nordkoreanischen Geschichtsschreibung zufolge gründete Kim Il Sung die Arbeiterpartei am 10. Oktober 1945.

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Ein Turner aus Nordkorea ist mit einem Sprung über einen meterhohen Grenzzaun in den Süden gelangt. So glückte die spektakuläre Flucht.

Goseong. 
  • Immer wieder versuchen Menschen, aus dem diktatorisch regierten Nordkorea zu flüchten
  • Einem nordkoreanischen Turner ist nun eine spektakuläre Flucht gelungen
  • Der Mann sprang über einen meterhohen Zaun nach Südkorea
  • Die Flucht des Mannes ist nun Anlass einer Untersuchung in Südkorea, weil sie auf Sicherheitslücken hinweist

Ein Nordkoreaner ist nach Militärangaben Anfang November nach Südkorea geflüchtet – laut Medienberichten mit einem halsbrecherischen Manöver. Der Mann sei nach eigenen Angaben ein ehemaliger Turner und habe am Grenzzaun einen Metallpfosten erklettert, berichtet unter anderem der „ Korea Herald “. Die Höhe des Pfostens habe er genutzt, um von dort über den etwa drei Meter hohen Zaun nach Südkorea zu springen.

Spektakuläre Flucht über drei Meter hohen Grenzzaun

Die Flucht ereignete sich den Berichten zufolge schon am 4. November in der Provinz Goseong, die im äußersten Nordosten Südkoreas liegt. Seit seinem Sprung über die Grenze soll sich der Turner in südkoreanischem Gewahrsam befinden. Laut den Berichten habe der Mann seinen Sprung den Grenztruppen zwei Mal zeigen müssen, um seine Behauptungen über seine Flucht zu belegen.

Nachdem ihn südkoreanische Einheiten des Grenzschutzes aufgegriffen hätten, habe der Geflüchtete politisches Asyl beantragt, wird berichtet.

Grenze zwischen Nord- und Südkorea ist gut gesichert und entmilitarisiert

Die Grenze zwischen Nord- und Südkorea ist auf einer Breite von zweieinhalb Kilometern entmilitarisiert , zahlreiche Sensoren und Tretminen sollen das Niemandsland sichern. Zuletzt hatten sich die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea wieder entspannt , nachdem es im Frühjahr einen Schusswechsel an der Grenze zwischen beiden Ländern gab.

Südkoreanischen Behörden zufolge habe der Turner keinen Sensor ausgelöst – möglicherweise liege das an seinem geringen Gewicht sowie seiner Turnerfahrung, berichtet der „Korea Herald“ weiter.

Spektakuläre Flucht weist auf Sicherheitslücken hin

Die Flucht des Turners ist nun Anlass einer Untersuchung in Südkorea, weil sie auf eine oder mehrere Sicherheitslücken hinweist – denn es ist nicht das erste Mal, dass ein Mensch in der Provinz Goseong unbemerkt das Land betreten hat.

Für die Suchaktion wurden Berichten zufolge die Grenztruppen in spezielle Alarmbereitschaft versetzt, die für den Fall gilt, dass möglicherweise bewaffnete Soldaten aus Nordkorea eingedrungen sind. Der Alarm sei später aufgehoben worden.

Schon 2012 flüchtete ein nordkoreanischer Soldat durch die entmilitarisierte Zone bis zu einem südkoreanischen Außenposten. Die südkoreanischen Grenzer bekamen seine Flucht erst mit, als der Soldat an ihrer Tür klopfte um Asyl zu beantragen.

Flucht aus Nordkorea findet häufig über China statt

Immer wieder kommt es vor, das Nordkoreanerinnen und Nordkoreaner in den Süden flüchten. Den gefährlichen Weg durch das Niemandsland wählen dabei allerdings die wenigsten. Viele Geflüchtete reisen aus Nordkorea nach China aus, um von dort über ein Drittland nach Südkorea weiterzuflüchten.