Gesundheit

Grippe-Impfstoff in vielen Praxen bereits aufgebraucht

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Coronavirus und Grippe im Vergleich

Coronavirus und Grippe im Vergleich

Coronavirus und Grippe im Vergleich: So unterscheiden sich die beiden Viruskrankheiten.

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Wegen der Corona-Pandemie wollen sich 2020 besonders viele Menschen gegen die Grippe impfen lassen. Das führt zu ersten Engpässen.

Berlin. 
  • Wegen der Corona-Pandemie wollen sich aktuell besonders viele Menschen gegen Grippe impfen lassen
  • Auch das Gesundheitsministerium rät zur Grippe-Impfung
  • Doch der Impfstoff ist in vielen Praxen bereits aufgebraucht

Die Corona-Pandemie hat Deutschland weiter fest im Griff. Immer mehr Menschen infizierten sich zuletzt neu mit dem Erreger SARS-CoV-2. Doch nicht nur das Coronavirus ist im Winter aktiver als im Sommer: Auch die Grippe-Saison steht bevor.

Corona-Pandemie: Ministerium ruft zur Grippe-Impfung auf

Um zu verhindern, dass diese das durch Corona ohnehin strapazierte Gesundheitssystem weiter belastet, hatte das Gesundheitsministerium bereits vor Wochen dazu aufgerufen, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Rund 26 Millionen Impfdosen stehen dafür zur Verfügung. Offenbar zu wenige.

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Denn wie die „Ärztezeitung“ berichtet, ist der bisher ausgelieferte Impfstoff in vielen Arztpraxen bereits aufgebraucht. Das sei das Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage des Berufsverbands Deutscher Internisten unter seinen Mitgliedern.

Grippe-Impfstoff in vielen Arztpraxen aufgebraucht

42 Prozent der rund 580 Ärzte, die sich an der Umfrage beteiligt hatten, hatten den ihnen zur Verfügung stehenden Grippe-Impfstoff bereits Ende Oktober komplett, rund 24 Prozent zu drei Vierteln verbraucht. Viele Mediziner haben deshalb nachbestellt – und die Antwort erhalten, dass derzeit kein Impfstoff mehr verfügbar sei. Nur rund 20 Prozent haben eine zusätzlich Lieferung erhalten.

Bereits mehrfach hatte es in den vergangenen Wochen Berichte über Engpässe beim Grippe-Impfstoff gegeben. Das Gesundheitsministerium wies diese immer wieder zurück: Noch 7,4 Millionen Dosen stünden bereit, um in den kommenden Wochen ausgeliefert zu werden, sagte ein Ministeriumssprecher kürzlich der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Man rechne damit, dass weitere Vorräte im Großhandel, in Apotheken und Arztpraxen lagerten.

Ministerium: Grippe-Impfstoff wird reichen

Das Ministerium geht davon aus, dass dies ausreicht, um die große Nachfrage nach Grippeimpfungen zu befriedigen. Diese ist aktuell besonders hoch, weil viele Menschen wegen der Corona-Pandemie verunsichert sind und sich deshalb impfen lassen wollen.

Doch trotz der Beteuerungen des Gesundheitsministeriums geht unter anderem der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte davon aus, dass der Impfstoff nicht einmal für die Risikopatienten ausreichen werde. Laut Ständiger Impfkommission gehören zu dieser Gruppe unter anderem Personen über 60 und chronisch Kranke.

(nfz/dpa)