Wolfsburgs Gastro beugt sich dem Corona-Lockdown

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Stephanie Giesecke
Hochgestellte Stühle statt speisender Mittagsgäste: Das Vapiano in der Wolfsburger Porschestraße ist am ersten Tag des Corona-Lockdowns geschlossen.

Hochgestellte Stühle statt speisender Mittagsgäste: Das Vapiano in der Wolfsburger Porschestraße ist am ersten Tag des Corona-Lockdowns geschlossen.

Foto: Helge Landmann / regios24

Wolfsburg, 2. November: Manche Restaurants haben im zweiten Lockdown erneut auf Essen zum Mitnehmen umgestellt, andere lassen es gleich ganz.

Wolfsburg. Bei Vapiano in der Porschestraße sind die Stühle hochgestellt, auch das benachbarte Sausalitos ist seit Montag wegen des seit dem 2. November geltenden Corona-Lockdowns geschlossen. Gegenüber stehen dagegen am Mittag etliche Hungrige vor dem Arena-Grill, Hüseyin Eroglu hat blitzschnell auf Außer-Haus-Verkauf und Lieferservice umgestellt.

Doch der Geschäftsführer klingt am Telefon bedrückt: Ein leerer Saal statt voll besetzter Tische ist für den Wolfsburger Gastronom kein schöner Anblick. Sein halbes Team habe er in Kurzarbeit geschickt, erzählt Eroglu. Die Mitarbeiter, die zur Risikogruppe zählen, bleiben ebenso zu Hause wie die Service-Kräfte, für die es mangels Gästen nichts zu tun gibt.

An Nam setzt auf Außer-Haus-Verkauf, das Aalto schließt bis zum Monatsende

Auf Außer-Haus-Verkauf und Lieferservice setzt jetzt auch das beliebte vietnamesische Restaurant An Nam am Willy-Brandt-Platz. Ob das Essen zum Mitnehmen angenommen wird, vermag Restaurantleiterin Do Thi Thuy Dung nicht abzusehen. „Heute war noch nicht viel los“, sagt sie. „Aber es ist noch der erste Tag. Wir müssen ein paar Tage abwarten.“

Ein letztes Essen zum Mitnehmen hat das Team des Aalto-Restaurants am Südkopf am Montagmittag ausgegeben. Eine Kundin hatte für einen runden Geburtstag vorbestellt. „Die hat sich auf uns verlassen“, sagt Süheyl Yesilnur. Versprechen werden eingelöst. „Aber das war’s.“

Lockdown vor Weihnachten ist für Wirte bitter

Das Aalto hat sich im Gegensatz zu anderen Restaurants gegen einen Außer-Haus-Verkauf entschieden. „Für uns lohnt es sich nicht“, erklärt Yesilnur. „Wir haben eine andere Art von Küche und können auch kein billiges Essen anbieten. Wir haben jetzt geschlossen und warten, wie es weitergeht.“ Für viele Betriebe, ahnt der Wolfsburger, werde es durch den neuen Lockdown sehr schwierig. „Es ist traurig.“

Der Vorsfelder Wirt Jovi Davidovic hat sowohl sein Hackepeter als auch das Schützenhaus dichtgemacht. „Wir haben komplett geschlossen“, sagt er. Davidovic war innerlich darauf vorbereitet, dass neue Einschränkungen kommen. Vor Weihnachten, findet er trotzdem, sei es schon hart. „Aber wir müssen damit leben.“

Friseursalons dürfen öffnen, Gastro nicht

Gesundheit stehe an erster Stelle, betont Hüseyin Eroglu. Aber die Entscheidungen der Regierung kann er nicht ganz nachvollziehen. „Wenn Friseur- und Kosmetikgeschäft öffnen dürfen, warum nicht wir?“, fragt er. Das Restaurant habe in ein Hygienekonzept investiert. „Jetzt müssen wir die Tür zu halten.“ Jovi Davidovic aus Vorsfelde hofft, dass die Inzidenzzahlen nun schnell sinken. Damit er wenigstens noch ein bisschen etwas mitnehmen kann vom Weihnachtsgeschäft.

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