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Gerard Butler: Wie er trotz Corona-Pandemie gelassen bleibt

Hollywood-Actionstar Gerard Butler erzählt im Interview, warum er sich in der Corona-Pandemie von der Angst nicht anstecken lässt.

Ein ganzer Kerl, im Kino oft in der Harte-Männer-Rolle zu sehen: Gerard Butler.

Ein ganzer Kerl, im Kino oft in der Harte-Männer-Rolle zu sehen: Gerard Butler.

Foto: Dominik Bindl / WireImage

Essen. Längst darf Gerard Butler als einer der großen Actionstars des Kinos gelten. In „300“ kämpft er gegen persische Invasoren, in der „Angel“-Filmserie rettet er unter anderem den amerikanischen Präsidenten und in seinem aktuellen Streifen „Greenland“ kämpft der 50-Jährige um das Überleben seiner Familie. Im persönlichen Gespräch wirkt der gebürtige Schotte gemütlich und erfrischend gut gelaunt.

In „Greenland“ sucht eine Katastrophe die ganze Erde heim, und Ihr Protagonist tut alles, um seine Familie in Sicherheit zu bringen. Das klingt leider unangenehm vertraut – finden Sie nicht?

Gerard Butler: Oh ja, auch wenn bei uns im Film ein Komet herunter knallt. Aber wir zeigen eben auch, wie so ein Ereignis die ganze Gesellschaft verändert, und da gibt es schon Parallelen zur Pandemie. Denn bei den einen bringt das die schlechten Seiten heraus und bei den anderen die guten.

Und bei Ihnen?

Butler: Ich hoffe natürlich, die guten. Ich habe mich in der aktuellen Situation schon gefragt: „Kann ich den Helden, den ich in meinen Filmen spiele, gerecht werden? Wähle ich den ehrenvollen Weg, auch wenn der schwieriger ist, oder den leichten Pfad?“ Und ich versuche, den letzteren zu nehmen. Mental war ich da schon richtig eingestellt. Ich habe mich auch nicht von der ganzen Angst anstecken lassen, selbst wenn ich die Gefahr schon ernst nehme.

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Was war denn Ihre extremste Corona-Erfahrung?

Butler: Wegen mir sind wahrscheinlich die Olympischen Spiele abgesagt worden.

Wie bitte?

Butler: Na ja, vermutlich habe ich der Olympiade Pech gebracht. Man muss dazu Folgendes wissen: In „300“ habe ich den Spartanerkönig Leonidas gespielt. Dadurch habe ich eine ganz besondere Beziehung zu Griechenland und zu Sparta. Dieses Jahr sollte das olympische Feuer nach Sparta getragen werden. Und wer bekam die Ehre, mit der Fackel zu laufen? Ich, der kleine Junge aus Schottland, der in einer Sozialwohnungssiedlung aufwuchs. Das durfte ich mir also nicht entgehen lassen. Die griechische Regierung meinte damals, dass sie keine große Menschenmenge dabei haben wollte, aber dann tauchten 10.000 Leute auf. Und was passiert am nächsten Tag? Man sagt die Olympiade für dieses Jahr ab. Ich habe also die zweifelhafte Ehre, dass ich der letzte Fackelträger war, bevor die Spiele abgeblasen wurden.

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Es gibt auch die Gefahr, dass das Kino in der Krise untergeht, weil die Leute nicht hingehen wollen oder dürfen. Wie sehen Sie das?

Butler: Wenn du dir lauter Sorgen machst, änderst du nichts an der Situation. Wir finden, dass ein Film wie „Greenland“ auf der großen Leinwand am besten funktioniert. Und jeder sollte die Chance haben, den unter sicheren Bedingungen zu sehen. Die ganze Lage ist zwiespältig. Denn ich denke schon, dass die Kinolandschaft jetzt ausgedünnt werden wird. Es wird weniger Filme geben. Andererseits sollten wir das Kino nicht kaputt­reden. Gerade in Zeiten wie diesen vermissen die Leute so eine Erfahrung.

Sie drehen inzwischen wieder weiter. Aber werden Ihnen diese ständigen Actionhelden in Extremsituationen nicht langsam zu viel?

Butler: Das kommt auf die Rolle an. Bei „Greenland“ habe ich es etwas übertrieben. Da gibt es eine Kampfszene, in der ich mich total verausgabt habe. Denn mein Protagonist muss unbedingt siegreich bleiben, um seine Familie zu retten. In jede Einstellung habe ich die ganze Verzweiflung, die ich aufbringen konnte, hineingelegt. Und jedes Mal bekam ich Nackenschmerzen. Das wurde danach nicht besser. Nach sechs Monaten war mir klar, dass mich dieses Problem weiter begleiten wird.

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Das heißt, Sie gehen jetzt anders an Ihren Job heran?

Butler: Ja, das hat aber auch mit der Pandemie zu tun. Ich habe es gelernt, dass ich mich nicht so sehr auf meinen Job fixieren soll. Wir wandeln alle wie Schlafwandler durchs Leben, kümmern uns nur um die Arbeit. Das galt auch für mich. Jetzt frage ich mich: Ist es mein einziges Ziel, dass meine Filmografie immer länger wird? Gibt es sonst noch was im Leben? Worauf kommt es mir an? Darauf versuche ich jetzt eine Antwort zu finden.

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