US-Wahl

Obama greift in Philadelphia Trump aggressiv an: „Unfähig”

Es war die erste offene Wahlkundgebung Barack Obamas zugunsten Joe Bidens. Der Ex-Präsident ging Trump so heftig an wie noch nie.

So wird in den USA gewählt

Alle vier Jahre wählen die Amerikaner einen neuen Präsidenten. Das Wahlsystem unterscheidet sich deutlich von unserem.

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Washington. Der Wahltag kommt näher. Und mit ihm Barack Obama. Der Alt-Präsident hat bei seiner ersten offenen Wahlkundgebung zugunsten seines ehemaligen Stellvertreters Joe Biden Amtsinhaber Donald Trump am Mittwochabend in Philadelphia so unerbittlich wie noch nie in den Senkel gestellt.

„Er hat kein Interesse daran gezeigt, seinen Job zu erledigen oder jemand anderem zu helfen als sich selbst”, sagte der in puncto Beliebtheit weit vor Trump rangierende Demokrat vor Wählern, die wegen der Coronakrise seine Rede bei einem Drive-In aus dem Auto verfolgten mussten. Laute Hupkonzerte waren sein Lohn.

Obama: Trump habe Corona-Situation mit „Inkompetenz“ drastisch verschlimmert

Obama räumte ein, dass die Corona-Pandemie, der in Amerika seit Anfang des Jahres über 220.000 Menschen zum Opfer gefallen sind, „für jeden Präsidenten schwierig gewesen wäre”. Allerdings habe Trump mit großer „Inkompetenz” und reihenweise „Falschinformationen” die Situation drastisch verschlimmert.

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„Die Annahme, dass dieses Weiße Haus irgendetwas anderes getan hat, als es komplett zu versauen, die stimmt einfach nicht”, rief Obama mit hochgekrempelten Ärmeln ins Publikum. Trump habe sich darauf beschränkt, zu twittern und „Sachen frei zu erfinden”, sagte Obama, beides löse keine Probleme.

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Obama: Trump sei „unfähig, seinen Job ernst zu nehmen“

Unter seinem ehemaligen Vize Joe Biden werde das Corona-Problem nicht auf Anhieb gelöst werden, dazu sei die Lage zu schwierig, sagte Obama, aber der 77-Jährige habe einen nachvollziehbaren Plan, werde keine unnötigen Risiken eingehen und vor allem auf den Rat jener Experten bauen, die Trump regelmäßig konterkariere.

Der Amtsinhaber sei einfach „unfähig, den Job ernst zu nehmen“, polterte Obama. Trump betrachte das Amt als Rolle in einer Reality-Show, der Realität sei er nie gewachsen gewesen.

Obama warnte die Demokraten eindringlich davor, angesichts positiver Umfragen „selbstzufrieden” einen Gang zurückzuschalten. Biden liegt im Schnitt aller seriösen Umfragen in Pennsylvania derzeit acht Prozentpunkte (52 zu 44) vor Trump. „Ich kümmere mich nicht um die Umfragen”, sagte Obama und erinnerte daran, dass die Meinungsforscher vor vier Jahren Hillary Clinton ebenfalls einen Vorsprung attestierten – am Ende gewann Trump.

Obama ruft Wähler zum Urnengang auf

Seinerzeit seien zu viele Wähler wegen der Umfragen „faul” geworden und gar nicht zur Wahl gegangen. 2020 dürfe sich das nicht wiederholen. „Wir müssen uns beteiligen wie nie zuvor, es darf keinen Zweifel geben.“ Trump müsse unbedingt abgewählt werden. Im anderen Fall werde es für Amerika sehr schwer, „sich aus diesem Loch wieder zu befreien”. Lesen Sie hier: Kurz vor der Wahl wirkt Donald Trump immer verzweifelter

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Obamas Auftritt wurde von den Demokraten vor Ort als „wichtige Energiespritze” bezeichnet. Die Aussicht, die 20 Stimmen für das 538-köpfige Wahlmänner-Gremium zu bekommen, die Pennsylvania zu vergeben hat, seien „erneut gestiegen”.

Skeptiker erinnerten daran, dass Obama für Clinton 2016 kurz vor der Wahl gemeinsam mit dem Rockstar Bruce Springsteen in Philadelphia eine ähnliche Kundgebung abhielt – die Ernüchterung nach dem Sieg Trumps war groß.

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