33,2 Millionen Infektionen

Mehr als eine Million Corona-Tote weltweit

Das Coronavirus verbreitet sich weiter - sowohl um den Globus als auch in Deutschland. Weltweit sind nun schon mehr als eine Million Tote zu beklagen. UN-Generalsekretär Guterres spricht von einem "qualvollen Meilenstein". Wie lange dauert die Pandemie noch?

Ein Totengräber auf dem Westpark-Hauptfriedhof in Johannesburg. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind weltweit bereits mehr als eine Million Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben.

Ein Totengräber auf dem Westpark-Hauptfriedhof in Johannesburg. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind weltweit bereits mehr als eine Million Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben.

Foto: dpa

Washington/Berlin. Weltweit sind nach Zahlen aus den USA inzwischen mehr als eine Million Menschen nach einer Infektion mit dem Corona-Virus gestorben.

Das geht aus Daten hervor, die die amerikanische Johns-Hopkins-Universität am Montag (Ortszeit) in Baltimore veröffentlichte. Mehr als 33,2 Millionen Infektionen wurden nachgewiesen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer an Toten und Erkrankten aus. In vielen Staaten wird nicht richtig getestet. Mancherorts wird das wahre Ausmaß vertuscht. Mit einem baldigen Rückgang der Zahlen rechnen Experten jedenfalls nicht.

In Deutschland wurden bis Dienstag 9460 Todesopfer gezählt. Damit liegt die Bundesrepublik im internationalen Vergleich bislang besser als viele andere Staaten. Binnen 24 Stunden meldeten die deutschen Gesundheitsämter 2089 neue Ansteckungen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag mitteilte. Damit haben sich in Deutschland mindestens 287 421 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 29.9, 0.00 Uhr). Mehr als 254.000 haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Mit Sorge wird nun auf die Entwicklung in den nächsten Monaten geblickt - auch in Deutschland. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte am Montag davor, dass die Zahlen im Herbst auch hierzulande deutlich in die Höhe gehen könnten: Wenn diese sich wöchentlich so weiterentwickelten, werde es zu Weihnachten 19.200 Neuinfektionen am Tag geben.

Am schlimmsten ist die Bilanz bislang für die Vereinigten Staaten. Weltweit sind ein Fünftel aller erfassten Todesfälle in den USA zu beklagen. Dort starben mehr als 205.000 Menschen. In Brasilien sind bisher mehr als 142.000 Menschen, in Indien mehr als 95.000 Menschen der Krankheit erlegen. Die Opferzahl in den USA, wo rund 330 Millionen Menschen leben, ist weltweit die höchste in absoluten Zahlen. Relativ zur Einwohnerzahl ist sie jedoch in einigen europäischen Ländern wie Großbritannien und Spanien höher.

UN-Generalsekretär António Guterres nannte die Marke von mehr als einer Million Toten einen "qualvollen Meilenstein". "Es ist eine betäubende Zahl", sagte Guterres in New York. Er rief dazu auf, sich weltweit an Abstands- und Hygieneregeln zu halten sowie Maske zu tragen.

Die Webseite der Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Die WHO erfasste bis Montag mehr als 996.000 Todesfälle und gut 33 Millionen bekannte Infektionen.

In Deutschland war am Samstag war mit 2507 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Corona-Fälle träten besonders in Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis auf, heißt es im Lagebericht des RKI. Vermehrt würden wieder Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet. In Deutschland lag der bisherige Höchstand bei täglich gemeldeten Neuansteckungen Ende März/Anfang April - mehr als 6000. Die Zahl ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Montag bei 1,18 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

© dpa-infocom, dpa:200929-99-750238/8

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