Corona-Pandemie

Heizstrahler und Corona: In diesen Städten sind sie erlaubt

Heizstrahler während der Corona-Krise: Sollten sie erlaubt werden? Das entscheiden die Städte. Dadurch entsteht ein Flickenteppich.

Heizstrahler wegen der Corona-Pandemie erlauben? Das entscheiden in Deutschland die Städte.

Heizstrahler wegen der Corona-Pandemie erlauben? Das entscheiden in Deutschland die Städte.

Foto: Daniel Karmann / dpa

Berlin. Noch ist der Sommer in weiten Teilen des Landes zu spüren, doch gerade in den Abendstunden spürt man, dass der Herbst für Meteorologen in Deutschland bereits begonnen hat. Die Aussicht auf niedrige Temperaturen befeuert die Diskussion um Heizstrahler für gastronomische Betriebe. In zahlreichen Städten sind sie verboten – sie gelten als Klimakiller. Da durch die Corona-Krise aber immer noch viele Gäste ein Lokal von innen meiden, könnten Heizpilze dabei helfen, es den Gästen im Freien gemütlicher zu machen.

Sollten Heizpilze aufgrund der Corona-Pandemie vorübergehend erlaubt werden? Darüber ist eine Debatte bis in die Bundespolitik entbrannt. Dabei werden die Regeln meist in Städten gemacht. So gibt es einen Flickenteppich an Verboten, Ausnahmen und Genehmigungen.

Heizpilze: Hier gibt es kein Verbot

In vielen Städten gab es gar kein Verbot für die Heizpilze auf öffentlichen Freischankflächen. In Bremen beispielsweise sind sie erlaubt, wenn auch nicht weit verbreitet. Auch in Düsseldorf, Duisburg, Dortmund, Bonn, Cottbus, Potsdam und Kiel gibt es keine Verbote, ebenso in Frankfurt am Main. Zu Jahresbeginn war hier noch über ein mögliches Verbot debattiert worden, das dürfte vorerst vom Tisch sein.

In Köln gibt es ebenfalls kein grundsätzliches Verbot von Heizpilzen – allerdings teilweise gestalterische Vorgaben. In Leipzig gilt für Freiflächen die Regel ein Heizpilz pro 20 Quadratmeter. Allerdings müssen sie beantragt werden, und eine Gebühr von 20 bis 30 Euro wird fällig, die für Baumpflanzungen eingesetzt werden soll. In Dresden sind die Pilze ebenfalls nicht grundsätzlich verboten, müssen aber beantragt werden.

Heizstrahler: Hier werden sie vorübergehend erlaubt

Zu den Städten, in denen Heizpilze in Herbst und Winter vorübergehend erlaubt werden sollen, gehört unter anderem Stuttgart. Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) will das in der Innenstadt geltende Verbot bis April kommenden Jahres aussetzen, um der Gastronomie zu helfen.

Er plädiert dabei für den Einsatz von mit Ökostrom betriebenen Geräten. Auch in Tübingen und Regensburg sind Ausnahmen geplant. Essen will die eigentlich verbotenen Heizpilze bis Ende März dulden. Auch in Fürth gibt es derzeit eine Erlaubnis aufgrund der Corona-Krise.

Heizpilze wegen Corona: Hier sind sie in der Debatte

In München sind Heizpilze auf öffentlichem Grund nur erlaubt, solange die Sommerzeit gilt. Ende September wird sich der Stadtrat voraussichtlich mit dem Thema beschäftigen, eine Erlaubnis wäre laut Verwaltung „problemlos per Mehrheitsbeschluss“ möglich. Auch in Augsburg, wo Heizpilze weitgehend verboten sind, steht die Entscheidung über eine mögliche Lockerung noch aus.

Besonders kompliziert ist es in Hamburg. Hier sind die Heizpilze genehmigungspflichtig und werden von den dafür zuständigen Bezirken wohl oft abgelehnt. Selbst der Gastgewerbeverband Dehoga konnte nach eigenen Angaben nicht klären, wo welche Regeln gelten. „Unsere Forderung ist die Zulassung von Heizpilzen oder anderen Wärmeanlagen mindestens bis Ende des Jahres“, sagt Dehoga-Präsident Franz J. Klein.

Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) sprach sich am Wochenende für eine temporäre Nutzung aus: Er könne es akzeptieren, wenn Heizpilze für eine beschränkte Zeit wieder zugelassen würden.

Heizpilze: Hier sind sie verboten

In Berlin sind Heizpilze auf öffentlichem Boden seit 2009 in eine Reihe von Bezirken und nahezu der gesamten Innenstadt verboten. Dehoga, IHK und FDP fordern eine vorübergehende Erlaubnis, der rot-rot-grüne Senat ist darauf bisher aber nicht eingegangen. Allein Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) zeigte sich bereit, über strombetriebene Heizgeräte zu reden. Auch in Hannover sind sie nicht erlaubt.

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Insgesamt gibt es unter den 10 größten deutschen Städten viel Verständnis für Heizpilze. Nur in einer haben sie nach aktuellem Stand wenig Chancen. Zwei haben sie bereits vorübergehend erlaubt und in zwei weiteren schwelt die Debatte darüber. Fünf hatten nie ein Verbot. (dpa/dmt)

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