Nachhaltigkeit

dm testet Duschgel-Abfüllstationen in Märkten in Deutschland

Viele Menschen achten verstärkt darauf, Verpackungsmüll zu vermeiden. Bei dm läuft nun ein Pilotprojekt mit einer Duschgel-Tankstelle.

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Berlin. Leere Duschgel-Flaschen landen im Müll. Jedenfalls bisher. Gemeinsam mit der Firma Baiersdorf will die Drogeriemarktkette dm das nun ändern. Kunden sollen leere Flaschen künftig an speziellen Abfüllstationen neu befüllen können, und zwar mit den beiden flüssigen Pflegeduschen Nivea Creme Soft und Nivea Creme Sensitive.

Bislang ist dieser Service allerdings nicht in allen dm-Filialen verfügbar. Ein Pilotprojekt läuft lediglich in zwei Märkten in Hamburg sowie einer Filiale in Ettlingen in der Nähe von Karlsruhe. Die Nachfüllstationen sollen etwa sechs bis acht Monate zur Verfügung stehen.

dm: Jede vierte Duschgel-Befüllung ist kostenlos

An den Abfüllstationen können Kunden die Flaschen bis zu dreimal neu befüllen. Danach werden sie gebeten, die Flaschen gegen eine neue auszutauschen, damit die gebrauchten Flaschen auf Qualität und Hygienestandards untersucht werden können. Im Gegenzug dürfen die Verbraucher ihre neue Flasche einmal kostenlos befüllen.

Ziel des Projekt sei es, ein Bewusstsein für Wiederverwendung und Recycling zu schaffen. Zudem habe dm festgestellt, dass Kunden zunehmend bewusster einkaufen würden und bereit seien, nachhaltige Alternativen auszuprobieren. „Je nachdem, wie unsere Kundinnen und Kunden dieses Angebot annehmen, werden wir weitere Schritte gehen“, sagt dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer laut einer Mitteilung des Konzerns.

Rossmann testete Abfüllstationen zum Jahresbeginn in Tschechien

Die Duschgel-Tankstelle von Nivea bei dm ist allerdings nur in Deutschland ein Novum. In Österreich sammelte dm in der Vergangenheit Erfahrungen mit einer Abfüllstation für Bio-Waschmittel und Bio-Spülmittel.

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Auch die Konkurrenz schläft nicht: Rossmann hatte zum Jahresbeginn eine Nachfüllstation für Shampoo, Duschgel und Handseife sowie für Flüssigwaschmittel, Weichspüler und Geschirrspülmittel in Tschechien getestet. Lesen Sie hier: Rossmann und dm: Füllt der Kunde bald Spüli selbst ab?

Angesichts der Tatsache, dass immer mehr Verbraucher ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Umweltschutz entwickeln und die Deutschen 2020 weniger Verpackungsmüll verursachen wollen, angesichts schlimmer Bilder von Plastikmassen in den Weltmeeren und Mikroplastik in der Nahrungskette, arbeiten immer mehr Unternehmen an nachhaltigen Konzepten zur Vermeidung von Plastikmüll. Lesen Sie hier: Wie man Mikroplastik in Kosmetik erkennt

Rewe und Tchibo vermeiden Plastikverpackungen

So hat beispielsweise Tchibo seit April Plastikverpackungen verbannt. Seither bietet das Unternehmen Textilien und andere Produkte in Verpackungen aus Pappe an. Dafür hat Tchibo sogar ein Patent angemeldet.

Auch in der Lebensmittelbranche gehen Unternehmen neue Wege. So will die Supermarktkette Rewe als erster Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland künftig Bio-Obst und -Gemüse nur noch ohne Plastik und mit umweltfreundlicherer Verpackung anbieten. Einer Mitteilung zufolge will der Konzern so jährlich 210.000 Kilogramm Plastik und 80.000 Kilo Papier einsparen. (jkali)

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