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Corona: Reisewarnung für die Türkei teilweise aufgehoben

Nach einem Anstieg der Infektionsfälle in Offenbach ist ein erster Schwellenwert überschritten. Alle Entwicklungen in unserem Newsblog.

Steinmeier: Im Kampf gegen Corona nicht nachlässig werden

In einem eindringlichen Appell ruft Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Einhaltung der Corona-Verhaltensregeln auf. Im Kampf gegen die Pandemie dürften die Bürger jetzt "nicht nachlässig" werden, sagt das Staatsoberhaupt in einer Videobotschaft.

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Die wichtigsten Nachrichten im Newsblog zur Corona-Krise:

  • Der Reisevermittler Booking.com streicht Tausende Jobs wegen der Corona-Krise
  • Die Bundesregierung hebt die Reisewarnung für die vier türkischen Küstenprovinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla auf
  • US-Präsident Donald Trump: Coronavirus ist soweit es geht unter Kontrolle
  • Sexarbeit soll in Berlin nach einer monatelangen Unterbrechung wegen Corona bald wieder erlaubt sein
  • Maskenpflicht in Schulen: In Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und NRW müssen Schüler künftig einen Mund-Nasen-Schutz tragen – andere Bundesländer wollen ebenfalls eine Maskenpflicht einführen
  • Kinder- und Jugendärzte haben sich gegen eine Maskenpflicht im Unterricht ausgesprochen
  • Die Corona-Fälle in Offenbach steigen weiter – die Stadt steht vor einer Verschärfung der Maßnahmen
  • Im niederbayerischen Mamming wurden weitere 166 Infektionen bei Mitarbeitern einer Konservenfabrik registriert
  • In Deutschland gibt es unseren Recherchen zufolge bislang mehr als 212.000 registrierte Corona-Infektionen und mehr als 9160 Todesfälle
  • Weltweit wurden mehr als 18,2 Millionen Corona-Infektionen registriert, über 694.000 Menschen starben an der Lungenerkrankung Covid-19 – davon allein mehr als 155.000 in den USA

Berlin. Die Sommerferien sind vorbei: Als erstes Bundesland startet an diesem Montag Mecklenburg-Vorpommern ins neue Schuljahr. Alle Schülerinnen und Schüler sollen wieder täglich zur Schule gehen – unter Einhaltung der Hygieneregeln und mit einem Mund-Nasen-Schutz. Auch Hamburg und NRW wollen eine Maskenpflicht an Schulen einführen.

Die deutschen Kinder- und Jugendärzte halten eine Maskenpflicht im Unterricht für „nicht sinnvoll“. Ein „längeres Maskentragen beeinträchtigt bei Schülern die Leistungsfähigkeit“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, unserer Redaktion.

Corona-News-Ticker: R-Wert leicht gesunken, aber weiter bei über 1

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte zuletzt eine deutliche Steigerung der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland festgestellt – am Samstag lag die Zahl mit 955 so hoch wie seit Wochen nicht mehr. Zum Wochenstart meldeten die Gesundheitsämter 509 Infektionen am Montag und 879 am Dienstag. Der R-Wert liegt aktuell bei 1,11 und ist damit leicht gesunken.

Alle aktuellen RKI-Fallzahlen lesen Sie hier: RKI meldet neue Fallzahlen – Reproduktionszahl gesunken

Dienstag, 4. August 2020: Kinder- und Jugendärzte gegen Maskenpflicht an Schulen

19.01 Uhr: Die Tourismus-Branche leidet wie wenige andere unter der Corona-Pandemie – der Online-Reisevermittler Booking.com reagiert nun mit einem großen Stellenabbau. Der Mutterkonzern Booking Holdings kündigte eine Reduzierung der Booking.com-Mitarbeiterzahl um rund 25 Prozent an. Derzeit werde mit Arbeitnehmervertretern verhandelt. Details sollen ab September verkündet werden.

Weltweit hatte Booking.com zuletzt über 17.000 Angestellte. Die Corona-Krise hat die Branche mit voller Wucht getroffen, Personaleinschnitte gab es auch schon bei Rivalen wie Expedia, Tripadvisor oder Airbnb. Booking Holdings hatte im Mai einen Einbruch der Hotelbuchungen und tiefrote Zahlen gemeldet. Zu dem Konzern gehören auch noch einige andere Websites wie Priceline oder Kayak.

18.22 Uhr: Als erste niederländische Städte führen Amsterdam und Rotterdam eine Maskenpflicht ein. An belebten Straßen, auf Plätzen und Märkten muss ab Mittwoch eine Gesichtsmaske getragen werden, teilten die Städte mit. Wer sich nicht an die Auflage hält, dem droht eine Geldbuße von 95 Euro. Auch in überdachten Einkaufszentren und in Geschäften mit vielen Kunden muss jeder ab 13 Jahren eine Maske tragen.

Die Städte reagieren damit auf die schnell steigenden Infektionszahlen. Vor allem in der Innenstadt von Amsterdam wird wegen der großen Zahl von Touristen der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern oft nicht eingehalten. Landesweit sind Masken bisher nur im öffentlichen Nahverkehr Pflicht.

18.14 Uhr: Hamburgs Innensenator Andy Grote muss wegen Verstoßes gegen Corona-Regeln bei einem Umtrunk 1000 Euro Bußgeld zahlen. Das teilte der SPD-Politiker selbst mit. Die Prüfung der Bußgeldstelle habe ergeben, dass er mit einem Empfang für 30 Freunde und Bekannte Anfang Juni eine Ordnungswidrigkeit begangen habe. Zwar habe es sich nicht um eine verbotene Feier gehandelt, wie der Vorwurf in einer anonymen Anzeige gelautet hatte. Die Bußgeldstelle sei aber zu dem Ergebnis gekommen, dass er „eine private Zusammenkunft veranstaltet“ und damit gegen die damals geltende Corona-Eindämmungsverordnung verstoßen habe.

„Ich akzeptiere das Ergebnis ohne Einschränkungen und habe das Bußgeld umgehend überwiesen“, erklärte Grote. „Das Treffen war in jedem Fall ein schwerer Fehler, der mir aufrichtig leid tut“, betonte er. Die Opposition fordert dennoch geschlossen seit Wochen Grotes Rücktritt.

17.47 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie ist nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump in den USA soweit wie möglich unter Kontrolle gebracht worden. Es sei wahr, dass Menschen sterben, sagte Trump der Nachrichtensete Axios in einem Interview. „Es ist wie es ist.“ Dies bedeute jedoch nicht, dass nicht alles, was möglich sei, gegen das Virus unternommen werde. „Es ist soweit unter Kontrolle, wie man es kontrollieren kann.“

In den USA sind laut Daten der Universität Johns Hopkins bislang mehr als 155.000 Menschen in Verbindung mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Bislang gibt es rund 4,7 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger – in absoluten Zahlen mehr als in jedem anderen Land der Welt.

17.37 Uhr: Dänemarks Staats-Epidemiologe rät angesichts eines Anstiegs der Neuinfektionen von weiteren Lockerungen ab. Nacht- und Musikclubs sollten geschlossen bleiben, sagt Kare Mölbak der Zeitung „Ingeniören“. Der nächste Lockerungsschritt sollte noch nicht vollzogen werden. Die Regierung will am 12. August darüber beraten.

17.06 Uhr: Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für die Türkei teilweise aufgehoben. Das Auswärtige Amt teilte am Dienstag in ihren Reisehinweisen im Internet mit, dass die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla entfällt.

16.45 Uhr: Individuelle Tagestouristen aus anderen Bundesländern dürfen angesichts steigender Infektionszahlen auch weiterhin nicht nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Das Wichtigste sei, dass jetzt der Schul- und Kitabetrieb nach den Sommerferien geordnet anlaufe, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nach einer Kabinettssitzung. Weitere Risiken sollten daneben nicht eingegangen werden. Auch Volksfeste bleiben Schwesig zufolge vorerst weiter verboten, Diskotheken und Clubs geschlossen. Für Herbst- und Weihnachtsmärkte könnten die Kommunen aber Konzepte vorbereiten.

Sexarbeit soll in Berlin bald wieder erlaubt sein

16.20 Uhr: In Frankreich wächst die Sorge vor einer zweiten Welle der Corona-Pandemie. Der wissenschaftliche Rat von Experten, der die Regierung berät, bezeichnet es nun als „sehr wahrscheinlich“, dass es im Herbst oder Winter eine zweite Epidemie-Welle geben könnte. Nach Einschätzung des Rats ist die Lage unter Kontrolle, aber unsicher.

Das Virus sei im Sommer wieder stärker im Umlauf. „Die Zukunft der Epidemie ist größtenteils in den Händen der Bürger“, urteilten die Experten. Es müsse deshalb weiter Aufklärungskampagnen geben, heißt es in einem neuen Bericht an die Regierung von Ende Juli, der nun öffentlich gemacht wurde.

Staatschef Emmanuel Macron appellierte im südfranzösischen Toulon an seine Landsleute, die geltenden Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten. Frankreich gehört zu den Ländern in Europa, die besonders stark getroffen sind. Mehr als 30.000 Menschen starben.

16.01 Uhr: Nach monatelangem Verbot wegen der Corona-Pandemie wird Sexarbeit in Berlin schrittweise wieder erlaubt. Das entschied der Senat am Dienstag. Demnach dürfen sexuelle Dienstleistungen ohne Geschlechtsverkehr ab 8. August wieder angeboten werden. Das betrifft etwa Domina-Studios. Ab 1. September sollen dann unter strengen Hygieneauflagen auch sexuelle Dienstleistungen mit Geschlechtsverkehr wieder zulässig sein, wie die Gesundheitsverwaltung mitteilte.

Im Hinblick auf die oft sehr prekäre Situation von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern seien Lockerungen in dem Bereich „aus gesundheits-, aber auch aus frauenpolitischer Sicht“ geboten, hieß es. „Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Betroffenen aufgrund wirtschaftlicher Notlagen in Abhängigkeitsverhältnisse geraten und im Verborgenen unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen ihrer Tätigkeit nachgehen.“

Maskenpflicht in Schulen in MV ab Klasse fünf beschlossen

15.43 Uhr: In Mecklenburg-Vorpommern müssen Schüler und Lehrer künftig auf dem Schulgelände eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Maskenpflicht gelte ab Klasse fünf, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag in Schwerin. Ausgenommen seien die Klassenräume. Das neue Schuljahr hatte am Montag in Mecklenburg-Vorpommern begonnen.

15.37 Uhr: Wegen möglicher Vergiftungen mit Desinfektionsmitteln haben deutlich mehr Menschen im ersten Halbjahr den Notruf des Giftinformationszentrums Nord (GIZ) in Göttingen gewählt. Allein in den Monaten März und April habe es 160 Anrufe gegeben, sagte Leiter Martin Ebbecke dem NDR. In den Jahren zuvor seien weniger als 50 Anrufe pro Monat eingegangen. „Zu Corona-Zeiten haben viele Leute Desinfektionsmittel zu Hause stehen“, sagte Ebbecke.

Bei den gemeldeten Notrufen hätten vor allem Kinder solche Mittel probiert. Wirklich schwere Verläufe habe es aber nicht gegeben, so Ebbecke. Das GIZ appellierte an die Menschen, Desinfektionsmittel aller Art von Kindern möglichst fernzuhalten.

15.09 Uhr: Die Infektionszahlen in der Stadt Offenbach rücken näher an die Grenze für weitere Verschärfungen der Corona-Maßnahmen. Am Dienstag stieg die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen von 36 auf 39, wie das Hessische Sozialministerium mitteilte. Der Schwellenwert liegt bei 50.

Nach einem starken Anstieg der Covid-19-Fälle am Wochenende hatte Offenbach bereits von sich aus einige Corona-Maßnahmen verschärft. Unter anderem wurde das Grillen und wurden Picknicks auf öffentlichen Flächen verboten. Unter dem Strich gab es Dienstag aber nur einen moderaten Anstieg der Infektionszahlen.

Laut Stadt wurden im Vergleich zum Vortag fünf neue Fälle registriert. Am Wochenende war die Zahl auf den bisherigen Höchststand von 65 aktiv Erkrankten geklettert.

13.10 Uhr: Die deutschen Kinder- und Jugendärzte haben sich klar gegen eine Maskenpflicht im Unterricht ausgesprochen: „Das Tragen einer Mund-Nase-Maske im Unterricht ist nicht sinnvoll. Ein längeres Maskentragen beeinträchtigt bei Schülern die Leistungsfähigkeit“, sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, unserer Redaktion. Hinzu komme: „Zwischen Schülern und Lehrern gibt es keinen richtigen Blickkontakt und die Kommunikation ist gestört“, warnte der Kinderarzt.

Vor schlechteren Leistungsbedingungen warnen auch Schülervertreter: „Wer stundenlang mit Mund-Nase-Schutz in einem aufgeheizten Raum sitzt, kann sich meist schlechter konzentrieren und sich schlechter am Unterricht beteiligen“, sagte der Sprecher der Bundesschülerkonferenz, Torben Krauß, unserer Redaktion.

Schüler, die bereits im letzten Schuljahr länger mit Maske im Unterricht sitzen mussten, hätten von Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen berichtet. „Jedem muss klar sein, dass Masken die Aufmerksamkeit reduzieren“, warnte Krauß. Eine Maskenpflicht im Schulgebäude dagegen sei sinnvoll und könne helfen, Infektionen zu vermeiden. „Maskentragen ist lästig, aber wir sehen natürlich hier unsere Verantwortung.“

Schulstart in Mecklenburg-Vorpommern - unter Corona-Bedingungen
Schulstart in Mecklenburg-Vorpommern - unter Corona-Bedingungen

Corona-Neuinfektionen: Neuer Negativ-Rekord in Polen

12.42 Uhr: Polen hat einen erneut neuen Rekord bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Am Dienstag registrierten die Behörden 680 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der bisherige Rekordwert wurde am Samstag erfasst, er lag bei 658 Neuinfektionen. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 48.149 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1738 Menschen starben demnach mit dem Virus.

11.15 Uhr: Die Zahl der Corona-Infizierten im niederbayerischen Mamming steigt weiter an: 166 von 600 Mitarbeitern einer Konservenfabrik wurden positiv auf das Virus getestet. Der Betrieb wurde stillgelegt und die Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt, teilte das Landratsamt Dingolfing-Landau am Dienstag mit.

Nach einer ersten Testung war am Wochenende bekannt geworden, dass sich 43 Beschäftigte der Fabrik mit dem Coronavirus angesteckt haben. Um sicherzugehen, dass nicht noch mehr Arbeiter betroffen sind, wurde eine erneute Testung angeordnet.

Der verarbeitende Betrieb liegt in der Nähe eines Gemüsehofes, wo zuvor bereits rund 230 Erntehelfer positiv getestet wurden. Die Behörden gehen daher davon aus, dass es zu einer Übertragung von Mitarbeitern des Agrarbetriebes zu Beschäftigten der Konservenfabrik gekommen ist.

10.45 Uhr: Nach den massenhaften Verstößen gegen die Corona-Auflagen bei den Demos in Berlin am vergangenen Wochenende hat sich eine Debatte über die Grenzen der Versammlungsfreiheit entfacht. Bundeswirtschaftsminister Altmaier forderte härtere Strafen für Verstöße gegen Corona-Regeln. Lesen Sie mehr dazu: Anti-Corona-Demo befeuert Debatte über Versammlungsrecht.

10.26 Uhr: Wenn Schüler in NRW dauerhaft gegen die neue Maskenpflicht verstoßen, können sie auch von der Schule verwiesen werden. Darauf hat Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in einem WDR2-Interview hingewiesen. Gebauer sagte dem Sender: „Wenn sich Schülerinnen und Schüler konstant nicht - weder im Unterricht noch auf den anderen Flächen – daran halten, kann das auch mit einem Verweis von der Schule beziehungsweise einem vorübergehenden einhergehen.“

Gebauer verwies darauf, dass die Maske aus „pädagogisch sinnvollen Gründen“ auch zwischendurch abgenommen werden könne. Auch aus medizinischen Gründen. So sei ihr bewusst, dass ein Mund-Nasen-Schutz bei heißem Wetter eine besondere Beeinträchtigung sei. Gebauer verteidigte die Maskenpflicht dennoch: Das derzeitige Infektionsgeschehen in NRW mache sie alternativlos.

Niedersachsen hält die von Nordrhein-Westfalen eingeführte Maskenpflicht momentan für übertrieben. Das Land starte nach den Sommerferien an den Schulen einen eingeschränkten Regelbetrieb mit möglichst festen Lerngruppen, sagte Kultusstaatssekretärin Gaby Willamowius am Dienstag in Hannover. Angesichts der derzeit niedrigen Infektionszahlen in Niedersachsen sei das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung während der gesamten Unterrichtszeit in einer solchen Lerngruppe nicht verhältnismäßig.

AfD-Co-Chef Chrupalla lobt Teilnehmer und Veranstalter der Anti-Corona-Demo in Berlin

8.50 Uhr: Der AfD-Co-Parteichef Tino Chrupalla hat die Großdemonstration gegen die Corona-Politik in Berlin am Samstag begrüßt. „Wenn man diese Bilder gesehen hat, ist es lobenswert, dass so viele Menschen auf den Straßen Berlins unterwegs waren und für ihre Grundrechte demonstriert haben“, sagte Chrupalla am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. Dass der Veranstalter die Demonstration von sich aus beendet habe, sei ebenso lobenswert.

„Bei Veranstaltungen dieser Größenlage ist es sicherlich schwierig, die Abstandsregeln einzuhalten“, sagte Chrupalla. Auf die Kritik an der Demonstration wegen der Missachtung der Corona-Regeln verwies Chrupalla auf „unterschiedliche Meinungen bei Virologen und Ärzten“. Die Infektionsgefahr sei unter freiem Himmel deutlich geringer als in geschlossenen Räumen.

Chrupalla beklagte eine „Doppelmoral“ von Politik und Medien und bezog sich damit auf die „Black Lives Matter“ Demonstration vor einigen Wochen in Berlin. Dort sei im Anschluss nicht über Abstand und Mundschutzregel diskutiert worden, sagte Chrupalla.

6.37 Uhr: Nach einem starken Anstieg der Covid-19-Fälle in Offenbach hat die Stadt mit der Rückkehr zu schärferen Maßnahmen reagiert. Es solle mehr Kontrollen geben, um „Maskenverweigerer“ zu erreichen, es soll verpflichtende Testungen für Rückkehrer aus Risikogebieten geben, ein Verbot von Grillen und Picknicks auf öffentlichen Flächen wurde beschlossen.

Ordnungsdezernent Peter Freier kündigte an, Verstöße gegen Corona-Schutzmaßnahmen sollten mit Bußgeldern geahndet werden, die auch „im Geldbeutel weh tun“. Gemeinsamer Sport ist nurkontaktlos für maximal zehn Menschen oder Mitglieder eines gemeinsamen Haushaltes und mit 1,5 Metern Abstand erlaubt. Bei städtischen Veranstaltungen oder Kulturveranstaltungen in städtischen Räumen werde zur fünf-Quadratmeter-Regel zurückgekehrt.

6.11 Uhr: Die Sharing Economy ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Unternehmen wie die Wohnungs-Vermietungs-Plattform Airbnb, der Taxidienst Uber oder der Büroflächenvermieter WeWork wurden größer und zu weltweit bekannten Marken, weil Millionen Menschen das Teilen (gegen eine Gebühr) für sich entdeckt haben. Die Corona-Krise ist für diese Unternehmen eine Zäsur. Wie hart die Sharing Economy von der Pandemie getroffen wird, lesen Sie hier: Airbnb, Uber und Co.: Beendet Corona die Idee des Teilens?

Leichter Rückgang bei Corona-Neuinfektionen in den USA

5.10 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 879 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 211.281 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 4. August 8, 0 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9156. Bis Dienstagmorgen hatten 194.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

3.38 Uhr: In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus den zweiten Tag in Folge zurückgegangen. Innerhalb von 24 Stunden seien 46.321 neue Ansteckungen registriert worden, teilte am Montagabend die Johns-Hopkins-Universität mit. Zugleich habe es 532 weitere Todesfälle gegeben.

0.23 Uhr: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich in der Diskussion um die massenhaften Verstöße gegen Corona-Regeln bei der Berliner Großkundgebung am Wochenende gegen ein Verbot solcher Veranstaltungen ausgesprochen. „Ich finde es ganz wichtig, dass wieder Demonstrationen stattfinden können und Menschen dort ihre Meinung, auch zur aktuellen Corona-Politik der Bundesregierung, frei und öffentlich äußern können“, sagte Lambrecht am Montag dem „Spiegel“.

„Es ist aber verstörend und nicht hinnehmbar, wenn dabei bewusst und provokativ gegen die geltenden Corona-Schutzvorschriften verstoßen wird“, fügte die Ministerin hinzu. Werde gegen Regeln und Auflagen verstoßen, müssten die Vorschriften von den Behörden vor Ort konsequent durchgesetzt werden. Dies gelte „unabhängig davon, welches Ziel die jeweilige Demonstration hat“.

Montag, 3. August 2020: Neue Corona-Regeln an den Schulen – Sommerfest in Wiesbaden sorgt für Anstieg der Infektionszahlen

21.26 Uhr: Zur Eindämmung des Coronavirus will Großbritannien zwei neue Schnelltest-Systeme nutzen. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte laut einer Mitteilung seines Ministeriums vom frühen Montagmorgen: „Millionen neuer Coronavirus-Schnelltests werden vor Ort in weniger als 90 Minuten Ergebnisse liefern und uns helfen, Übertragungsketten schnell zu unterbrechen.“ Von kommender Woche an würden Krankenhäusern, Pflegeheimen und Labors nach und nach die neuen Testsysteme zur Verfügung gestellt, hieß es weiter. Damit seien in den kommenden Monaten mehr als sechs Millionen zusätzliche Tests möglich.

Wie zuverlässig die Tests sind, muss sich in der Praxis erst noch erweisen. Professor Chris Toumazou vom Imperial College in London zufolge liefert der von ihm mitentwickelte Test der Firma DnaNudge so gut wie keine falsch positive oder falsch negative Ergebnisse. Zu dem anderen Test gab es zunächst keine Angaben. Beide Tests könnten neben Sars-CoV-2 auch andere vor allem im Winter kursierende Viren wie Influenza-Viren nachweisen, hieß es. Für die Durchführung sei kein geschultes medizinisches Fachpersonal erforderlich, was bedeute, dass sie auch in eher nicht-klinischen Umgebungen durchgeführt werden könnten.

Großbritannien hatte zu Beginn der Pandemie große Schwierigkeiten, ausreichend Tests durchzuführen, baute seine Kapazitäten dann aber stark aus. „Die Tatsache, dass mit diesen Tests sowohl Grippe als auch Covid-19 nachgewiesen werden kann, wird uns auf dem Weg in den Winter enorm helfen, so dass die Patienten den richtigen Rat befolgen können, um sich und andere zu schützen“, sagte Hancock.

Brasilien: Weiterer Minister mit Coronavirus infiziert

19.29 Uhr: In Brasilien hat sich nach Präsident Jair Bolsonaro und verschiedenen Ministern auch General Walter Braga Netto, als „Chefe da Casa Civil“ vergleichbar mit dem Kanzleramtschef, mit dem Coronavirus infiziert. Braga Netto habe die Bestätigung bekommen, dass ein Test auf Covid-19 positiv ausgefallen sei, berichtete die Nachrichtenagentur „Agência Brasil“ am Montag unter Berufung auf seine Pressestelle. Er werde bis zu weiteren Tests in Isolation bleiben und seine Termine aus der Quarantäne wahrnehmen.

In den vergangenen Wochen hatten sich nach eigenen Angaben unter anderem Sozialminister Onyx Lorenzoni, Bildungsminister Milton Ribeiro und Wissenschaftsminister Marcos Pontes infiziert.

Auch Staatschef Bolsonaro war nach eigener Aussage positiv getestet worden – ebenso wie Präsidentengattin Michelle. Der rechtspopulistische Staatschef hatte das Coronavirus mehrfach als „leichte Grippe“ abgetan. Aus seiner eigenen Corona-Infektion hat er offensichtlich nichts gelernt. Nach seiner Genesung reiste Bolsonaro durch das Land, schüttelte Hände und löste Menschenansammlungen aus.

18.06 Uhr: In einigen Bundesländern gehen die Sommerferien zu Ende und Hamburg sowie Nordrhein-Westfalen haben für die Schüler bereits eine Maskenpflicht angekündigt. Dennoch gibt es Unterschiede bei der genauen Ausgestaltung der neuen Corona-Regel.

In Sachsen zum Beispiel sieht Kultusminister Christian Piwarz aktuell keine Notwendigkeit für eine Maskenpflicht an Schulen. Entscheiden dürfen es dort aber am Ende die einzelnen Schulleitungen. In Hessen verhält es sich genauso. Droht den Schülern dank des Föderalismus nun ein Corona-Regelchaos an den Schulen? Lesen Sie hier den Überblick, was in welchem Bundesland für Schüler gilt.

17.54 Uhr: Bei einem privaten Sommerfest in Wiesbaden haben sich nach Angaben der Stadt bisher 18 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Ein großer Teil der Gäste sei bereits ermittelt, getestet und einige unter Quarantäne gestellt worden. Einige Testergebnisse würden noch ausstehen. „An diesem Beispiel sieht man wieder, dass ein Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln auch bei Feierlichkeiten enorm wichtig ist“, sagte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) der Mitteilung zufolge.

Anti-Corona-Demo in Berlin – Polizei widerspricht Veranstaltern

16.59 Uhr: Die Berliner Polizei hat den Veranstaltern der Anti-Corona-Demo in Berlin in Bezug auf die Teilnehmerzahlen deutlich widersprochen. Die Organisatoren von „Querdenken 711“ behaupten, an der Demo hätten 1,3 Millionen Menschen teilgenommen. Die berliner Polizei will hingegen nur 17.000 Menschen in der Spitze gezählt haben. Bei dem vorherigen Protestzug auf der Straße des 17. Juli seien laut Polizei 20.000 Menschen mitmarschiert.

Im Internet waren zuvor Behauptungen aufgetaucht, die Beamten hätten eine Teilnehmerzahl von 800.000 bestätigt. Diese Behauptungen wollte die Polizei jedoch nicht bestätigen.

Die Zahl von 1,3 Millionen wurde auch von Rednern auf der Demonstration selbst verbreitet, wie ein Video der Veranstalter zeigte; dieses wurde jedoch inzwischen bei Youtube gelöscht. Auch diverse Posts in den sozialen Medien verbreiten die Zahl. Darunter ist auch etwa ein Bundestagsabgeordneter der AfD, Stephan Protschka.

16.28 Uhr: Die Infektionsgefahr an Schulen in Sachsen ist laut einer Studie „extrem niedrig“. Das gab Professor Wieland Kiess vom Leipziger Universitätsklinikum bei der Vorstellung der Studienergebnisse in Dresden bekannt. Während der Corona-Studie im Mai und Juni sind bei 2600 Schülern und Lehrern keine Infektionen festgestellt worden. „Die akute Ansteckung lag bei Null“, sagte Kiess. Zudem fanden die Forscher in nur 14 von 2300 Blutproben Antikörper, die auf eine bereits überstandene Corona-Erkrankung hinweisen.

Kultusminister Christian Piwarz (CDU) kündigte an, dass das neue Schuljahr in Sachsen am 31. August im „Normalbetrieb unter Pandemiebedingungen“ beginnt. Eine generelle Maskenpflicht für Schulen „erachten wir momentan nicht als notwendig“.

Maskenpflicht in der Bahn – Konzern will durchgreifen

16.11 Uhr Die Bahn hat auf die Forderungen der Bundesregierung und der Grünen reagiert, die Maskenpflicht in den Zügen und Bussen des Unternehmens durchzusetzen. „Wenn eine Minderheit geltende Regeln missachtet, ist dies für uns nicht hinnehmbar“, teilte der Konzern der Deutschen Presse-Agentur mit.

Bestehende Länder-Verordnungen erlaubten bei renitenten Maskenverweigerern einen Ausschluss von der Beförderung. “Dies setzen wir gemeinsam mit der für die Gefahrenabwehr bei der Bahn zuständigen Bundespolizei konsequent um.“

15.13 Uhr: Weltweit warten die Menschen auf den Corona-Impfstoff, der die Rückkehr in ein normales Leben ermöglichen könnte – zumindest teilweise. Die Fortschritte von Pharmaunternehmen wie Biontech oder Curevac werden genauestens verfolgt. Doch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat jetzt vor zuviel Optimismus bei der Suche nach einem Impfstoff gewarnt. „Im Moment gibt es kein Allheilmittel, und vielleicht wird es nie eines geben“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag.

Deshalb sei weiterhin der beste Schutz, alle Standardregeln wie etwa das Tragen von Masken, häufiges Händewaschen und Abstandhalten zu befolgen. DAS WHO-Notstandskomitee geht davon aus, dass die Pandemie noch „sicher sehr lang“ andauern wird.

Nordrhein-Westfalen führt Maskenpflicht an Schulen ein

14.27 Uhr: Ein Betreiber einer Beratungsfirma soll unrechtmäßig Kurzarbeitergeld und Corona-Soforthilfen in Millionenhöhe beantragt haben. Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittelt gegen den 36 Jahre alten Mann aus dem Kreis Pinneberg.

Er soll für seine Anträge illegal erworbene Sozialversicherungsdaten verwendet haben, wie die Staatsanwaltschaft Lübeck und das Hauptzollamt Itzehoe mitteilten.

Bei einer Durchsuchung seiner Wohn- und Geschäftsräume Anfang Juli wurden zahlreiche Beweismittel sichergestellt, die den Betrugsverdacht erhärtet und Hinweise auf weitere Verdachtsfälle geliefert haben. Der 36-Jährige sitzt den Angaben zufolge seit der Durchsuchung in Lübeck in Untersuchungshaft.

14.05 Uhr: Nach Hamburg hat auch Nordrhein-Westfalen eine Maskenpflicht in den Schulen angekündigt. Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung ist mit dem Schulstart am 12. August an allen weiterführenden und berufsbildenden NRW-Schulen auf dem Schulgelände sowie grundsätzlich auch im Unterricht vorgeschrieben, wie die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in Düsseldorf mitteilte.

Für Grundschüler soll es Ausnahmen geben. Sie müssen zwar im Schulgebäude und im Unterrichtsraum eine Maske tragen, jedoch nur bis sie ihren festen Sitzplatz eingenommen haben. Zunächst soll die Regel bis zum 31. August gelten.

13.57 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich in einer Videobotschaft an die Bevölkerung gewandt und vor Leichtsinnigkeit in der Corona-Pandemie gewarnt. „Die Verantwortungslosigkeit einiger weniger ist ein Risiko für uns alle“, sagte Steinmeier. Wer jetzt nicht besonders vorsichtig sei, gefährde die Freiheit vieler.

Um einen zweiten Lockdown zu verhindern, müsse die Zeit bis zur Verfügbarkeit wirksamer Medikamente mit Disziplin und Vernunft überbrückt werden. „Der Weg zur Normalität, die wir uns doch alle wünschen, geht nicht über Leichtsinn, Sorglosigkeit und Ignoranz“, mahnte Steinmeier.

Anti-Corona-Demo beschäftigt weiter die Politik

12.31 Uhr: Die Anti-Corona-Demo beschäftigt weiter die Politik. Nun kritisierte die Bundesregierung das Verhalten der Teilnehmer scharf. „Die Bilder, die wir da am Wochenende sehen mussten, sind inakzeptabel“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer.

Es sei dabei nicht nur zu „gravierenden Verstößen gegen die Hygieneregeln“ gekommen, sondern es seien nach aktuellem Kenntnisstand auch „menschenverachtende Äußerungen“ gemacht und die Arbeit von Journalisten behindert worden, sagte Demmer.

Teilnehmer sollten sich zudem fragen, was es bedeute, Seite an Seite mit Menschen zu demonstrieren, die rechtem Gedankengut und Verschwörungstheorien anhingen.

Steve Alter, Sprecher des Bundesinnenministeriums, sagte: „Demonstrationen wie am vergangenen Wochenende beobachtet sind mit Blick auf den Infektionsschutz eine Gesundheitsgefahr für uns alle und in dieser Form nicht akzeptabel.“

12.10 Uhr: Die Gesundheitsminister der Länder wollen sich am 10. August mit einer möglichen Rückkehr der Fans in die deutschen Fußballstadien beschäftigen. Bei einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung der 36 Proficlubs am Dienstag soll es auch um das Konzept für die Teilzulassung der Fans in der 1. und 2. Bundesliga gehen.

Nach den Vorstellungen der DFL soll es bis Ende Oktober ein Stehplatz- und Alkoholverbot und keine Gästefans in den Stadien bis Jahresende geben, wenn zur neuen Saison wieder Zuschauer in eingeschränkter Zahl zugelassen werden. Entsprechende Anträge des DFL-Präsidiums stehen bei der anstehenden Mitgliederversammlung zur Abstimmung.

11.47 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch auf ihrem Kreuzfahrtschiff „Roald Amundsen“ bietet die norwegische Reederei Hurtigruten vorerst keine Reisen mit ihren drei Expeditionsschiffen mehr an.

Zuvor waren 36 Besatzungsmitglieder sowie mittlerweile auch mehrere Passagiere des Schiffes positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Die Hurtigruten-Schiffe auf der sogenannten Postschifflinie zwischen Bergen und Kirkenes verkehren dagegen weiter.

Maskenpflicht in Fernzügen: Grüne fordern härteres Durchgreifen

11.40 Uhr: Die Grünen fordern von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und der Bahn weitere Schritte zur Durchsetzung der Maskenpflicht in Fernzügen. Während seiner Fahrten in Fernzügen habe er aber „kein einziges Mal“ wahrgenommen, „dass das Bahnpersonal Reisende ohne Maske auf ihr Fehlverhalten anspricht“, schrieb der bahnpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Matthias Gastel, zu einem von ihm vorgelegten Fünf-Punkte-Plan, über den zuerst die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete.

Gastel forderte eine „klare Zuständigkeit der Bundespolizei“, damit diese das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Fernverkehrszug kontrollieren und durchsetzen könne. „Bei notorischen Maskenverweigerern muss die Bundespolizei den Ausschluss von der weiteren Beförderung bereits im Zug feststellen und durchsetzen können“, schrieb er.

Zudem brauche es auf Bundesebene eine Rechtsgrundlage zur Verhängung von Bußgeldern durch die Bundespolizei, dafür müsse Scheuer sorgen.

Darüber hinaus forderte Gastel, das Reservierungssystem der Bahn so umzustellen, dass Sitzplätze möglichst auf Abstand zugeteilt würden. Einzelne Wagen könnten für Risikogruppen vorgehalten werden. Sparpreis-Tickets sollten nur für gering ausgelastete Züge angeboten werden, um nicht weitere Fahrgäste in absehbar volle Züge zu locken.

10.52 Uhr: In weiteren französischen Gemeinden gilt jetzt eine Maskenpflicht im Freien. In 69 zusätzlichen Gemeinden des Départements Mayenne müssen seit Montag die Schutzmasken auch auf der Straße getragen werden.

In der Küstenmetropole Nizza muss Medienberichten zufolge jetzt auf bei Touristen beliebten Plätzen eine Maske im Freien getragen werden. Bei Nichteinhaltung drohe ein Bußgeld von 35 Euro, berichtete France 3.

Die Präfektur von Lille hatte zuvor für die Stadt eine Maskenpflicht etwa in der Fußgängerzone angekündigt. Auch auf Parkplätzen an Einkaufszentren oder in Parks ist die Maske verpflichtend.

Reiserückkehrer in NRW: 2,5 Prozent haben das Coronavirus

10.46 Uhr: Bei Corona-Tests von Reiserückkehrern aus Risikogebieten an den nordrhein-westfälischen Flughäfen werden rund 2,5 Prozent der Urlauber Corona-positiv getestet. Dies sei eine „relativ hohe“ Trefferquote, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Deutschlandfunk. 40 bis 50 Prozent der Rückkehrer machten von dem kostenlosen Angebot Gebrauch.

Rückkehrer aus diesen Gebieten müssen nach der Corona-Einreiseverordnung seit Mitte Juli einen negativen Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist oder sich für 14 Tage in Quarantäne begeben.

Wenn Reisende einen Test verweigerten, sollten ihre Personalien an das örtliche Gesundheitsamt weitergegeben werden, sagte Laumann.

In NRW hatten kostenlose Testangebote für Reisende aus Risikoländern an den Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Münster/Osnabrück vor gut einer Woche begonnen. Bei Rückkehrern mit dem Auto seien lückenlose Kontrollen nicht möglich, so Laumann.

9.19 Uhr: Kinder an Hamburgs weiterführenden Schulen müssen künftig Mund-Nasen-Schutz tragen. Eine entsprechende Pflicht außerhalb des Unterrichts soll mit Beginn des neuen Schuljahres am Donnerstag eingeführt werden, sagte Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) im ARD-„Morgenmagazin“.

Die Regel gilt für alle – Schüler, Lehrer, Besucher – sobald sie das Schulgelände betreten, in den Pausen und bei sämtlichen Wegen auf dem Schulgelände. Erst wenn sich alle Schüler und Lehrer zum Unterricht auf ihre Plätze begeben hätten, dürften die Masken abgenommen werden.

Ausgenommen seien nur Grundschüler bis zehn Jahre, „denn die sind noch so klein, dass sie mit den Masken eigentlich nicht fachgerecht umgehen können“, so Rabe. Er kündigte zudem an, möglichst rasch auch wieder Sport-, Kunst- und Musikunterricht einzuführen.

Mehrere Bundesländer wie Berlin, Bayern und Baden-Württemberg haben bereits angekündigt, eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. Sie soll jedoch nicht im Unterricht gelten. In anderen Ländern wie Nordrhein-Westfalen ist von freiwilligen Maskengeboten die Rede, oder es liegt – wie in Hessen oder Sachsen – im Ermessen der Schulen.

Reisebüro-Verband will Corona-Testpflicht für Kreuzfahrtgäste

8.42 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bekräftigt, dass die Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Laufe dieser Woche in Kraft treten soll. Einen genauen Termin nannte er im ARD-„Morgenmagazin“ aber noch nicht: „Wir haben erste Entwürfe“, sagte der CDU-Politiker.

Er betonte, bis dahin gelte für alle Einreisenden aus Risikogebieten die Pflicht zu zwei Wochen Quarantäne. Er verwies zudem darauf, dass sich seit Samstag alle Einreisenden innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland auch ohne Krankheitsanzeichen kostenlos testen lassen können.

Auf die Frage, warum solche Testmöglichkeiten für Reiserückkehrer nicht schon früher geschaffen wurden, verwies Spahn darauf, dass man erst einmal Testkapazitäten habe aufbauen müssen. Jens Spahn rechnet mit einer Zunahme der Tests, neben Reiserückkehrern auch etwa von Lehrern und Erziehern.

7.47 Uhr: Der Reisebüro-Verband VUSR spricht sich für eine allgemeine Corona-Testpflicht auf Kreuzfahrtschiffen aus. „Es sollte für den Kreuzfahrtgast eine Testpflicht vor dem Antritt der Reise geben“, sagte Marija Linnhoff, Vorsitzende des Verbands unabhängiger selbstständiger Reisebüros, der „Rheinischen Post“.

Die Kosten sollten von den Gästen selbst getragen werden. „Wer sich eine Kreuzfahrt leisten kann, kann sich auch das leisten“, meinte Linnhoff. Sie plädierte auch für eine generelle Testpflicht für alle Urlaubsrückkehrer.

7.05 Uhr: Nach einem knapp dreitägigen Kurztrip mit strengen Hygiene-Auflagen ist das Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 2“ in Hamburg angekommen. Das Tui-Schiff, das coronabedingt nur 1500 statt 2900 Passagiere aufgenommen hatte, war ohne Landgang auf der Nordsee unterwegs.

An Bord galt ein strenges Hygiene-Konzept. Die Crewmitglieder sollten untereinander und zu den Gästen den Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten oder Schutzmasken tragen. Die Buffetrestaurants sollten geöffnet sein – den Gästen wurden die Speisen aber angereicht. Bevor die Passagiere an Bord gingen, mussten sie einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen und ihre Körpertemperatur messen lassen.

Großbritannien führt Corona-Schnelltests ein

6.01 Uhr: Haustiere wie Hunde und Katzen können von Menschen mit dem Coronavirus infiziert werden. Diese Annahme von Wissenschaftlern hat jetzt eine Studie italienischer Forscher bestätigt. Sie untersuchten in Norditalien, vor allem in der Lombardei, 540 Hunde und 277 Katzen. Die Tiere lebten in Haushalten mit Corona-Patienten oder in besonders stark von Corona betroffenen Gebieten. 3,4 Prozent der Hunde und 3,9 Prozent der Katzen hatten Antikörper gegen das Virus gebildet.

Die Ergebnisse sind nach den Worten des Präsidenten des Friedrich-Loeffler-Instituts Greifswald, Thomas Mettenleiter, nicht überraschend. „Sie bestätigen, was wir schon wissen“, äußerte er. „Wir gehen davon aus, dass im Regelfall die Übertragung des Virus vom Menschen auf das Tier erfolgt.“

Die Studie bestätige die bisherige Einschätzung des FLI, dass Hunde oder Katzen bisher keine Rolle bei der Verbreitung des Sars-CoV-2-Virus spielen. Ausschlaggebend sei die Übertragung von Mensch zu Mensch.

5.19 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 509 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland bei 1,11 (Vortag: 1,13).

5.02 Uhr: Als erstes Bundesland startet Mecklenburg-Vorpommern an diesem Montag ins neue Schuljahr. Alle 152.700 Schülerinnen und Schüler sollen wieder täglich zur Schule gehen. Von den 13.000 Lehrern im Land fallen rund 400 für den Unterricht vor der Klasse aus, weil ihr Corona-Risiko zu hoch ist. Deshalb soll ein Teil des Unterrichts weiterhin als Fernunterricht gegeben werden.

Das Bildungsministerium garantiert jedem Grundschüler vier Stunden am Tag. In den weiterführenden Schulen sind es fünf Stunden.

So soll das Infektionsrisiko verringert werden:

  • Die Schüler werden in feste Gruppen eingeteilt, die sich in der Schule nicht begegnen
  • Innerhalb der Gruppen sind die Abstandsregeln aufgehoben
  • Im Schulbus gilt die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes

Auch auf einigen Inseln in Schleswig-Holstein beginnt am Montag wieder die Schule. Hamburg folgt am Donnerstag. In der Woche darauf geht es in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und im übrigen Schleswig-Holstein los.

3.03 Uhr: Zur Eindämmung des Coronavirus will Großbritannien zwei neue Arten von Schnelltests einführen. Ab der kommenden Woche werden Krankenhäusern, Pflegeheimen und Laboren rund 5,8 Millionen DNA- und 450.000 Abstrichtests zur Verfügung gestellt.

Beide Tests sollen Covid-19 und andere vor allem im Winter wütende Viren wie Grippeviren nachweisen. Für die Durchführung der Tests soll kein geschultes medizinisches Fachpersonal erforderlich sein, was bedeute, dass sie auch in eher nicht-klinischen Umgebungen durchgeführt werden könnten.

In Großbritannien hat sich die Coronavirus-Lage weiter verschlechtert. Auffällig seien die Anstiege in Manchester, Tameside und Oldham, berichteten die „Manchester Evening News“.

Premier Boris Johnson hatte schon zuvor in ganz England weitere Lockerungsmaßnahmen für mindestens 14 Tage gestoppt. Im Norden wurden die Maßnahmen sogar verschärft: Dort dürfen sich Mitglieder verschiedener Haushalte nicht mehr in Innenräumen und Privatgärten treffen. Auch der gemeinsame Besuch von Pubs und Restaurants ist tabu.

Sonntag, 2. August 2020: Hohe Bußgelder bei Verstößen gegen Corona-Regeln gefordert

  • Das für die Zulassung von Impfstoffen in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut macht Hoffnung auf eine vergleichsweise schnelle Verfügbarkeit einer Corona-Impfung. „Die Zuversicht ist groß, denn wir haben gerade in den letzten Wochen erlebt, dass wir aus den ersten klinischen Prüfungen Ergebnisse erhalten haben, die zeigen, dass einige Impfstoffe tatsächlich eine spezifische Immunreaktion beim Menschen gegen Coronavirus 2 induzieren können“, sagte Präsident Klaus Cichutek am Sonntagabend im ZDF. Weltweit gebe es 140 bis 150 Impfstoffprojekte in diesem Bereich.
  • Zwei Maskenverweigerer haben auf einem Flug von Amsterdam nach Ibiza randaliert und sind nach der Landung von spanischen Sicherheitskräften festgenommen worden. Die beiden Männer hätten sich auf dem Flug am Freitag geweigert, Masken zu tragen, und andere Passagiere verbal und körperlich angegriffen, sagte ein Sprecher der Fluglinie der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Lesen Sie hier: Maskenverweigerer randalieren auf KLM-Flug – Festnahme
  • Der Corona-Ausbruch im niederbayerischen Mamming weitet sich aus. In einem weiteren Betrieb haben sich 43 Saisonarbeiter mit dem Virus angesteckt. „Diese und auch deren Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne“, sagte Landrat Werner Bumeder (CSU) am Sonntag. Am Vortag hatten die Behörden noch von 27 Fällen gesprochen. Die Tests in weiteren Betrieben und bei Bürgern im Landkreis Dingolfing-Landau seien negativ gewesen. „Nach jetzigem Stand liegt also nur ein Infektionsherd in Mamming vor.“
  • Nach der Massendemonstration gegen Corona-Vorschriften in Berlin hat der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, ein härteres Vorgehen des Staates gegen Regelbrecher gefordert. Diese Demonstranten seien „eine Gefahr für unser Land“, sagte Frei unserer Redaktion. Daher sollten die Ordnungsbehörden „stärker auf schlüssige und detaillierte Hygienekonzepte bei Demonstrationsgenehmigungen drängen“. Die Umsetzung müsse mit empfindlichen Geldbußen für die Organisatoren verbunden werden. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte „dreistellige Bußgelder“ bei Verstößen gegen Maskenpflicht und Abstandsgebot. Dafür solle eine bundeseinheitliche Regelung getroffen werden.
  • Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat ihren Neustart nach der Corona-Zwangspause kurzfristig verschoben. Die geplanten Mini-Kreuzfahrten auf der Ostsee für die erste Augusthälfte wurden am Sonntag abgesagt. Entgegen den Erwartungen des Unternehmens stehe eine letzte formale Freigabe für den Start der Kurzreisen ab 5. August durch den Flaggenstaat Italien noch aus, teilte Aida an seinem Sitz in Rostock mit. Betroffen sind mehrere Fahrten zwischen Anfang und Mitte August. Bei den geplanten Fahrten ab dem 16. August geht Aida davon aus, dass sie stattfinden können, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte.
  • Mindestens 40 Crew-Mitglieder eines in Norwegen vor Anker liegenden Passagierschiffs haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Unter ihnen sei auch ein deutscher Staatsbürger, teilte die norwegische Reederei Hurtigruten mit. 33 andere Betroffene kämen aus den Philippinen, je einer aus Frankreich und aus Norwegen. Keiner von ihnen zeige Anzeichen einer Krankheit. Insgesamt sind derzeit noch 154 Crew-Mitglieder an Bord der „Roald Amundsen“.
  • Im Nachbarland Polen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen, das Land registrierte so viele neue Fälle wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Seit drei Tagen registriert das EU-Land täglich neue Rekordwerte. Die Regierung in Warschau erwägt deshalb schärfere Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus.
  • Die ZDF-Journalistin Dunja Hayali musste ihre Dreharbeiten auf der Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Berlin abbrechen. Hayali und ihr Team waren zuvor mehrfach beschimpft worden, offenbar gab es zu große Sicherheitsbedenken. In einem rund 37 Minuten langen Video, das Hayali auf Instagram postete, ist zu sehen, wie Demo-Teilnehmer ihr und ihrem Team am Samstag „Lügenpresse“ und „Schämt euch“ entgegenrufen. Hayali berichtet selbst von Beleidigungen und Bedrohungen, ohne konkrete Beispiele zu nennen.

Samstag, 1. August 2020: Altmaier fordert härtere Strafen vor Verstöße gegen Corona-Regeln

  • Tausende Israelis haben an mehreren Orten des Landes gegen Korruption und das Krisenmanagement von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der Corona-Pandemie protestiert. Nach Angaben der Polizei nahmen an einer Demonstration in Jerusalem mehr als 7000 Menschen teil. Sie forderten den Rücktritt des Regierungschefs
  • 135 Bewohner einer Gemeinschaftsunterkunft in Nürnberg sind unter Quarantäne gestellt worden, weil einer der Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden ist
  • Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden
  • Bei der Auflösung der Kundgebung von Gegnern staatlicher Corona-Auflagen in Berlin hat die Polizei die Veranstaltungsbühne besetzt. Lesen Sie mehr:
  • Im Kampf gegen das Coronavirus will Russland im Herbst mit den ersten Impfungen beginnen. Dies sei für Oktober geplant, sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko der Staatsagentur Tass zufolge. Zunächst sollten Ärzte und Lehrer geimpft werden, dann schrittweise der Rest der Bevölkerung
  • Angesichts steigender Corona-Zahlen verschärft Helgoland die Maskenpflicht. Am kommendem Montag müsse zunächst für zwei Wochen auf der Einkaufsstraße Lung Wai und auf der Promenade vom Hafen bis zum Dorfkern eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden
  • Mit einem Demonstrationszug haben Tausende Menschen in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Die Polizei ging am Nachmittag von rund 15.000 Teilnehmern aus. Nach Polizeiangaben wurden dabei die Hygienevorgaben wie Abstand und Mund-Nasen-Schutz nicht eingehalten
  • Angesichts der Zunahme der Corona-Fälle erweitert Griechenland die Maskenpflicht. Wie der Zivilschutz mitteilte, müssen alle Menschen fortan in geschlossenen Räumen eine Maske tragen. Zudem sind Besuche in Krankenhäusern und Altersheimen nur im Ausnahmefällen erlaubt
  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich für härtere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln ausgesprochen. Ein Vorschlag Altmaiers: Man soll nur in Busse und Bahnen einsteigen dürfen, wenn man Schutzmaske trägt oder eine beim Einstieg erwirbt.
  • Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 955 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet
  • Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro spielt auch nach seiner Coronavirus-Infektion die Gefahren der Pandemie weiter herunter. Es gebe nichts zu befürchten, sagte er vor Reportern. „Ich bedauere die Todesfälle. Aber Menschen sterben jeden Tag, an vielen Dingen. So ist das Leben“
  • Angesichts der rasanten steigende Zahl von Coronainfektionen in Deutschland haben führende Politiker und Ökonomen vor einem weiteren Lockdown gewarnt. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte unserer Redaktion: „Einen zweiten Lockdown können wir uns nicht leisten. Das würde unsere Wirtschaft kaum verkraften und sich letztendlich auch negativ auf den Sozialstaat und seine Stabilität auswirken. Hilfsmaßnahmen wie im jetzigen finanziellen Rahmen ließen sich wohl nicht wiederholen“
  • Die Soforthilfe für in finanzielle Nöte geratene Studenten wird stark nachgefragt. Von den seit Juni zur Verfügung gestellten 100 Millionen Euro an Überbrückungshilfe sind laut Bundesbildungsministerium bereits über 28 Millionen Euro abgerufen worden

Freitag, 31. Juli 2020: Mallorca-Urlauber nach Corona-Infektion in Quarantäne

  • Nach dem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming hat sich die Zahl der infizierten Erntehelfer auf 232 erhöht. Das Landratsamt leitete am Freitagabend nach eigenen Angaben „umgehend eine Trennung der nun positiv getesteten Saisonarbeitskräfte von den negativ Getesteten in die Wege“.
  • Nachdem das Auswärtige Amt einige Gebiete Spaniens zu Risikogebieten erklärt hat, fragen sich viele Deutsche, was nun mit ihren gebuchten Flügen nach Barcelona & Co. geschieht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband macht gegenüber unserer Redaktion deutlich, dass kein rechtlicher Anspruch auf eine Rückerstattung besteht – egal, ob es eine Reisewarnung gibt oder nicht. Dennoch können Betroffene zumindest einen Teil des Ticketpreises wiederbekommen.
  • Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat aus seiner eigenen Corona-Infektion offensichtlich nichts gelernt. Bei einem Besucht in Bagé im Süden Brasiliens trug er zwar eine Maske, schüttelte aber Hände, wie das Portal „G1“ am Freitag berichtete. Daraufhin hätten sich Menschenansammlungen gebildet. Bolsonaro zeigte bei dem Auftritt demnach das umstrittene Malariamittel Hydroxychloroquin, das er zur Covid-19-Behandlung propagiert. Bolsonaro hatte vor mehr als drei Wochen bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Mehrere Tests fielen positiv aus, am Samstag twitterte er dann, ein neuer Test bei ihm sei negativ ausgefallen.
  • Donald Trump hat in Bezug auf die Verschiebung der US-Wahlen eine Rolle rückwärts gemacht. „Ich will keine Verschiebung“, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im weißen Haus. Nur einen Tag zuvor hatte Trump einen gänzlich anders lautenden Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter abgesetzt. Auch wenn Trump jetzt nichts mehr von einer Verschiebung der Wahl wissen will, erneuerte er auf der Pressekonferenz ausführlich seine Befürchtungen zum Wahlbetrug.
  • Die Corona-Apps verschiedener europäischer Staaten sollen vernetzt werden. Die EU-Kommission soll den entsprechenden Auftrag bald den deutschen Unternehmen SAP und Telekom erteilen. Diese hatten bereits die deutsche Corona-Warn-App entwickelt – bei der zuletzt bekannt wurde, dass sie mehrere Wochen bei manchen Android- und iPhone-Benutzern nicht richtig funktioniert hatte.
  • Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in drei Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen. Betroffen von der formellen Reisewarnung sind nach einer Mitteilung des Auswärtigen Amts vom Freitag Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra, nicht aber Mallorca und auch nicht die Kanaren.
  • Nach einer Hochzeitsfeier sind im Kreis Kleve mehr als 50 Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Kreisverwaltung am Freitag mit. Bei der Veranstaltung habe es sich um eine Feier im benachbarten Kreis Wesel gehandelt, sagte eine Sprecherin. Bis auf wenige Ausnahmen seien allerdings alle Gäste im Ort Geldern im Kreis Kleve beheimatet. „Das Gesundheitsamt nimmt direkt Kontakt mit den positiv getesteten Personen auf, um weitere Informationen zu erhalten“, sagte Landrat Wolfgang Spreen. Die Kontaktpersonenermittlung laufe.
  • Mit ihrem Programm „Ausbildungsplätze sichern“ will die Bundesregierung Unternehmen Anreize bieten, Azubis zu halten oder gar neue Ausbildungsstellen zu schaffen. Ab kommender Woche können kleine und mittlere Betriebe daher die sogenannte Azubi-Prämie beantragen. Dafür stellt die Bundesregierung insgesamt 500 Millionen Euro bereit.
  • Erstmals seit der Wiedereröffnung der Balearen-Inseln mit Mallorca für den internationalen Tourismus sind Urlauber nach Behördenangaben positiv auf das Coronavirus getestet und in Quarantäne geschickt worden. Über die Herkunft oder die Nationalität der Betroffenen teilte die regionale Gesundheitsbehörde am Freitag auf Anfrage zunächst nichts weiter mit. Die Zeitung „Diario de Mallorca“ schrieb, es handele sich insgesamt um zehn Urlauber mit nur leichten oder gar keinen Krankheitssymptomen. Bereits zuvor hatte eine Familie aus Cottbus offenbar das Coronavirus mit nach Hause gebracht. Lesen Sie hier: Corona: Familie muss nach Mallorca-Urlaub in Quarantäne Wegen illegaler Partys hat die Regierung der Balearen vergangene Woche die Lokale am Ballermann und auch im bei Briten beliebten Vergnügungsareal Punta Ballena in Magaluf geschlossen. Lesen Sie dazu: Partys am Strand von Magaluf sorgen für Ärger auf Mallorca

Corona-News: Bisherige Meldungen im alten Live-Ticker

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