Auseinandersetzung

Fahrgast von Kontrolleur gewürgt – wegen fehlendem Ticket

In Leipzig wurde ein Fahrgast wegen eines fehlenden Tickets von einem Kontrolleur im Würgegriff festgehalten. Die Polizei ermittelt.

In Leipzig kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Kontrolleur und einem Fahrgast, der kein Ticket für die Straßenbahn hatte (Symbolbild).

In Leipzig kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Kontrolleur und einem Fahrgast, der kein Ticket für die Straßenbahn hatte (Symbolbild).

Foto: imago images/Ralph Peters

Leipzig. Wegen eines fehlenden Tickets ist es in Leipzig zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen einem Fahrgast der Straßenbahn und einem Ticketkontrolleur der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) gekommen. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, soll der 56-Jährige am Donnerstag einen Fahrgast gewürgt haben.

Nach aktuellem Ermittlungsstand seien ein 28 Jahre alter Fahrgast und seine 27 Jahre alte Begleiterin ohne Fahrschein und Ausweis in der Bahn kontrolliert worden. Sie hätten sich nach Angaben der LVB-Mitarbeiter „renitent“ verhalten, sagte der Polizeisprecher.

Als sie aus der Bahn ausstiegen, kam es demnach zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit den Kontrolleuren. Der Kontrolleur hielt den 28-Jährigen den Angaben zufolge im Würgegriff am Boden fest.

Gegen den Kontrolleur wird nun wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung ermittelt. Dies erfolge in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft. Diese hatte das Tatgeschehen „als Anfangsverdacht einer gefährlichen Körperverletzung“ bewertet, so die Polizei.

Ein Video, das von Mitarbeitern des Stadtmagazins „Kreuzer“ am Freitagabend veröffentlicht und von Medien aufgegriffen wurde, soll die Szene zeigen. Am Montag wollen die Ermittler Videoaufnahmen aus der Straßenbahn auswerten. Lesen Sie hier: Luxemburg macht´s vor: Nahverkehr ab sofort gratis

Achtung: In dem Video sind gewalttätige Handlungen zu sehen. Diese könnten auf einige Menschen verstörend wirken. Sollten Sie empfindlich auf Gewaltdarstellungen reagieren, empfehlen wir, das Video nicht anzuschauen.

Fahrgast gewürgt – Kontrolleur vom Dienst freigestellt

Die Lage sei bereits wieder entspannt gewesen, als die Polizei eintraf, wie der Sprecher mitteilte. Eine medizinische Versorgung sei nicht nötig gewesen. Laut Polizei sind Strafanzeigen unter anderem wegen wechselseitiger Körperverletzung, wegen des Erschleichens von Leistungen sowie des Diebstahls eines Fahrausweiskontrollgerätes aufgenommen worden. Neben Zeugenaussagen fließe auch die Auswertung von Videoaufnahmen in die Ermittlungen ein.

Die Verkehrsbetriebe teilten mit, der LVB-Kontrolleur „sowie das betroffene Team“ seien mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt worden. „Eine solche Eskalation, wie es die Bilder zeigen, überschreitet eine rote Linie und ist für uns in keiner Form akzeptabel“, hieß es in der Mitteilung. „Wir bedauern den Vorfall und die gewalttätige Kurzschlussreaktion gegenüber dem Fahrgast. Dafür bitten wir um Entschuldigung“, erklärte LVB-Sprecher Ulf Middelberg. Lesen Sie auch: Städtetag fordert Bürger auf, wieder Bus und Bahn zu fahren

(dpa/lhel)

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