Jahreszeit

Wetter, Urlaub, Corona: Was sich im Sommer 2020 alles ändert

Am 20. Juni beginnt der kalendarische Sommer – was bringt er im Jahr 2020? Wir wagen einen Ausblick auf die (sehr) heiße Jahreszeit.

Wann beginnt der Sommer?

Es klingt nach einer einfachen Frage: Wann ist Sommeranfang? Darauf gibt es ab verschiedene Antworten, je nachdem ob man Astronomen, Meteorologen oder Biologen fragt.

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Berlin. 
  • Corona stellt die Jahresplanung vieler Menschen auf den Kopf
  • Was allen klar sein dürfte: Dieser Sommer wird anders werden als jeder andere
  • Die Frage ist nur: Wie anders? Wie wird sich der Urlaub verändern? Wie wird das Wetter?
  • Wir wagen einen Blick in die Zukunft

Der Sommer 2020, so viel ist schon mal klar, wird ein außergewöhnlicher werden. Das Coronavirus hat Urlaubspläne, Arbeit und Finanzen von vielen Menschen in Deutschland auf links gekrempelt – und wie sich die Pandemie in den Sommermonaten entwickelt, kann kein Experte mit Sicherheit sagen.

Hinzu kommt, dass Mitteleuropa nach dem Dürre-Jahr 2019 auch in den folgenden Monaten von großer Trockenheit und Hitze bedroht ist. Bereits der Frühling in Deutschland war ungewöhnlich trocken.

Wie verändert sich das Leben dadurch? Was wird uns beeinflussen? Und wann sprechen wir eigentlich von Sommer? Wir wagen einen Ausblick auf die (sehr) heiße Jahreszeit.

Wann ist überhaupt Sommeranfang?

Im Juni erklimmt die Sonne den Gipfel ihrer Jahresbahn. Am 20. Juni um 23.44 Uhr erreicht sie ihren nördlichsten Punkt am nördlichen Wendekreis, den Sommerpunkt, wie Astronomen sagen. Genau dann beginnt bei uns auf der Nordhalbkugel der Erde der Sommer, während er auf der Südhalbkugel endet, also zum Beispiel in Australien.

Kalendarischer Sommeranfang: 20. Juni 2020

Für unseren Kalender bedeutet das, dass der 20. Juni in diesem Jahr der erste Sommertag ist. Auf der gesamten Nordhalbkugel ist dieser Sommeranfang zugleich der längste Tag des Jahres. Mehr Stunden mit Tageslicht gibt es an keinem anderen Tag des Jahres.

Im gesamten nördlichen Polarkreis geht die Sonne in dieser Nacht überhaupt nicht unter – die Mittsommernacht. Im Norden der skandinavischen und baltischen Staaten wird sie mit großen Festen gefeiert. Dass dieser Tag auf einen 20. Juni fällt, ist übrigens sehr selten: Letztmals war das im Jahr 1896 der Fall. Häufiger findet die Sommersonnenwende am 21. oder am 22. Juni statt.

Meteorologischer Sommeranfang: 1. Juni 2020

Die Meteorologen starten bereits am 1. Juni in den Sommer. Für sie dauert der Sommer – wie alle anderen Jahreszeiten – drei volle Kalendermonate: Juni, Juli, August. Der simple Grund: Mit drei vollen Monaten lässt sich einfacher rechnen.

Wie wird das Wetter im Sommer 2020?

Der Sommer 2019 brach dank ungewöhnlicher Hitze und großer Trockenheit einige Rekorde. Erstmals wurden in Deutschland Temperaturen von mehr als 42 Grad gemessen, etwa Ende Juli im niedersächsischen Lingen (42,6 Grad). Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) war der Sommer 2019 der drittwärmste seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Droht dieser Sommer ähnlich schweißtreibend zu werden?

Eine seriöse Wetter-Prognose dafür gibt es nicht, allerdings erwarten Experten zumindest überdurchschnittliche Wärme für die Sommermonate. In der Jahreszeitenvorhersage des DWD etwa wird eine im Vergleich mit dem „Normalwetter“ um 0,5 bis 1 Grad höhere Durchschnittstemperatur für den Zeitraum von Juni bis August prognostiziert.

Schon das Frühjahr zeigte sich ungewöhnlich warm: Mit 9,2 Grad lag der Temperaturdurchschnitt laut DWD um 1,5 Grad über dem Normalwert.

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Drohen Dürre und Trockenheit wie 2019?

Auch das lässt sich bislang nur schwer voraussagen. Experten sind jedoch zumindest alarmiert. Dr. Andreas Marx vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ), das täglich einen Dürremonitor für Deutschland erstellt, sagte unserer Redaktion am Anfang des Jahres: „Wir bräuchten jetzt konstant über mehrere Monate überdurchschnittlich viel Niederschlag und nicht zu hohe Temperaturen, um das Wasser im Boden aufzufüllen.“

Bislang allerdings konnte das Wetter 2020 den Trend nicht umkehren. Besonders in der Land- und in der Forstwirtschaft wird diese Entwicklung mit großer Sorge betrachtet. Nach den äußerst trockenen Jahren 2018 und 2019 bekamen die Böden auch im Frühjahr 2020 nicht wirklich viel Niederschlag ab.

Nur gut 50 Prozent des vieljährigen Durchschnitts an Niederschlag gab es in Deutschland in den vergangenen Monaten. Damit war der diesjährige Frühling unter den sechs niederschlagsärmsten seit 1881 und zum siebten Mal in Folge zu trocken.

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Urlaub im Sommer 2020

Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus macht Urlaub in vielen Regionen der Welt nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Die weltweite Reisewarnung besteht ab 15. Juni allerdings nicht mehr. Innerhalb der EU sind für Deutsche mittlerweile wieder mehrere Reiseziele zu erreichen, für mehr als 160 Nicht-EU-Länder gilt allerdings weiterhin eine Reisewarnung der Bundesregierung – und das vorerst noch bis zum 31. August.

Durch die moderate Entwicklung der Fallzahlen in Deutschland dürfte für viele Bundesbürger ein Urlaub im Inland zur ersten Option werden. Zwar ist auch an deutschen Touristenzielen mit Einschränkungen wie Abstandsregeln und Maskenpflicht zu rechnen. Denn die Corona-Regeln in Deutschland sind momentan im internationalen Vergleich eher locker.

„Genießen sie ihren Sommerurlaub, aber genießen sie ihn mit Vorsicht und genießen sie ihn in Verantwortung“, empfiehlt Bundesaußenminister Heiko Maas. Statt der Reisewarnung gibt es ab 15. Juni für viele Länder sehr ausführliche Reisehinweise auf der Internetseite des Auswärtigen Amts, in denen auf alle Risiken hingewiesen wird. Dem Reisenden ist es dann selbst überlassen, worauf er sich einlassen will.

Kurz gesagt bedeutet das: Urlaub auf eigene Gefahr. Eine Rückholaktion für gestrandete Touristen, wie sie es nach Ausbruch der Corona-Pandemie für rund 240.000 Deutsche im Ausland gab, wird es nicht noch einmal geben. Das hat das Auswärtige Amt mehrmals betont.

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Corona-Pandemie

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Gerade mit Blick auf die Sommerzeit, also die Haupt-Urlaubszeit, warnen Forscher und Mediziner vor einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen. Wenn viele Menschen aufeinandertreffen, die normalerweise keinen Kontakt miteinander haben, müsse ein erneutes exponentielles Wachstum der Infektionszahlen befürchtet werden, sagte etwa der Arzt und Gesundheitsforscher Max Geraedts von der Universität Marburg der Deutschen Presse-Agentur. Aktuell sähen die Infektionszahlen zwar gut aus. Wenn Menschen wieder vielerorts eng zusammenkämen, könnte das dennoch ausreichen, „um wieder einen starken Anstieg loszutreten“.

Dass die höheren Temperaturen im Sommer einen positiven Einfluss auf die Ausbreitung von Sars-CoV-2 haben können, wird unter Wissenschaftlern stark bezweifelt. Bislang deuteten Studien darauf hin, dass solche saisonalen Effekte bei der Corona-Pandemie nicht oder nur in geringem Maße zu erwarten sind.

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(ba/dpa/afp)

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