Fall Maddie – Viele Hinweise durch ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“

Sollte es zum Prozess kommen, wäre das Braunschweiger Landgericht zuständig. Der Zeugenaufruf in der Sendung Die Ermittler gehen von Maddies Tod aus.

Staatsanwalt Hans-Christian Wolters am Donnerstag während der Pressekonferenz in Braunschweig.

Staatsanwalt Hans-Christian Wolters am Donnerstag während der Pressekonferenz in Braunschweig.

Foto: Bernward Comes / Braunschweiger Zeitung

Braunschweig.  Der neue Verdacht im Fall Maddie bewegt die Menschen auch noch 13 Jahre nach dem rätselhaften Verschwinden der Dreijährigen aus einem Hotelzimmer im portugiesischen Urlaubsort Praia da Luz. „Wir gehen davon aus, dass Madeleine McCann tot ist“, erklärte Hans-Christian Wolters, Sprecher der Braunschweiger Staatsanwaltschaft, am Donnerstag vor rund 50 Medienvertretern.

Im Verdacht stehe ein mehrfach auch wegen Kindesmissbrauchs vorbestrafter Sexualstraftäter, der zur Tatzeit in Portugal gelebt hatte. Zur Aufklärung des Falls, so Wolters, „bitten wir öffentlich um Mithilfe der Bevölkerung“.

Fall Maddie: Auswertung der Hinweise wird Zeit brauchen

Nach dem Zeugenaufruf in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ am Mittwoch standen die Leitungen nicht still. „Wir haben zahlreiche Hinweise erhalten“, sagte Wolters auf Anfrage. „Die Auswertungen werden noch eine geraume Zeit in Anspruch nehmen.“ Die Anteilnahme am Schicksal des verschwundenen Mädchens ist groß.

Die Braunschweiger Behörde ermittelt wegen Mordverdachts gegen einen 43 Jahre alten Deutschen, der seinen Wohnsitz zuletzt in Braunschweig hatte. Derzeit verbüßt er eine Haftstrafe wegen Drogenhandels.

Tatverdächtiger wurde bereits wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes verurteilt

Vor dem Braunschweiger Amtsgericht war der Tatverdächtige nach unseren Informationen 2016 wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes verurteilt worden. Im Dezember 2019 folgte vor dem Braunschweiger Landgericht eine Verurteilung wegen der Vergewaltigung einer
72 Jahre alten Amerikanerin im Jahr 2005 in Praia da Luz – dem Ort, in dem rund anderthalb Jahre später das englische Mädchen Maddie verschwand.

Der Fall Maddie McCann
Der Fall Maddie McCann

Zwischen 1995 und 2007 hatte der mutmaßliche Täter laut Bundeskriminalamt an der Algarve gelebt, unter anderem für einige Jahre in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz. Seinen Lebensunterhalt bestritt der Verdächtige mit Jobs in der Gastronomie, aber auch Straftaten, etwa Einbrüchen und Drogenhandel. Sollte sich der Verdacht gegen ihn im Fall Maddie erhärten, würde Anklage vor dem Braunschweiger Landgericht als zuständigem Gericht erhoben werden.

Grundstück im Landkreis Börde ist wenige Minuten vom Landkreis Helmstedt entfernt

Eine mögliche Spur im Fall der vor 13 Jahren verschwundenen Madeleine „Maddie“ McCann führt einem Bericht zufolge auch nach Sachsen-Anhalt. Wie die „Magdeburger Volksstimme“ am Freitag berichtete, soll der 43-jährige mehrfach vorbestrafte Sexualtäter, gegen den im Fall Maddie wegen Mordes ermittelt wird, ein verfallenes Grundstück in der Börde besitzen. Er soll in der Nähe gewesen sein, als 2015 die damals fünfjährige Inga aus Schönebeck verschwand.

Verdächtiger im Fall Maddie war in Sachsen-Anhalt, als Inga verschwand

Bereits im Februar 2016 gab es dem Bericht zufolge auch in Sachsen-Anhalt Ermittlungen. Der Verdächtige besitzt demnach in Neuwegersleben ein altes verfallenes Grundstück. Dort fanden die Beamten einen Datenstick mit Kinderpornografie. Nur einen Tag vor dem Verschwinden von Inga soll der Verdächtige auf einem Autobahnrastplatz bei Helmstedt einen Unfall gehabt haben. Die Anwältin von Ingas Mutter fordert laut „Volksstimme“ nun neue Ermittlungen.

Die fünfjährige Inga war am 2. Mai 2015 im Landkreis Stendal verschwunden, wo sie mit ihrer Familie zu Besuch war. Nach ihrem Verschwinden suchten Polizei und Helfer mehrfach große Waldstücke nach dem aus Schönebeck stammenden Mädchen ab. Die Ermittler gingen tausenden Spuren und Hinweisen nach.

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