Kriminalität

Ehefrau vermisst: Norwegischer Millionär unter Mordverdacht

Dramatische Wende im Fall der verschwundenen Millionärsgattin: Ihr Mann wurde festgenommen. Tom Hagen ist einer der reichsten Norweger.

Dieses von der norwegischen Polizei zur Verfügung gestellte Foto zeigt Anne-Elisabeth Falkevik Hagen, die vermisste Frau eines der reichsten Männer Norwegens. Wurde sie gar nicht entführt, wie ihr Mann vorgab?

Dieses von der norwegischen Polizei zur Verfügung gestellte Foto zeigt Anne-Elisabeth Falkevik Hagen, die vermisste Frau eines der reichsten Männer Norwegens. Wurde sie gar nicht entführt, wie ihr Mann vorgab?

Foto: POLICE HANDOUT / dpa

Oslo. Es ist die dramatische Wende eines spektakulären Falls: 18 Monate nach dem Verschwinden der norwegischen Millionärsfrau Anne-Elisabeth Hagen hat die Polizei ihren Ehemann wegen Tatverdachts festgenommen. Tom Hagen, einem der reichsten Männer Norwegens, wird vorgeworfen, seine Frau getötet oder anderweitig an der Tat beteiligt gewesen zu sein, gab die zuständige Polizei am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Lillestrøm bei Oslo bekannt.

Bei der Festnahme habe der 70-Jährige äußerst gelassen gewirkt, so die Polizei. Er habe allerdings zu den Vorwürfen noch keine Stellung bezogen, so Polizeichefin Ida Melbo Øystese. Von seiner Ehefrau fehlt weiterhin jede Spur.

Polizei: „Es hat keine Entführung gegeben“

Die Polizei, die Anfang 2019 mit dem Fall an die Öffentlichkeit gegangen war, nahm zunächst eine Entführung an. Später änderten die Ermittler ihre Haupthypothese und glaubten daran, dass die Entführung nur vorgetäuscht worden und Hagen wahrscheinlich getötet worden sei.

Mittlerweile sind sie sicher: „Es hat keine Entführung gegeben“, sagte Ermittlungsleiter Tommy Brøske am Dienstag. „Die Polizei glaubt mit anderen Worten daran, dass der Fall durch eine klare, geplante Täuschung geprägt worden ist.“

Erpresserbrief soll fingiert gewesen sein

Am 31. Oktober 2018 war die damals 68 Jahre alte Ehefrau Anne-Elisabeth Hagen aus dem Familienhaus in Lørenskog bei Oslo verschwunden, seitdem gab es kein Lebenszeichen von ihr. In der Villa hinterließ jemand einen Erpresserbrief in brüchigem Norwegisch.

In diesem Brief wurde eine Lösegeldsumme von neun Millionen Euro für die dreifache Mutter gefordert. Die sollte über das Internet in einer Kryptowährung anonym ausgezahlt werden. Lange tappte die Polizei im Dunklen. Am Dienstag meldete die norwegische Polizei, dass der Erpresserbrief vermutlich fingiert gewesen war.

Hatte Tom Hagen Komplizen? Die Polizei geht davon aus

Nach der Festnahmen ihres Ehemanns Tom Hagen geht die Polizei davon aus, dass der Ehemann den Mord nicht alleine begangen hat. „Wir schließen weitere Festnahmen nicht aus“, so Polizeisprecherin Åse Kjustad Eriksson. Die Tat sei professionell geplant und durchgeführt worden, so die Polizei. Zeitgleich wurden am Dienstag der Arbeitsplatz von Tom Hagen und seine Häuser von der Polizei nach möglichen Beweisen durchsucht.

Warum, so wird jetzt spekuliert, sollte ein äußerst erfolgreicher Millionär im Rentenalter seine Gattin, mit der er fast ein ganzes Leben lebte, ermorden wollen? Vielen erscheint das seltsam. Eifersucht in diesem hohen Alter?

Freunde des Ehepaares stehen unter Schock

Laut Polizei ist das Motiv bekannt, doch gibt sie darüber zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft. Auch über die Spuren, die nach 18 Monaten doch noch zum Ehemann führten, wollte die Polizei am Dienstag keine Details preisgeben.

Freunde des Ehepaares reagierten entsetzt. „Als die Nachricht von Tom heute gekommen ist, habe ich einen Schock bekommen – vor allem, weil ich denke, dass Lisbeth jetzt nicht wieder nach Hause kommen wird. Jetzt ist sie für immer fort.“ Ein Freund von Tom Hagen sagte: „Das ist völlig unwirklich.“

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos

Beschreibung anzeigen