Pandemie

Corona: Zutritt zu Fußgängerzonen bald nur noch mit Ticket?

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Gastro-Branche am Boden: Leere Stühle vor dem Brandenburger Tor

Gastro-Branche am Boden- Leere Stühle vor dem Brandenburger Tor

Mit einer Aktion am Brandenburger Tor will die Gastonomie-Branche auf ihre wirtschaftlich schlechte Lage wegen der Corona-Krise aufmerksam machen. Dringend nötig seien Rettungsschirme, fordert Rene Kaplick, Mitglied von "Gastro-Piraten".

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Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag stellt neue Möglichkeiten der Digitalisierung vor. Und macht einschneidende Vorschläge.

Berlin. Die Freiheiten der Bürger sind in Deutschland aufgrund der Coronavirus-Pandemie seit Wochen eingeschränkt. Auf der Suche nach Möglichkeiten, zurück zur Normalität zu kehren und die Wirtschaft wieder anzukurbeln, macht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nun einen ungewöhnlichen Vorschlag: ein Ticket-System für Fußgängerzonen, Geschäfte und Hotels.

Hierfür appelliert der DIHK in einem Konzeptpapier, in dem der Verein die Politik auffordert, sich die Möglichkeiten der Digitalisierung zunutze zu machen. Mithilfe einer App könnten die Kundenströme reguliert werden, um die Ansteckungsgefahr zu verringern, heißt es in dem Papier, aus dem zuerst das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zitierte. Gleichzeitig würde damit für eine „kontinuierliche Auslastung der Geschäfte“ gesorgt.

Coronavirus: Eine App soll Wiedereröffnungen ermöglichen

Ein Ticket-System per App sei ein „äußerst wirksames und vielfältig einsetzbares Instrument zur Vermeidung von Menschenansammlungen“, führt der DIHK aus. Ähnlich werde bereits seit längerem bei der Steuerung großer Touristenströme vorgegangen. Ein derartiges System könne auch bei der Wiederöffnung von Restaurants und Cafés helfen.

„Für die Berechnung der aus epidemiologischer Sicht verantwortbaren Auslastung würden die Restaurants entsprechend angeben, wie viele Plätze sie bei Einhaltung der entsprechenden Abstandsregeln anbieten können“, schlägt der DIHK vor. Im Tagestourismus könnten Tagestickets die Zahl der Gäste an typischen Hotspots wie Stränden, Seen, oder Nationalparks steuern. Ähnliches sei auch für Messen denkbar.

Der DIHK schlägt laut dem Bericht zudem vor, Echtzeitdaten zur Entzerrung von Personenströmen zu verwenden, wie es Kartendienste bereits zur Stauvermeidung praktizierten. „Auf Basis solcher Echtzeitinformationen könnten Personen per Push-Benachrichtigung auf dem Smartphone gewarnt werden, wenn die Personendichte in einem bestimmten Raum bereits sehr hoch ist und droht, die epidemiologisch angemessene Anzahl zu überschreiten“, heißt es in dem Papier.

DIHK: Digitale Schilder sollen vor Überfüllung warnen

Auch „Warnschilder“ auf Online-Karten sowie Warnungen vor überfüllten Bussen und Bahnen seien denkbar. Weiter plädierte der DIHK für einen digitalen Corona-Pass auf Basis der Blockchain-Technologie. „Mit dem Corona-Pass können Personen nachweisen, dass sie auf das Virus getestet wurden und weiterhin an Tests teilnehmen“, heißt es laut Bericht in dem Konzept. Die Informationen würden in einer Blockchain abgelegt, pseudonymisiert und datenschutzkonform in einer Cloud gespeichert.

„Wir brauchen kurzfristig die Erprobung solcher Modelle in verschiedenen Kommunen und Regionen“, forderte der DIHK. Auf Basis der gewonnen Erkenntnisse könnten dann entsprechende Lösungen flächendeckend genehmigt und ausgerollt werden. „Die Wirtschaft ist bereit, ihren Teil dazu beizutragen, dass weitere Schritte zu einer Öffnung erfolgen.“

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( (dpa/yah) )

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