Corona-Pandemie

Corona: RKI meldet über 1900 Neuinfektionen an einem Tag

Wie entwickeln sich die Corona-Fallzahlen in Deutschland? Wie ist die Reproduktionszahl heute? Die wichtigsten RKI-Zahlen im Überblick.

Wien und Budapest zu Corona-Risikogebieten erklärt

Das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärt Wien und Budapest zu Corona-Risikogebieten. Auch das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für Wien und Budapest ausgesprochen.

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Berlin. 
  • Am Freitag meldete das RKI 1916 Corona-Neuinfektionen
  • Die Reproduktionszahl lag am Freitag bei 1,16 (Donnerstag: 1,07), auch der 7-Tage-R-Wert wurde aktualisiert
  • Laut RKI treten weiterhin bundesweit zahlreiche kleinere Covid-19-Ausbrüche auf, zum Beispiel in Verbindung mit Reiserückkehrern und im Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Freitagmorgen seine neuen Corona-Fallzahlen veröffentlicht. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland laut RKI 1916 neue Corona-Infektionen (Datenstand: 18. September, 0 Uhr).

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Neuinfektionen einmal bei knapp über 2000 (2034).

Am Donnerstag, den 17. September, erreichte die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen den höchsten Tageswert seit April. „Das, was man im Moment sieht, das ist schon nicht so eine beliebige Schwankung. Sondern wir sind jetzt wieder im Anstieg“, sagte der Virologe Christian Drosten am Donnerstag bei einem Kommunikationskongress in Berlin.

Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wie viele Menschen getestet werden.

Lesen Sie hier: Wird Corona schwächer? Diese drei Faktoren sollten Sie kennen.

Woran der Zuwachs liegt, ist nicht ganz klar. Laut RKI treten weiterhin bundesweit zahlreiche kleinere Covid-19-Ausbrüche auf, zum Beispiel in Verbindung mit Reiserückkehrern und im Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis. Der Anteil der Covid-19-Fälle unter Reiserückkehrern sei jedoch seit Mitte August zurückgegangen. Laut RKI stecken sich zunehmend wieder Menschen in Deutschland an.

Corona-Fallzahlen des RKI im Überblick

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut Robert Koch-Institut (RKI) mindestens 267.773 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete (Datenstand 18. September). Lesen Sie hier: Alle wichtigen Nachrichten: die Corona-News im Ticker

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag nach RKI-Angaben bei 9378.

Was ist die Reproduktionszahl und wie hoch ist sie aktuell?

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, liegt derzeit bei 1,16 (Vortag: 1,07). Liegt der R-Wert über 1, steckt ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen an. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen ab, das etwa eineinhalb Wochen zurückliegt.

Die Reproduktionszahl ist ein wichtiges Instrument zur Einschätzung der Infektionsrate. Sie gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung mit dem Erreger ansteckt. Liegt der Wert unter eins, verringert sich die Zahl der Neuinfektionen. Liegt er darüber, breitet sich das Virus weiter aus. Hintergrund: So wird die Reproduktionszahl berechnet.

Datum 18. September 17. September
R-Wert 1,16 1,07
7-Tage-R-Wert 1,21 1,15

Was ist der 7-Tage-R-Wert und wie hoch ist er?

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem einen sogenannten Sieben-Tage-R-Wert an. Er besagt, wie viele Menschen eine infizierte Person vor ein bis zwei Wochen durchschnittlich ansteckte und soll so die langfristige Entwicklung der Pandemie abbilden.

Das RKI muss dafür schätzen, wie viele Menschen innerhalb eines Zeitraums von sieben Tagen neu erkrankt sind. Vergleicht man nun zwei solche Zeitfenster im Abstand von vier Tagen – so lange dauert es, bis eine Generation Infizierte die nächste angesteckt hat –, ergibt sich die Reproduktionszahl.

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Das Sieben-Tage-R bezieht sich also auf einen längeren Zeitraum und unterliegt weniger tagesaktuellen Schwankungen, außerdem soll es weniger anfällig auf lokale Ausbrüche reagieren.

Lesen Sie hier: RKI-Fallzahlen – Unterschiede zu den Corona-Daten der Johns-Hopkins-Universität

Was ist die 7-Tage-Inzidenz?

Nicht zu verwechseln mit dem 7-Tage-R ist die 7-Tage-Inzidenz. Sie gibt die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen an und ist ausschlaggebend dafür, ob Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen werden oder nicht. Lesen Sie hier: Alle wichtigen Corona-Zahlen weltweit und für Deutschland.

Eine Häufung von mehr als 35 Fällen gilt laut einer Vereinbarung zwischen Bund und Ländern als kritisch, spätestens bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche soll ein regionaler Lockdown in Betracht gezogen werden. Die 7-Tage-Inzidenz wurde eingeführt, um aktuelle Hotspots in der Coronavirus-Epidemie identifizieren und mögliche Risiken für die Bevölkerung besser bewerten zu können.

Auch interessant: Wie wahrscheinlich ist ein erneuter Corona-Lockdown?

Coronavirus-Pandemie: RKI-Fallzahlen pro Bundesland

Die Uhrzeit, wann die Bundesländer neue Tagesstände übermitteln, variiert von Land zu Land. Unter Umständen gibt es dabei sogar an einem Tag mehrere Schwankungen.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (nachgewiesene und gemeldete Infektionen, Datenstand 18. September):

  • Nordrhein-Westfalen: 64.084; +519
  • Bayern: 63.918; +286
  • Baden-Württemberg: 46.428; +387
  • Niedersachsen: 18.529; +273
  • Hessen: 17.342; +109
  • Berlin: 12.733; +140
  • Rheinland-Pfalz: 9990; +61
  • Hamburg: 7010; +46
  • Sachsen: 2380; +2
  • Schleswig-Holstein: 4350; +39
  • Brandenburg: 4060; +9
  • Thüringen: 3884; +19
  • Saarland: 3214; -48*
  • Sachsen-Anhalt: 2380; +2
  • Bremen: 2177; +3
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1093; +12

*Im Rahmen von Qualitätsprüfungen und Datenbereinigungen der Gesundheitsämter kann es gelegentlich vorkommen, dass bereits übermittelte Fälle im Nachhinein korrigiert bzw. wieder gelöscht werden.

Weitere Informationen zur Corona-Krise:

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