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Zürich-Krimi in der ARD – Ein perfides Nervenspiel

| Lesedauer: 3 Minuten
Wolfgang Platzeck
Borchert (Christian Kohlund) sorgt sich um Dominique (Ina Paule Klink).

Borchert (Christian Kohlund) sorgt sich um Dominique (Ina Paule Klink).

Foto: Roland Suso Richter / ARD Degeto/Roland Suso Richter

Der Zürich-Krimi „Borchert und die tödliche Falle“ ist ein raffinierter und temporeicher Thriller von überdurchschnittlicher Qualität.

Essen. In Zürich feiern Anwalt Thomas Borchert (Christian Kohlund) und seine Kollegin Dominique Kuster (Ina Paule Klink) ihre dreijährige Zusammenarbeit. Borchert gibt sich gerade redlich Mühe, Dominique und ihren Vater, seinen alten Freund Reto Zanger (Robert Hunger-Bühler), zu bekochen, da sorgt ein Anruf für das vorzeitige Ende der Gemütlichkeit.

Staranwalt Zanger muss umgehend nach Genf. Dort droht die von ihm betreute milliardenschwere Übernahme eines amerikanischen Stahlproduzenten durch die Suisse Metal AG in letzter Sekunde zu scheitern.

„Borchert und die tödliche Falle“: Visuell überaus eindrucksvoll

Ein Konkurrent hat unerwartet ein höheres Angebot vorgelegt; für eine Reaktion bleiben nur wenige Stunden, bis 15 Uhr muss der Deal stehen. Einen vormittags anstehenden Routinetermin am Oberlandesgericht Zürich kann Zanger deshalb unmöglich wahrnehmen. Weil Borchert noch immer keine Gerichtszulassung hat, bittet Zanger seine Tochter, kurzerhand einzuspringen.

Es handelt sich ja nur um einen simplen Haftprüfungstermin mit voraussehbarem Ausgang. Der wegen eines Raubüberfalls zu zehn Jahren Gefängnis verurteilte Alexander Böni (Golo Euler) darf mit vorzeitiger Haftentlassung wegen guter Führung rechnen.

Was so harmlos beginnt im inzwischen siebten Zürich-Krimi „Borchert und die tödliche Falle“, für den wieder Wolf Jacoby (Buch) und Roland Suso Richter (Regie) verantwortlich zeichnen, entwickelt sich alsbald zu einem raffiniert aufgebauten, temporeich erzählten und visuell überaus eindrucksvoll gestalteten Thriller von überdurchschnittlicher Qualität. Die Verhandlung am OLG hat kaum begonnen, da zückt Böni eine unter dem Tisch verborgene Waffe und bringt alle im Gerichtssaal in seine Gewalt.

Zürich-Krimi nimmt eine spannende Wendung

Für Hauptmann Furrer (Pierre Kiwitt übernimmt ab dieser Folge den Part von Felix Kramer), der als Erster am OLG eintrifft, beginnt ein heikler Einsatz. Als Verhandlungsführer wider Willen weiß er, dass seine Gefühle für Dominique seine Entscheidungen nicht beeinflussen dürfen.

Aber wie verhandeln mit einem Familienvater, der seine bevorstehende Entlassung aufs Spiel setzt, der stattdessen Geld und Flucht-Helikopter fordert und mit der Waffe nicht nur droht? Das Nervenspiel bringt den persönlich betroffenen Furrer an seine Grenzen.

Je mehr die Situation eskaliert und außer Kontrolle zu geraten droht, desto mehr wachsen in Borchert die Zweifel an den Motiven des Täters. Seinem Bauchgefühl folgend, versucht er herauszufinden, was tatsächlich hinter der Geiselnahme steckt. Warum wurde die Verhandlung in einen abgeschotteten Saal verlegt, wer hat die Waffe versteckt, sogar eine Videokamera installiert?

Offenbar war schon seit Tagen klar, dass Dominique und nicht ihr Vater den Haftprüfungstermin wahrnehmen würde. Hat Reto Zander seine Tochter bewusst in die Falle tappen lassen? Borchert kommt einer perfiden Erpressung auf die Spur. Mit jeder Minute wird Böni unberechenbarer, skrupelloser, und in Genf fällt um 15 Uhr die Übernahme-Entscheidung.

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  • ARD, 23. April, 20.15 Uhr

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