Trauer

Honor Blackman ist tot: Sie war Pussy Galore in „Goldfinger“

Die Bond-Girl-Rolle Pussy Galore in „Goldfinger“ mit Sean Connery machte Honor Blackman zum Star. Nun ist sie mit 94 Jahren gestorben.

Honor Blackman 1964 mit ihrem Schauspielkollegen Sean Connery.

Honor Blackman 1964 mit ihrem Schauspielkollegen Sean Connery.

Foto: Uncredited / dpa

Berlin. Die britische Schauspielerin Honor Blackman ist tot. An der Seite von Sean Connery gelang ihr als Bond-Girl Pussy Galore in „Goldfinger“ der internationale Durchbruch. Wie ihre Familie am Montag der Zeitung „Guardian“ mitteilte, starb Blackman im Alter von 94 Jahren eines natürlichen Todes. Sie sei in ihrem eigenen Haus im Kreise ihrer Familie gestorben, hieß es.

Geboren wurde sie am 22. August 1925 in einer heruntergekommenen Gegend East Londons. Der Vater war gewalttägig und schlug sie. Trotzdem liebte sie ihn, sagte sie einmal „Saga Magazine“: „Er ist der Grund, warum ich Erfolg hatte.“ Zum 16. Geburtstag wünschte sie sich Sprechunterricht und finanzierte sich die Schauspielstunden an der renommierten Guildhall School of Music & Drama mit einem Bürojob.

Honor Blackman: Judowürfe und Karate in „Mit Schirm, Charme und Melone“

Blackman hatte früh gelernt, sich zu wehren. „Als ich zehn oder elf Jahre alt war, schlug ich zwei Jungen nieder, die meinen jüngeren Bruder schikanierten“, sagte sie dem „Telegraph“. „Ich kann Fieslinge nicht ausstehen.“ Das half ihr später auch bei der Hauptrolle in der zweiten und dritten Staffel von „Mit Schirm, Charme und Melone“ an der Seite von Patrick Macnee.

Blackman spielte die Anthropologin Dr. Cathy Gale, selbstbewusst in schwarzem Leder und ungewöhnlich schlagfertig – nicht nur mit Wortwitz, sondern auch mit Judowürfen. Dafür nahm sie extra Kampfsport-Unterricht. Ein glamouröses Sexsymbol, aber auch ein Vorbild für Frauen-Power: „Ein Großteil meiner Fanpost kam von Frauen“, sagte sie dem „Telegraph“. „Sie mochten die Idee einer starken Frau und dann folgte diesem Charakter eine andere starke Frau, Pussy Galore.“

Pussy Galore verwies James Bond in seine Schranken

Als ultimatives Bond-Girl mit dem unmöglichen, skandalträchtigen Namen gelang ihr 1964 der internationale Durchbruch: In „Goldfinger“ verwies sie Bond-Darsteller Sean Connery in seine Schranken – ebenfalls mit Judogriff. Das sei ein Kinderspiel nach den Steinböden im Studio bei „Mit Schirm, Charme und Melone“ gewesen, schrieb sie auf ihrer Website und verriet „Saga“: „Natürlich habe ich für Sean geschwärmt, er war der sexieste Mann, den ich je getroffen habe. Er war Mr. Universum, mit einem Körper, für den man sterben konnte, der diese funkelnden Augen hatte und sich königlich amüsierte.“

Nach Bond veröffentlichte sie ein Buch über Selbstverteidigung und spielte unter anderem in „Columbo“, „Shalako“ (1968) mit Connery und Brigitte Bardot und „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ (2001) mit. Am Theater übernahm sie Rollen in „My Fair Lady“ oder „Cabaret“. Später trat sie als sie selbst mit ihrem eigenen Programm „Honor Blackman“ auf und erzählte aus ihrem Leben und ihrer Karriere.

Blackman trat auch mit 90 Jahren noch in einer Sitcom auf

Bis zuletzt verzichtete sich nach eigenen Worten auf Schönheitsoperation. Man merkte ihr das Alter nur an, weil sie etwas wackelig auf den Beinen war und an Skoliose litt, was sie den Kampfszenen in „Mit Schirm, Charme und Melone“ zuschrieb.

Offiziell war sie schon lange im Ruhestand, aber ließ sich auch noch mit 90 bereitwillig wieder vor die Kamera locken, um als Gaststar bei der britischen Sitcom „You, Me & Them“ eine herrlich boshafte Mutter zu spielen. „Jemand schickt Ihnen ein Skript und Sie denken: „Warum senden Sie mir das? Ich bin im Ruhestand!““ sagte sie „Saga Magazine“. „Dann liest du es, denkst, es könnte Spaß machen, und los geht’s. Es ist verrückt.“

Honor Blackman hinterlässt ihre beiden erwachsenen Kinder Barnaby und Lottie sowie ihre Enkel Daisy, Oscar, Olive und Toby. Ihre Familie würdigte die Schauspielerin als eine „geliebte Mutter und Großmutter“ die „eine außergewöhnliche Kombination aus Schönheit, Verstand und körperlicher Fähigkeiten“ besaß.

Erst vor wenigen Monaten war das erste französische Bond-Girl Claudine Auger („Feuerball“) gestorben. Ebenfalls in „Goldfinger“ trat Tania Mallet auf – sie starb im Frühjahr 2019.

(dpa)

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