Coronavirus-Maskenpflicht

Maskenpflicht: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Das Tragen von Masken soll helfen, das Coronavirus einzudämmen. In allen Bundesländern gilt eine Maskenpflicht. Das sollten Sie jetzt wissen.

Das müssen Sie zur Maskenpflicht wissen

Wo muss ich Mundschutz tragen? Sind Kinder dazu auch verpflichtet? Und gibt es Strafen, wenn ich keine Gesichtsmaske trage? Antworten dazu gibt es im Video.

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Berlin. 
  • In ganz Deutschland gilt seit Mittwoch, 29. April, die Maskenpflicht im Nahverkehr und beim Einkaufen
  • Sachsen hatte als erstes Bundesland eine Maskenpflicht erlassen
  • Die Bahn fordert ihre Kunden auf auch im Fernverkehr Masken zu tragen. In Nordhrein-Westfalen und Niedersachsen ist es Pflicht
  • Die sogenannten Alltagsmasken dienen laut Gesundheitsministerium dazu, andere vor einer Infektion zu schützen
  • Studien zufolge können Masken das Risiko einer Ansteckung anderer mit dem Coronavirus minimieren
  • Müssen Polizisten Masken tragen? Wo gilt die Maskenpflicht? Wir beantworten alle wichtigen Fragen
  • Lesen Sie hier, welche Strafen es bei Verstößen gegen die Maskenpflicht gibt – und wie hoch sie sind

In Deutschland gilt bundesweit eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus. Bußgelder für Verstöße sind bislang aus Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern bekannt.

In Nordrhein-Westfalen soll ein Bußgeld erst fällig werden, wenn sich Betroffene nach einem entsprechenden Hinweis weigern, eine Maske aufzusetzen. In Hamburg drohen Ladenbesitzern Bußgelder bis 1000 Euro, wenn sie Kunden ohne Mundschutz ins Geschäft lassen. In Hessen können wiederholte Verstöße gegen die Maskenpflicht mit einem Bußgeld von 50 Euro bestraft werden. Lesen Sie hier: Aktuelle Nachrichten zum Coronavirus im News-Ticker

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) rät Reisenden, auch im Fernverkehr der Deutschen Bahn und bei Flügen eine Alltagsmaske zu tragen. Für eine Pflicht wollte sich Scheuer aber nicht aussprechen.

Aber Vorsicht beim Autofahren mit Mundschutz: Autofahrer dürfen ihr Gesicht nicht zur Unkenntlichkeit bedecken, Augen und Stirn müssen zur Identifizierung des Fahrers frei bleiben. Ein Verstoß gegen das Verhüllungsverbot kann mit 60 Euro Bußgeld geahndet werden.

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Was bedeutet Maskenpflicht?

In ganz Deutschland gilt seit Mittwoch, 29. April, die Maskenpflicht im Nahverkehr und beim Einkaufen. Das bedeutet, dass beim Aufenthalt in Geschäften oder beim Nutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln eine Bedeckung über Mund und Nase getragen werden muss. Lesen Sie hier: Aktuelle RKI-Fallzahlen und Corona-Reproduktionsfaktor.

Maskenpflicht gegen Coronavirus: Was gilt eigentlich als Schutzmaske?

Die sogenannten Alltagsmasken dienen laut Gesundheitsministerium dazu, andere vor einer Infektion zu schützen. Spezialmasken, die auch den Träger selbst schützen, sollten dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben.

Aber selbst im medizinischen Bereich, in Kliniken und Pflegeeinrichtungen, droht derzeit ein Mangel an Schutzmasken. Medizinisches Personal sollte also vorrangig – auch bei Maskenpflicht – zuerst mit DIN-genormten FFP-Masken ausgestattet werden.

Um die Mundschutz-Pflicht zu erfüllen, reichen neben Schutzmasken auch Tücher oder Schals, die sowohl Mund als auch Nase abdecken. Auch wer einen selbst gebastelten oder genähten Mundschutz trägt, hält sich an die Mundschutzpflicht. Wie man einen Mundschutz in Zeiten des Coronavirus einfach selbst macht.

Wie ziehe ich die Maske richtig an und aus?

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte rät, sich vor dem Anziehen die Hände gründlich mit Seife zu waschen. Erreger, die man eventuell an den Händen trägt, können so nicht die Innenseite der Maske kontaminieren. Auch nach dem Ausziehen der Maske ist es ratsam, sich die Hände zu waschen. Das Deutsche Rote Kreuz fordert dazu auf, die Masken nicht am Stoff zu berühren, sondern nur seitlich an den Fixierbändern.

Wie trage ich einen Mundschutz richtig?

Die Maske sollte Mund und Nase abdecken und eng an den Wangen anliegen, damit möglichst wenig Luft an den Seiten eindringen kann. Die Experten empfehlen, die Maske abzusetzen oder auszutauschen, wenn der Stoff durchfeuchtet ist. Anschließend sollten sie durch waschen oder erhitzen regelmäßig gereinigt werden. Während die Maske im Gesicht sitzt, sollte man sie möglichst nicht berühren. Falls dies passiert, Hände waschen oder desinfizieren, da sich an der Maske möglicherweise Erreger sammeln.

Wie lange gilt die Maskenpflicht?

Wie lange die Maskenpflicht dauern wird, ist noch unklar. „Man sollte sich darauf einrichten, dass es eine Weile geht“, sagte etwa Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Auch Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) glaubt, dass die Maßnahme wahrscheinlich mehrere Monate als Teil des Hygiene-Pakets gegen das Coronavirus Bestand haben werde. Lesen Sie hier: Die Heinsberg-Studie geht von einer hohen Corona-Dunkelziffer in Deutschland aus.

Seit wann gilt in welchen Bundesländern die Maskenpflicht?

Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche nur die dringende Empfehlung ausgesprochen, den Bundesländern ging das aber nicht weit genug: Der Freistaat Sachsen hatte als erstes Bundesland eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr angeordnet: Hier galt sie Seit dem 20. April. In Sachsen-Anhalt ist die Maske seit dem 23. April Pflicht, in Thüringen seit dem 24. April. Dort müssen Bürger seitdem ihren Mund beim Betreten eines Geschäfts oder beim Fahren im Öffentlichen Nahverkehr verdecken.

Die anderen Bundesländer sind mit ihrer Maskenpflicht wenig später nachgezogen. Seit Mittwoch, 29. April, gilt sie in ganz Deutschland im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen.

Wo gilt die Maskenpflicht?

Alle Bundesländer haben inzwischen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Teilen des öffentlichen Raums zur Pflicht gemacht, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Regelungen der einzelnen Bundesländer unterscheiden sich etwas. Aber ohne Mund-Nasen-Maske oder zumindest einen Schal darf man spätestens seit Mittwoch (29. April) nicht mehr Bus und Bahn fahren und auch nicht mehr zum Einkaufen gehen – damit ist aber nicht nur der Supermarkt gemeint. Eine Maske muss beim Betreten und Aufenthalt jedes Geschäftes getragen werden.

Was ist erlaubt bei der Maskenpflicht?

Es gibt keine weiteren Regeln, außer dass jeder beim Betreten eines Geschäftes oder beim Nutzen des öffentlichen Nahverkehrs eine Maske vor Mund und Nase gezogen werden muss – dabei sind aber auch ein Schal, ein Tuch oder eine selbstgenähte Maske ausreichend.

Wo gilt im Ausland eine Maskenpflicht?

Um die Ausbreitung des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 einzudämmen, haben verschiedene Länder weltweit eine Maskenpflicht eingeführt.

So gilt etwa in Österreich eine Maskenpflicht beim Einkaufen.

Auch in Teilen Osteuropas, etwa in Tschechien und in der Slowakei, gilt bereits eine Mundschutzpflicht in der Öffentlichkeit. In vielen Teilen Asiens ist das Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit ohnehin weit verbreitet. Lesen Sie hier: Wie Thailand dem Virus trotzt – ein Erfahrungsbericht

Welche Strafen drohen bei einem Verstoß gegen die Maskenpflicht?

Viele Länder haben angekündigt, vorerst auf eine Strafe zu verzichten, wenn Bürger keinen Mundschutz trotz der Anordnung tragen. Einige Länderchefs signalisieren jedoch, das ändern zu wollen – sollten sich die Menschen nicht an die Regeln halten. Wer sich in Mecklenburg-Vorpommern weigert, im öffentlichen Personennahverkehr oder in einem Geschäft eine Maske zu tragen, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 25 Euro rechnen.

In Bayern können Verstöße bis zu 5000 Euro kosten. Das geht aus dem aktualisierten Bußgeldkatalog hervor. Demnach werden bei fehlendem Mund-Nase-Schutz in Bussen, Bahnen und Geschäften 150 Euro fällig. Besonders teuer wird es für Ladenbesitzer, die nicht sicherstellen, dass ihr Personal eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt: Hierfür sieht der Bußgeldkatalog eine Zahlung von 5000 Euro vor.

In Baden-Württemberg sollen Bürger, die keine Masken tragen, nach einer Gewöhnungswoche ab 4. Mai ein Bußgeld von bis zu 30 Euro zahlen müssen. Anfangsverstöße sollten mit 15 Euro geahndet werden, bei Folgeverstößen könnten die Behörden bis zu 30 Euro erheben.

In Rheinland-Pfalz kann Verwarnungsgeld von zehn Euro kann fällig werden. In der ersten Woche soll es dem Ministerium zufolge aber bei einer Ermahnung bleiben, ab der zweiten Woche kann dann das Verwarnungsgeld eingefordert werden.

Auch Nordrhein-Westfalen behält sich vor, bei Bedarf ein Bußgeld bei Verstößen gegen die Maskenpflicht einzufordern. Das Land hat beim Bußgeld bewusst keine feste Summe festgelegt, sondern überlässt die Höhe der Strafe den Ordnungsämtern der Kommunen. Das Bußgeld soll auch nicht sofort angeordnet werden. Sondern erst, wenn sich Betroffene nach einem entsprechenden Hinweis weigern, Masken aufzusetzen.

In Hessen können wiederholte Verstöße gegen die Maskenpflicht mit einem Bußgeld von 50 Euro bestraft werden.

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Die Bundesregierung hatte bereits einen Bedarf an Milliarden von Schutzmasken festgestellt – Nachschub vor allem an hochwertigen Masken ist allerdings wegen einer weltweit hohen Nachfrage schwer zu besorgen. Für Deutschland bestehe über alle Varianten von einfachen Alltagsmasken bis zu Spezialmasken für medizinisches Personal ein Bedarf von mehreren Milliarden Stück innerhalb von Monaten, hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kürzlich gesagt.

So trage ich den Mundschutz richtig
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Wie schätzt die Weltgesundheitsorganisation eine Mundschutzpflicht ein?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stand einer Mundschutzpflicht zunächst skeptisch gegenüber. Nun hat sie jedoch ihre Einschätzung teilweise geändert. „Das Tragen einer medizinischen Maske kann die Ausbreitung bestimmter Viruserkrankungen der Atemwege, einschließlich Covid-19, begrenzen“, heißt es auf der Website der WHO.

Eine Maske zu verwenden reiche jedoch nicht aus, um ausreichend geschützt zu sein. Wichtig sei es, Abstand zu halten und die Hände zu waschen.

Nicht-medizinische Masken – also beispielsweise selbst genähte Masken oder ein Tuch über Nase und Mund – stellen laut WHO für den Träger nur einen sehr begrenzten Schutz da, könnten aber andere Menschen in der Umgebung vor der Verbreitung von Erregern schützen, heißt es auf der Internetseite der WHO. Lesen Sie hier: So sinnvoll sind Masken und Mundschutz

Was sagt das Robert-Koch-Institut zu einer Mundschutzpflicht?

Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) könnte das Tragen von Masken zu einer weiteren Verlangsamung der Ausbreitung beitragen. Der Stoff kann Schutz vor größeren Tröpfchen bieten und Schleimhautkontakt mit kontaminierten Händen verhindern. Für die selbst gemachten Masken gibt es keine Normen, entsprechend gibt es keine nachgewiesene Schutzwirkung. Laut RKI filtern die selbst gemachten Masken in der Regel aber vermutlich weniger Tröpfchen als etwa der mehrlagige medizinische Mund-Nasen-Schutz.

Warum müssen Polizisten keine Masken tragen?

Polizisten sind in bestimmten Situationen dazu verpflichtet, einen Mundschutz zu tragen. Die Pflicht gilt dann, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden kann – etwa bei Kontakt mit Bürgern oder bei Versammlungen. Auch in Örtlichkeiten, in denen generell eine Maskenpflicht herrscht, müssen die Beamten den Schutz tragen.

Allerdings gibt es auch Situationen, in denen Polizisten keinen Mundschutz tragen müssen – beispielsweise, wenn sie im Innendienst tätig sind oder in Situationen, in denen es generell keine Mundschutzpflicht gibt.

Können auch Kinder Mundschutz tragen?

Alle können einen Mundschutz aus Stoff tragen – auch Kinder. „Das ist gar kein Problem“, sagt der Berliner Mediziner und Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Jakob Maske. „CO2 ist ein Gas und bleibt im Stoff nicht hängen.“ Dieser sei ja kein luftundurchlässiges Plastik. Ein Kettenbrief auf WhatsApp hatte Eltern zuletzt wegen eines Masken-Risikos bei Kindern getäuscht.

Von komplett geschlossenen Abdeckungen – wie etwa Staubschutzmasken aus dem Baumarkt – rät der Kinderarzt allerdings ab. Erwachsene atmeten mehr Luft ein und aus als Kinder. Das geringere Lungenvolumen bei Kindern sei jedoch nicht so klein, als dass die Atemluft Platz zwischen Gesicht und Mundschutz hätte, so Maske. „Da besteht auch für kleinste Kinder keinerlei Gefahr.“ Maskenpflicht bei Kindern? Wo welche Regelungen gelten.


(FMG mit dpa/AFP)

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